Paulas Nachrichten

Paula sucht ein grünes Zeitungsentchen

27.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

bei uns läuft doch gerade das Projekt „Zeitungstreff im Kindergarten“. Da machen ganz viele Vorschulkinder mit. Die haben natürlich ganz viele Fragen an uns. Das ist dann meine Arbeit. Denn ich bin ja Zeitungsente.

In dieser Woche haben mich Kinder aus Neckartailfingen gefragt, wie eine Rakete funktioniert. Der Andreas konnte mir das auch ein bisschen erklären. Die Rakete hat viel Brennstoff dabei. Der verbrennt. Dabei gibt es einen Rückstoß. Ich wollte das noch genauer wissen. Ich habe zum Andreas gesagt: „Wieso gibt es jetzt so einen Rückstoß?“

Er musste kurz überlegen. Dann hat er mir das erklärt: „Also, Paula: Das Kerosin ist der Brennstoff. Das ist so etwas wie das Benzin für die Autos. Das wird in der Rakete verbrannt.“

„Ah“, habe ich ihn unterbrochen, „deshalb heißt das auch Brennstoff.“

„Äh, genau, Paula, sehr gut erkannt“, hat der Andreas gemeint. Dann hat er weiter gesprochen: „Der Brennstoff wird also verbrannt. Dabei entsteht ein heißes Gas. Ja, und das Gas braucht mehr Raum als der flüssige Brennstoff. Deshalb dehnt es sich ganz schnell aus. Die Rakete lässt das ganz schnelle Gas aus einer Düse raus. Dabei hat das Gas ganz viel Kraft. Und die Rakete wird dann mit der gleichen Kraft wie das Gas in die andere Richtung befördert.“

Das habe ich ungefähr verstanden. Ich habe gesagt: „Schön, und dann fliegt die Rakete bis zum Mond?“

„Ja“, hat der Andreas gesagt. „Wenn man sie dorthin lenkt. Zuerst braucht die Rakete aber erst einmal die große Kraft, um von der Erde wegzukommen. Die Erde zieht ja alles andere an. Sonst würden wir ja auch einfach davonfliegen.“

„Äh, aber Enten können ja flattern und fliegen. Die kommen ja auch von der Erde weg“, habe ich dazu gesagt.

Der Andreas hat geantwortet: „Das stimmt beinahe, Paula. Die kommen vom Boden weg. Aber dafür musst du dich ganz schön anstrengen. Du brauchst nämlich richtig Kraft dafür – wie wenn ich in die Höhe hopse. Aber ganz weg von unserem Planeten Erde kommen wir damit nicht. Deine Enten nicht und ich auch nicht! Die Rakete schafft das!“

„Ah ja“, habe ich gemeint. Äh, wenn die dann so schnell fliegt und am Mond vorbei fliegt: Wo fliegt die dann hin?“

„Naja“, hat der Andreas geantwortet, „dann fliegt sie weiter in den Weltraum. Dann könnte sie zu anderen Planeten fliegen. Da wäre sie aber sehr, sehr lang unterwegs. Zu lange für einen Astronauten. Der würde unterwegs alt werden und vielleicht sogar sterben. Dafür sind unsere Raumschiffe noch zu langsam.“

„Schade“, habe ich gemeint, „das wäre ja schon mal interessant, so ein fremder Planet.“

Der Andreas hat mich mit ganz großen Augen angeschaut. So gucke normalerweise ich, wenn ich was nicht verstehe oder etwas nicht glaube. Er hat gesagt: „Wie bitte? Du würdest mit einer Rakete ins Weltall fliegen? Hättest du dann keine Angst vor grünen Männchen?“

„Vor was?“, habe ich geschnattert. „Grüne Männchen? Essen die zu viel Salat oder was?“

„Das weiß ich nicht“, hat der Andreas lachend gesagt. „Nein, das ist ja nur Spaß. Die Menschen haben aber immer eine große Frage. Die lautet: Gibt es im Weltall irgendwo andere Lebewesen? Früher haben die Menschen sogar geglaubt: Auf dem Mars gibt es Lebewesen. Die haben sich dann manche vorgestellt wie grüne Männchen. Aber inzwischen haben wir einen kleinen Roboter hingeschickt mit einem Raumschiff. Der hat sich umgeguckt und Bilder gefunkt. Das Ergebnis: Es gibt keine kleinen grünen Männchen auf dem Mars.“

Das hat mich sehr fasziniert. Ich habe gemeint: „Hm, vielleicht gibt es ja auf noch weiter entfernten Planeten grüne Männchen. Hm, vielleicht gibt es da dann sogar grüne Zeitungsentchen.“

„Das kann sein“, hat der Andreas gemeint. Aber er hat dabei ein bisschen gelächelt. Und er hat gesagt: „Aber solche Planeten sind schon sehr, sehr weit weg. Es gibt einen mit dem schönen Namen Tau Ceti. Da könnte es flüssiges Wasser geben. Und deshalb könnte es da auch Lebewesen geben. Aber der ist zwölf Lichtjahre weg. Das Licht ist unfassbar schnell. In einem Jahr rast es beinahe zehn Billionen Kilometer weit. Das Ganze mal zwölf gibt 120 Billionen Kilometer. So weit ist Tau Ceti von uns entfernt. Die Zahl sieht so aus: 120 000 000 000 000 Kilometer. Eine Mondrakete würde also 342 000 Jahre dorthin fliegen. Das geht ja gar nicht.“

„Hm“, habe ich gemeint., „Dann bleibe ich daheim. Vielleicht haben die grünen Zeitungsentchen ja eine schnellere Rakete.“ Eure Paula

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