Paulas Nachrichten

Paula sucht ein Euro-Eselchen

04.07.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich in die Redaktion gekommen. Der Andreas hat sich mit ein paar Kollegen unterhalten. Ich habe immer nur „Griechenland, Griechenland, Griechenland“ gehört.

„He, habt ihr denn kein anderes Thema als Griechenland?“, habe ich geschnattert. „Ihr könnt doch auch woanders hin in den Urlaub gehen! Außerdem müsst ihr jetzt sowieso noch nicht in den Urlaub! Arbeitet lieber noch etwas!“

Der Andreas hat mich etwas sauer angeschaut. Dann hat er gemeint: „Jetzt pass mal ganz gut auf, meine liebe Zeitungsente Paula Print! Es ist zwar sehr heiß draußen. Aber wir arbeiten trotzdem. Und wir denken auch nicht an den Urlaub. Auch wenn wir über Griechenland reden. Obwohl, na ja, . . . Auf jeden Fall sprechen wir jetzt natürlich über die große Krise.“

„Krise?“, habe ich gefragt. „Kriegen die Griechen jetzt die Krise?“

Der Andreas hat geguckt wie ein Auto. Denn er hat mich nicht so richtig verstanden. Das habe ich gemerkt. Also habe ich ihm erklärt: „Du sagt doch immer ,Ich krieg die Krise‘ wenn dir irgendetwas nicht passt.“

Darüber musste der Andreas lachen. Dann hat er gesagt: „Ah ja, das stimmt natürlich. Das sagt man halt so. Das ist eine Redewendung. Das Wort ,Krise‘ kommt aber vom alten griechischen Wort ,krisis‘.“

„Das ist ein griechisches Wort?“, habe ich gesagt, „na dann passt das ja!“

Der Andreas meinte: „Nicht unbedingt. Es gibt viele verschiedene Krisen. In der Redewendung meint man ganz allgemein eine schwierige oder blöde Situation. Das alte griechische Wort bedeutet so viel wie ,Entscheidung‘. Die Menschen haben Probleme und müssen sich entscheiden, was sie dagegen tun. Deshalb versteht man unter einer Krise auch einen Wendepunkt. Denn es geht nach der Entscheidung gut oder schlecht weiter – auf jeden Fall aber anders.“

„Hm“, habe ich überlegt, „und wie geht es dann in Griechenland weiter?“

„Tja“, hat der Andreas gesagt, „das weiß man nicht. Denn der griechische Staat hat ein großes Problem mit dem Geld. Die haben sich von den Banken viel Geld geliehen. Damit zahlen sie zum Beispiel die Renten für die alten Leute. Oder den Lohn für ihre Angestellten.

Normalerweise nimmt man dafür das Geld von den Steuern. Du weißt doch: Die Menschen und die Firmen verdienen Geld. Und einen Teil davon geben sie dem Staat. Das sind die Steuern. Damit kann der Staat seine Ausgaben bezahlen. Aber in Griechenland hat das nicht so richtig gepasst. Die Firmen haben zu wenig verdient und zu wenig Steuern gezahlt. Die haben dort auch wenig Firmen. Für die wenigen Einnahmen hat das Land zu viel Geld ausgegeben. Deshalb haben ihnen andere Länder geholfen. Die haben ihnen Geld geliehen. Zum Beispiel Deutschland. Die Länder haben aber auch gesagt: ,Das Geld müsst ihr uns schon wieder zurückzahlen. Und damit ihr das könnt, müsst ihr in eurem Land sparen.‘“

„Da brauchen die Griechen aber doch keine Krise zu kriegen“, habe ich geschnattert. „Das ist doch klar!“

Der Andreas hat mit dem Kopf geschüttelt. „So einfach ist das nicht, Paula. Das Land muss sparen. Klar. Aber dann kann es zum Beispiel auch den Rentnern nur weniger Geld geben. Und viele von denen sind dort sowieso schon arm. Jetzt hat der Chef von Griechenland gesagt: ,Wir wollen das nicht mehr. Wir wollen nicht mehr so viel sparen müssen.‘ Aber dann leihen ihnen die anderen Länder kein Geld mehr. Denn für das Geld müssen ja die Menschen in den anderen Ländern wie Deutschland auch arbeiten. Der Chef von Griechenland hat gesagt: ,Die Griechen sollen darüber abstimmen. Sie sollen sagen: Wir wollen weitersparen und bekommen weiter Geld geliehen. Oder sie sollen sagen: ,Wir wollen das nicht mehr.‘ Die Abstimmung ist am Sonntag.“

„Das ist aber blöd!“, habe ich geschnattert. „Wie geht es denn weiter? Wenn die dann gar kein Geld mehr kriegen! Dann können die ja auch nichts mehr sparen.“

„Tja, Paula“, hat der Andreas gemeint, „das hast du ganz gut verstanden. Das ist ein sehr, sehr großes Problem.“

Der Andreas hat sehr ratlos ausgesehen. Ich habe gesagt: „Hm, da muss ich immer an den Goldesel denken. Man bräuchte einen Euro-Esel!“

„Das stimmt“, hat der Andreas gesagt.

Ich bin dann mal in die Stadt gewatschelt. Ich wollte mir ein Eis holen. Später bin ich wieder zurückgekommen. Da sind mir dann fast meine großen, runden, schönen Entenäuglein aus dem Kopf gefallen. Denn auf dem Tisch vom Andreas saß eine Eselpuppe mit der griechischen Fahne darauf. Unter ihr lagen ein paar Euromünzen.

„Das ist ja toll“, habe ich gelacht. „Den schicke ich gleich mit den Euros nach Griechenland!“

Der Andreas hat dann aufgehört zu lachen und gemeint: „He, das sind meine Euros! Und mein Esel! Das war doch nur ein Späßchen. Du weißt doch: Einen Goldesel, aus dem hinten und vorne Gold rauskommt, gibt es nur im Märchen. Und ein Euro-Eselchen gibt es auch nur im Märchen!“

„Ja“, habe ich lachend gesagt. „Oder bei dir in der Redaktion.“

Schade, dass das so ist, liebe Kinder. Denn ich hätte den Griechen gerne geholfen. Eure Paula

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Paula findet die Geschenk-Ente gut

Hallo, liebe Kinder,

vor Kurzem bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Der kam gerade von einem Termin. Ich habe zu ihm gesagt: „Hallo, wo kommst denn du schon wieder her? Warst du wieder auf einem Termin?“

„Natürlich“, hat der Andreas gesagt, „und das war ein sehr…

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