Paulas Nachrichten

Paula trotzt dem Lärm

18.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Donnerstagabend wollte ich gerade zum Andreas watscheln. Da wurde es plötzlich wahnsinnig laut. Ich bekam riesige Angst und watschelte so schnell ich konnte. In seiner Straße ist mir der Andreas schon entgegengekommen. „Hallo, Paula, na, kommst du mit zur Party?“, hat er mich ganz entspannt gefragt.

„Party? Du spinnst wohl! Hörst du nicht den schrecklichen Lärm? Lass uns schnell ins Haus gehen!“, habe ich geschnattert.

Aber irgendwie hat ihm das nichts ausgemacht. Auch seiner Frau und seinem Sohn nicht.

„Na, los komm, wir gehen in den Schlachthof!“, hat er zu mir gesagt.

Ich bin erschrocken. Das Wort Schlachthof gefällt mir gar nicht. Jetzt habe ich mir auch noch vorgestellt, dass der Lärm von dort kommt. Der Andreas hat das gemerkt und gemeint: „Du brauchst keine Angst zu haben, Paula. Im Schlachthof werden schon lange keine Tiere mehr geschlachtet. Da sind doch jetzt ganz viele Kneipen drin. Und heute ist da eine Narren-Party!“

„Das glaube ich gleich, so einen Krach können nur närrische Menschen machen!“, habe ich weitergeschimpft.

Der Andreas hat gesagt: „Klar, Paula! Narren und Hexen und Guggen.“

Das war jetzt echt zu viel für mich. Hexen! In einem Schlachthof! Und der Lärm! „Und da soll ich jetzt echt freiwillig hin?“, habe ich geschimpft. Der Andreas hat gegrinst. Und er hat gemeint: „Aber Paula! Heute ist doch Schmutziger Donnerstag! Fasching! Die Hexen sind doch nur verkleidete Menschen! Und die Guggen verkleiden sich auch und machen Lärm mit ihren Musikinstrumenten.“

Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Aber alles war mir noch nicht klar: „Und wenn ich jetzt am Schmutzigen Donnerstag mir dir in den Schlachthof gehe . . . Gut, ich weiß: Es wird niemand geschlachtet. die Hexen sind Menschen, der Krach soll Musik sein. Aber werde ich dann da schmutzig? Ich habe doch so schönes, weißes Gefieder . . .“

„Aber nein, Paula, der Begriff ,Schmutziger Donnerstag‘ hat nichts mit Schmutz zu tun. Das kommt von ,Schmotz‘. Das heißt ganz im Süden von Deutschland und in der Schweiz eigentlich Fett. Nach Fasching beginnt doch die christliche Fastenzeit. Und davor feiert man noch mal so richtig und isst Fleisch. Mit Fett. Und man isst Fasnachtsküchle, die in Fett ausgebacken sind. Daher kommt der Name.“

Hm, habe ich mir überlegt, vielleicht gibt’s bei der Party ja solche Küchle. Ich bin also vorsichtig mitgegangen. Küchle gab’s dort leider keine. Aber es gab auch nicht nur hässliche Hexen. Es gab auf der Bühne auch ganz liebe, süße Kinder. Die waren aus Tischardt. Die haben mir sehr gut gefallen. Ich hoffe nur, dass die sich nicht auch einmal als solche grausligen Hexen verkleiden! Eure Paula

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