Paulas Nachrichten

Paula wartet sehnsüchtig auf den Schnee

04.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

erst einmal wünsche ich euch ein gutes neues Jahr! Ihr sollt gesund bleiben und viel Spaß im Leben haben!

Das wollte ich diese Woche auch schon dem Andreas wünschen. Also bin ich mal zu ihm nach Hause gewatschelt. Er saß gerade auf seinem schönen kuscheligen Sofa und hat sich ein Buch mit Fotos angeschaut. Da waren viele Bilder von seinem Urlaub in Amerika drin. „Da wäre ich jetzt gerne“, hat er gesagt.

Ich habe gesagt: „Lieber als auf dem Sofa? Ich wäre gerne dort, wo es Schnee hat. Hier bei uns schneit es ja nie.“

„Nie?“, hat der Andreas geschnattert, äh, Verzeihung, ganz aufgeregt gesagt. „Nie? Und was war im letzten Jahr? Hast du das vergessen? Da haben wir uns gefühlt wie in Sibirien. Das war ein ganz harter Winter! Komm mit mir in die Redaktion! Dann zeige ich dir ein Bild!“

Wir sind dann also in die Redaktion gewatschelt. Durch die kalte, feuchte Luft, die gar nicht nach Schnee gerochen hat. Auf seinem Computer hat er mir ein tolles Bild gezeigt. „Das bist du, Paula! Mitten im Schnee! Und das Bild ist noch nicht einmal ein Jahr alt!“

„Hm, stimmt“, habe ich ganz kleinlaut gesagt, „das bin ich. Und ich sitze im Schnee. Das war ja wunderschön!“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt, „der Schnee ist ja schon schön. Aber letztes Jahr war es uns zu viel. Das hat sogar dich genervt, liebe Paula!“

Ich habe überlegt. Dann habe ich gesagt: „Genervt? Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Das war doch einfach nur wunderschön. Im schönen, kalten Schnee rumwatscheln . . . Hach! Das knirscht so herrlich . . . Und dann eine Schneeballschlacht machen! Klatsch, patsch, Treffer! Und das soll nerven?“

Der Andreas musste lächeln. Nur ein bisschen. Dann hat er mich in den Arm genommen und gemeint: „Tja, meine liebe Zeitungsente! Da geht es dir wie den meisten Menschen! Wenn man sich an eine ganz bestimme Zeit zurückerinnert, denkt man meistens nur an die schönen Sachen! So geht es mir zum Beispiel mit der Schule. Ich denke sehr, sehr gerne an meine Schulzeit zurück. Aber manche Lehrer und manche Fächer haben mich auch genervt. Das vergisst man leicht!“

„Ach, ist das dann mit deinen Urlauben genauso? Du guckst ja jetzt mitten im Winter sehr gerne die Bilder von deinen Sommerurlauben an. War das dort immer nur schön? Oder hat dich da auch mal was genervt und du hast es vergessen?“

„Na ja, Kleinigkeiten habe ich bestimmt vergessen. Hm, in den Wüsten dort ist es ja manchmal unglaublich heiß. Da kann man schon einmal auf die Sonne und den Sand schimpfen. Aber das kommt mir jetzt im Nachhinein gar nicht so schlimm vor. Oder wenn ich auf einen hohen Berg steige, ist es auch so ähnlich. Dann wird meine Luft knapp, meine Beine tun mir weh und ich denke mir: ,Warum mache ich das eigentlich? Wäre ich doch lieber im Tal geblieben!‘ Aber wenn ich dann oben stehe, sind alle Anstrengungen vergessen. Tja, und wenn ich jetzt Monate später daran zurückdenke, spüre ich die Schmerzen und die knappe Luft auch nicht mehr. Da fühle ich mich nur gut. Das machen wir Menschen und Zeitungsenten einfach gerne: Wir verdrängen die nicht so schönen Sachen einfach aus unserer Erinnerung.“

Jetzt habe ich noch einmal nachgedacht. Dann habe ich gesagt: „Na gut, ein bisschen stimmt das schon. Wenn es immer nur schneit, ist immer alles weiß. Und nass. Und natürlich sehr kalt. Wenn das zu lange so ist, nervt es schon. Das kann sein. Aber in diesem Winter hat es ja noch gar keinen Schnee gegeben. Also hat der Schnee auch noch gar keine schlechten Seiten gehabt!“

„Da hast du schon recht, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Und das ist wieder so eine ganz besonders menschliche Sache, die bei den Zeitungsenten wohl genauso ist: Man will immer das haben, was man gerade nicht hat und im Moment vielleicht auch gar nicht haben kann. Diese Dinge fehlen uns immer. Die vermissen wir dann. Im Winter vermisse ich die Sonne. Und im Sommer eine weiße Weihnacht!“

„Tja, das ist echt blöd“, habe ich gesagt. „Warum ist das nur so?“

Der Andreas hat eine Weile überlegt. Dann hat er gesagt: „Hm, wenn wir etwas haben können, dann haben wir es ja eigentlich schon. Dann brauchen wir es ja nicht zu vermissen. Und wenn wir etwas nicht haben oder nicht haben können . . .“

Ich habe geschnattert: „Gut, gut, das habe ich verstanden. Aber jetzt ist ja Winter. Aber es schneit einfach nicht. Und in den Winter gehört der Schnee.“

„Da hast du recht, Paula. Und du kannst sicher sein: Irgendwann in diesem Winter schneit es schon noch. Es gibt hier bei uns eigentlich keinen Winter ohne Schnee. Heute Morgen habe ich etwas von einem Wetterforscher in einer Zeitung gelesen. Und der hat gesagt: ,Im nächsten Monat schneit es!‘“

Das hört sich gut an. Dann freue ich mich jetzt auf den Schnee. Eure Paula

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