Paulas Nachrichten

Paula sucht die Vandalen ohne Sandalen

24.10.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Er hat sich gerade mit seinem Kollegen mit der großen Kamera, dem Fotografen, unterhalten. Er hat gesagt: „Mach mir doch davon mal ein Bild. Das wäre echt lieb. Mal sehen, was die Vandalen gemacht haben!“

Ich hatte das nicht ganz richtig verstanden. „Wer macht was in Sandalen? Das ist doch jetzt viel zu kalt für Sandalen!“, habe ich geschnattert.

„Ah, die neugierige Zeitungsente kommt“, hat der Andreas gesagt, „und sie hört vor lauter Neugier nicht richtig zu! Von Sandalen hat nämlich keiner gesprochen, Paula. Ich habe von Vandalen gesprochen.“

„Vandalen? Kann man sich die auch über die Füße ziehen?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat gelächelt – und den Kopf geschüttelt. „Nein, nein, Paula“, hat er mir geantwortet, „die Vandalen hatten vielleicht Sandalen an. Aber sie selbst sind keine Schuhe. Die Vandalen sind ein germanisches Volk. Und die haben mal Rom überfallen, erobert und ausgeraubt.“

Jetzt war es mir aber gar nicht mehr zum Lachen zumute. Ich habe ganz ängstlich zitternd geflüstert: „Wa-wa-was? Die überfallen zuerst die alten Römer und jetzt kommen sie hier zu uns her? Was machen die denn hier? Und da schickst du deinen Kollegen hin? Das ist doch gefährlich!“

„Ach, das geht schon, Paula“, hat der Andreas ganz fies lächelnd gesagt. „Fahr doch einfach mal mit in den Wald und schau dir das mal an!“

„Wie bitte?“, habe ich zurückgeschnattert, „ich soll in den Wald zu den San-, äh, Vandalen? Du spinnst doch wohl!“

„Ist schon gut, Paula“, hat der Andreas dann ganz beruhigend zu mir gesagt. „Du brauchst keine Angst zu haben. Die echten Vandalen sind nicht mehr unterwegs. Die haben Rom vor über 1500 Jahren überfallen und verwüstet. Heute gibt es die gar nicht mehr. Rom war damals schon eine ganz tolle Stadt. Deshalb ist das mit den Vandalen einfach so eine Redensart. Es machen ja auch heute noch Leute einfach ohne Grund etwas Schönes kaputt. Und dann kann man Vandalen zu ihnen sagen.“

„Äh, und wer hat jetzt in welchem Wald etwas kaputt gemacht?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat gemeint: „Also, Paula, ich erkläre dir das: Das ist in Neckarhausen passiert. Dort gibt es die Kindergärten in der Taunusstraße und in der Steinmauerstraße. Die Kinder gehen mit ihren Erzieherinnen immer wieder mal gerne in den Wald. Dort haben sie sich dann ein ganz tolles Lager gebaut. Da gibt es richtige kleine Gebäude. Es gibt Throne für die Erzieherinnen und eine Schneckenburg. Und natürlich gibt es einen wunderschönen Kreis aus Baumstämmen. Darauf können sich die Kinder dann setzen. Aber leider hat das irgendjemand zuletzt kaputt gemacht. Die Kinder haben alles wieder aufgebaut. Aber dann wurde wieder alles kaputt gemacht. Das ging blöderweise immer wieder so.“

Das konnte ich beinahe nicht glauben. „Was?“, habe ich geschnattert, „das ist ja echt gemein! Die armen Kinder! Das muss ich mir anschauen! Vielleicht kann ich ja was helfen!“

Ich habe mich dann gleich zum Foto-Kollegen vom Andreas umgedreht und gesagt: „Also, los geht es! Wir fahren in den Wald zu den Kindern!“

„So kenn ich dich, Paula!“, hat der Andreas gesagt. Aber da war ich schon beinahe zur Tür rausgewatschelt.

Wir sind dann zu den Kindern gefahren. Die haben sich sehr über meinen Besuch gefreut. Und sie haben mir alles gezeigt. Ich musste immer wieder nur mein rundes Entenköpflein schütteln. „Das gibt es doch nicht!“, habe ich geschnattert. „Wenn ich die Vandalen-Gauner erwische! Dann kneife ich ihnen mit meinem Schnabel in den Po!“

Ich habe überall nach Fußspuren gesucht. Aber ich habe nichts Richtiges gefunden.

Ich habe mich dann mit den Kindern und ihren Erzieherinnen unterhalten. Die haben gemeint: „Weißt du, Paula, du musst die Kaputtmacher gar nicht so bestrafen. Die sollen sich aber melden und uns wieder beim Aufbauen helfen. Vielleicht sind das ja größere Kinder wie wir und die blicken das gar nicht. Dann müssen ihre Eltern ihnen das erklären. Es kann ja jeder mal was falsch machen. Aber dann muss man das wieder in Ordnung bringen. Und dann passt das.“

Das fand ich richtig gut und klug von den Kindern. Und richtig lieb ist das schon auch. Deshalb: Wenn ihr was wisst, liebe Kinder, könnt ihr euch ruhig auch bei mir melden. Ich kneife auch bestimmt niemandem in den Po! Aber reparieren helfen und entschuldigen müssen sich die schon, die das kaputt gemacht haben! Eure Paula

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