Paulas Nachrichten

Paula träumt auch von Eisbergen

13.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich wieder einmal den Andreas getroffen. Der war nämlich im Urlaub. Es war ganz schön heiß an diesem Tag. Deshalb hat der Andreas auch geschwitzt bei der Arbeit. Er hat gemeint: „Ach, da sehne ich mich nach den Eisbergen aus meinem Urlaub!“

Ich habe ihn ein bisschen angeschaut wie ein Auto und geschnattert: „Was? Berge aus Eis? Hm, lecker! Warst du in Italien? Da gibt es doch das beste Eis!“

Dann hat mich der Andreas angeschaut wie ein Auto. Er hat sogar wie ein richtiger Lastwagen geguckt. Dann hat er gelacht und gesagt: „Ach, jetzt verstehe ich, Paula! Du denkst natürlich wie immer nur ans Essen!“

„Na ja“, habe ich gemeint, „nicht immer. Aber so ein Berg Vanilleeis . . . Oder auch Schokoeis . . . Mit Sahne natürlich . . . Hmmmmmmmmmm!“

Der Andreas hat mit dem Kopf geschüttelt. Dann hat er gesagt: „Also, du denkst halt doch immer ans Essen, liebe Paula! Aber ich nicht. Mit Eisberg meine ich natürlich etwas ganz anderes. Damit meine ich so einen richtigen Eisberg, der im Wasser schwimmt.“

„Ach so“, habe ich geantwortet, „das Eis kann man natürlich nicht essen. Aber interessant ist das bestimmt. Dann warst du ja gar nicht in Italien, oder? Dort gibt es doch gar keine Eisberge!“

„Da hast du natürlich recht, liebe Paula“, hat der Andreas mich gelobt. „In Italien gibt es wirklich keine Eisberge. Dazu ist es da viel zu warm. Aber ich war auf Island. Das ist eine Insel weit im Norden des Atlantiks. Da gibt es ganz viel Eis. Es gibt auch Berge und sehr viele Vulkane. Und die sind oft zugefroren. Die sind mit richtig viel Eis bedeckt. Das sind dann große Gletscher. Ein Gletscher spannt sich sogar tausend Meter dick über Vulkane und Berge. Der ist so dick wie zehn Fußballplätze lang sind.“

„Oh“, habe ich voller Sorge gemeint, „und da bist du dann raufgeklettert?“

„Nein, nein“, hat der Andreas gemeint, „das muss man gar nicht. Der riesige Gletscher heißt Vatnajökuttel. Das schreibt man V-a-t-n-a-j-ö-k-u-l-l. Zwei ,L‘ spricht man in Island nämlich immer wie ein ,TL‘ aus. Der ist so groß, dass er beinahe ein Viertel von unserem Bundesland Baden-Württemberg bedecken würde. Der reicht beinahe bis runter zum Meer. Und kurz vor dem Strand hat sich ein See gebildet. Der heißt Jökulsarlón. Das heißt so viel wie Gletscherflusslagune. Das hat einen Grund: Der Gletscher lässt schmelzendes Eis als Wasser in Richtung Meer fließen. Und dann kommt die Lagune. So nennt man Seen kurz vor dem Meer. In dem See schwimmen dann die Eisberge, die vom Gletscher abgebrochen sind. Die können bis zu 15 Meter hoch werden. Doppelt so hoch wie mein Häuschen!“

Der Andreas hat mir ein Bild von dem Kutteldings gezeigt. Und er hat mir erzählt: „Eigentlich wollten wir da mit einem Boot durchfahren. Aber der Wind war zu stark. Das war zu gefährlich.“

„Tja“, habe ich ganz begeistert gemeint, „dann wärst du den weißen Riesen ganz nahe gekommen!“

Und der Andreas hat gemeint: „Ja, und den schwarzen und den blauen.“

Er hat die Fragen in meinen runden Entenäuglein gesehen und gleich weiter erklärt: „Manche Eisberge dort sind ein bisschen schwarz. Das kommt von der Vulkanasche. Und manche sind blau. Das ist ganz altes Eis. Das ist lange, lange zusammengedrückt worden. Deshalb ist kaum noch Luft drin. Und dann filtert das Eis wie eine Sonnenbrille besonders gut die ganzen Lichtwellen raus – außer den Wellen vom blauen Licht.“

„Hm“, habe ich überlegt, „so viel Eis. Da gibt es bestimmt nicht viele Tiere, oder?“

„Och, eigentlich schon“, hat mir der Andreas erklärt. „Auf Island gibt es viele, viele Pferde. Und sehr viele Vögel. Es gibt zwar nicht so viele verschiedene Vögel. Dafür aber viele insgesamt. Ich habe seltsame Möwen dort auf Eisbergen sitzen sehen. Und bunte Enten waren da auch unterwegs. Ach ja, und eine Robbe habe ich bei Jökulsárlon auch gesehen. Aber die lustigsten Vögel konnte ich nicht besuchen. Das sind die Papageitaucher. Die haben gerade ihre Eier ausgebrütet. Da soll man sie nicht stören.“

Das hat mich sehr gewundert. Ich habe gefragt: „Stören soll man sie nicht, das ist sehr gut. Aber warum gibt es auf einer eisigen Insel überhaupt Papageien? Die flattern doch sonst im warmen Urwald herum.“

„Das stimmt schon“, hat der Andreas gesagt. „Das sind eigentlich auch keine Papageien. Die gehören zur Vogelart der Alke. Taucher nennt man sie, weil sie nach Fischen im Wasser schnappen. Und Papageien, weil sie ein bisschen so aussehen mit ihrem bunten Schnabel. Schau mal!“

Und dann hat er mir eine süße, kleine Vogelpuppe geschenkt. Er hat gesagt: „So sieht ein Papageitaucher aus. Ich konnte ja keinen fotografieren. Du kannst ihn ja Lundi nennen. Das ist der isländische Namen der Vögel.“

Das habe ich gemacht. Eure Paula

Paulas Nachrichten

Ein Fuchs im Eis

FRIDINGEN (dpa). Das sieht gruselig aus: Ein Fuchs ist in einem Eisblock eingefroren. Das Foto mit dem Tier ist gerade oft im Internet zu sehen.

Ein Jäger sagt: Der Fuchs sei in einen Fluss eingebrochen und dann im Wasser eingefroren. Er habe den toten Fuchs einige Zeit später mit einer…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten