Paulas Nachrichten

Paula sucht die Stubentigerdingsmücke

28.07.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal zum Andreas nach Hause gewatschelt und habe dort geklingelt. Der Andreas hat mich reingelassen und gerufen: „Komm’ nur rein, Paula. Ich bin gleich bei dir! Moment!“

Ich habe also gleichmal in die Küche geguckt. Denn es war eigentlich Zeit fürs   Mittagessen.   Da   stand   auch schon ein leckerer Salat bereit. Mmmmmmmmmmmmmmhhhhhhhh!

Ich konnte nicht widerstehen. Ich habe kurz über meine Schulter geguckt. Da war niemand. Also habe ich mir schnell ein Blatt geschnappt. Und „Happpps“ – ruck, zuck ist es in meinem Schnabel verschwunden.

Dann musste aber mein kleines, kräftiges Entenherzlein ganz heftig schlagen. Plötzlich hat hinter mir eine laute Stimme gesagt: „Aha! Die Katze lässt das Mausen nicht!“

Das war der Andreas. Deshalb hat sich mein Herz schnell wieder beruhigt. Aber den komischen Satz habe ich gar nicht verstanden. Deshalb habe ich geschnattert: „Was? Die Katze? Wo soll die denn sein? Und wo sollen die Mäuse sein? Verstecken die sich hier in deiner Küche?“

„Nee“, hat der Andreas gesagt, „die Mäuse sind grün und schmecken nach Salat. Und die Katze bist du, Paula!“

Jetzt habe ich den Andreas ganz besorgt angeguckt und gesagt: „Oje, es ist ja wirklich sehr heiß! Da hast du wohl ein Problem damit! Leg dich schnell in den Schatten! Ich hole dir ein kühles Wasser. Dann kannst du dich schnell wieder erholen!“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Och, das ist aber lieb, liebe Paula. Das mache ich gern. Aber es muss nicht sein. Denn mir geht es sogar sehr gut. Das mit der Katze und dem Mausen ist nur eine Redensart. Das soll bedeuten: Jemand bleibt immer derselbe. So ganz ändern kann man ihn nicht. Eine Katze kann noch so süß und friedlich sein. Aber wenn sie eine Maus sieht . . . dann geht sie sie jagen.“

„Schön“, habe ich gemeint, „aber ich habe nun mal ein Zeitungsgefieder und kein Zeitungsfell. Deshalb bin ich eine Zeitungsente und keine Zeitungskatze. Punkt.“

„Klar“, hat der Andreas gesagt, „aber in einem Punkt bist du den Stubentigern eben ähnlich: Du kannst ganz lieb und brav sein. Oder vielleicht müde und satt. Aber wenn du einen Salat siehst, musst du ihn einfach ausprobieren. Weil du die Paula bist. So wie die Stubentiger eben immer auf Mäusejagd gehen.“

„Na gut, äh, das habe ich jetzt einigermaßen verstanden. Aber vorher ging es um Katzen. Jetzt geht es gleich um Tiger. Die sind doch viel gefährlicher! Oje, und auch noch um Stubentiger . . .“

Ich habe mich ganz vorsichtig umgeschaut und dann gemeint: „Gibt es hier in deiner Stube, in deinem Haus, womöglich Tiger? Dann würde ich lieber gleich gehen . . .“

„Nein, du kannst ruhig hier bleiben, Paula“, hat der Andreas gesagt, „hier gibt es keine Tiger. Hier gibt es nicht einmal Stubentiger. Denn Stubentiger ist nur ein lustiger Name für die Katzen. Und zwar für unsere Hauskatzen. Und ich habe ja keine Katze. Aber die kleinen süßen Katzen sind auch mit den gefährlichen großen Tigern verwandt. Tja, und stell’ dir mal vor, du wärst eine Maus: Dann wäre eine normale Hauskatze für dich so gefährlich wie ein Löwe für größere Tiere. Oder für Menschen. Oder für Zeitungsenten. Für die Maus ist die Katze ein Löwe.“

„Ah ja“, habe ich gemeint. „Dann bin ich froh. Ich bin ja keine Maus. Äh, und Löwen gibt’s ja auch keine hier und Tigerviecher und so . . .“

Der Andreas hat dann ganz komisch gegrinst und gemeint: „Na ja, dafür gibt es Tigermücken! Auch hier!“

„Oh weh!“, habe ich gemeint, „und wen frisst die? Ist das eine gigantisch große Mücke? Sodass die für Enten und so ein Tiger ist?“

Der Andreas hat mich aber gleich beruhigt. Er hat gemeint: „Nein, Paula, keine Bange! Bei dem Namen ist das etwas anderes. Die Tigermücke heißt so, weil sie weiß und schwarz gemustert ist. Ein bisschen wie ein Tiger. Ganz ungefährlich ist sie aber nicht. Denn sie kann beim Stechen gefährliche Krankheiten übertragen. Zum Glück gibt es sie hier bei uns noch nicht so oft. Sie lebt mehr in Asien.“

„Uffff“, habe ich gemeint, „da habe ich ja nochmal Glück gehabt! Das mit dem Tiger- und Stubenzeugs hat mir ganz schön Angst gemacht! Gut dass es das alles gar nicht gibt!“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt, „nicht ganz! Stubenfliegen gibt es schon. Aber das sind wirklich ganz harmlose Tierchen. Keine Bange! Das sind halt Fliegen, die es meistens in Häusern gibt! Die stechen nicht einmal!“

Das hat mich natürlich beruhigt. Ich habe aber dennoch mal vorsichtshalber im Haus vom Andreas ganz genau nach irgendwelchen Stubentigerdingsern gesucht – aber ich habe tatsächlich keine gefunden. Eure Paula

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