Paulas Nachrichten

Paula sucht den Frühling

16.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

die Woche war es wieder richtig kalt. Es hat sogar ein bisschen geschneit. Deshalb war ich mit Mütze unterwegs. Der Andreas musste lachen. „He, Paula“, hat er gesagt, „was ist denn mit dir los? Du kannst doch im Frühling nicht mit Winterklamotten rumwatscheln!“

Das fand ich richtig blöd. Letzte Woche hatte er nämlich gesagt: Der Winter kommt zurück. Ich soll meine Winterklamotten wieder auspacken. Und jetzt lacht er mich mit meiner Mütze aus! Deshalb habe ich mal so richtig mit ihm geschimpft. „Was kann ich dafür, wenn’s kalt ist? Dann ist eben doch noch kein Frühling.“

Er wollte mich dann doch beruhigen und hat gemeint: „Ist ja schon gut, meine Lieblingszeitungsente!“

Da habe ich ihn gleich mal unterbrochen. Ich habe geschnattert: „Lieblingszeitungsente? Was soll denn der Quatsch! Du hast doch nur eine! Oder hast du etwa noch mehr Zeitungsenten außer mir und ich weiß nichts davon? Vielleicht eine Rita? Oder eine Helga?“

„Oh, Paula“, hat der Andreas gestöhnt. „Das habe ich doch nur so gesagt. Denn du bist halt mein Liebling. Und wenn es mehr Zeitungsenten gäbe, wärst du meine Lieblingszeitungsente. Aber es gibt natürlich keine anderen Zeitungsenten neben dir!“

Das hat mich beruhigt. Ich habe ihn wieder lieber angeschaut. Deshalb hat er weitergesprochen: „Auch mit dem Schal wollte ich dich nur ein bisschen ärgern. Klar, jetzt ist es einfach wieder kalt. Das kann halt im Frühjahr schon einmal passieren. Da kommt noch einmal richtig kaltes Wetter. Auch wenn schon lange Frühling ist.“

Das habe ich nicht so richtig verstanden: „Ach so, dann ist wirklich schon Frühling? Trotz der Kälte?“

„Ja, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Es ist schon Frühling. Der meteorologische Frühling hat schon am 1. März begonnen.“

Das hat mich erschreckt. Vor Kurzem ist doch in Russland so ein Himmelskörper, so ein Meteor, abgestürzt. „Meteor?“, habe ich geschnattert. „Was hat denn jetzt so ein blöder Meteor mit dem Frühling zu tun? Hat der Frühling mit dem Absturz in Russland angefangen? Das verstehe ich nicht!“

Der Andreas hat geantwortet: „Nein, nein, Paula! Der Frühling hat natürlich nichts mit dem Meteor zu tun. Ich habe dir doch vor Kurzem erklärt: Das Wort Meteor kommt vom alten griechischen Wort ,meteoros‘. Das bedeutet ,in der Luft schwebend‘ oder ,Erscheinung am Himmel‘. So haben die Meteore ihren Namen bekommen. Und das Wort ,Logos‘ wiederum heißt ,Lehre‘ oder ,Wissenschaft‘. So, und dann haben wir also das Wort ,Meteorologie‘. Das ist dann also die Lehre von den Dingen, die am Himmel zu sehen sind. Heute meinen wir damit auch die Wetterkunde.“

„Schön“, habe ich gemeint und in den grauen, kalten Himmel geguckt. „Und wieso soll dann der Frühling meteorologisch schon angefangen haben?“

„Gute Frage“, hat der Andreas geantwortet. „Das haben die Wissenschaftler so festgelegt. Sie haben das Wetter ganz lang beobachtet und die Wetterwerte aufgeschrieben. Und dann haben sie festgestellt: Meistens ist es Anfang März schon wie im Frühling.“

„Brrrr“, habe ich gemeint, „dann ist das aber ein kalter Frühling.“

Der Andreas hat mit dem Kopf genickt. „Das stimmt schon, Paula. Aber weißt du, eigentlich fängt der Frühling ja auch erst am kommenden Mittwoch an!“

Das habe ich nun gar nicht mehr verstanden. Ich habe geschnattert: „Was? Gerade hast du noch gesagt, der Frühling hat schon angefangen. Und jetzt fängt er doch erst nächste Woche an? Wer soll das denn verstehen?“

„Ja, das ist schon komisch. Aber ich kann dir das erklären: Am 1. März war der meteorologische Frühlingsanfang. Das habe ich dir ja schon erklärt. Und nächsten Mittwoch dann ist der astronomische Frühlingsanfang. Die Astronomen sind Wissenschaftler. Die beobachten die Sterne und die Planeten. Und der 20. März ist ein besonderes Datum. Da sind nämlich der Tag und die Nacht gleich lang. Deshalb heißt der Tag auch Tagundnachtgleiche. Die Astronomen sagen: Das ist der Frühlingsanfang. Danach sind die Tage wieder länger als die Nächte. Am 23. September sind sie wieder gleich lang. Da beginnt der Herbst.“

„Ach, daran will ich erst einmal nicht denken. Erst mal soll der Frühling kommen. Aber das mit den Frühlingsanfängen ist mir zu verwirrend. Mein Frühling fängt an, wenn es mir warm ist. Und wenn endlich die Blumen blühen.“

„Mensch, Paula“, hat der Andreas gesagt, „du bist aber eine schlaue Zeitungsente. Du bist ja eine richtige Wissenschaftsente. Es gibt nämlich noch einen dritten Frühlingsanfang. Das ist der phänologische Anfang.“

„Fäno-was? Ist das der Frühlingsanfang für Fans? Für Fußballfans? Also für solche wie dich?“, wollte ich wissen.

Der Andreas musste lachen. „Nein, nein, Paula“, hat er gesagt. „Das Wort heißt p-h-ä-n-o-l-o-g-i-s-c-h. Das kommt vom griechischen Wort Phänomen. Das heißt so viel wie ,Erscheinung‘. Gemeint sind Dinge, die wir wahrnehmen, also zum Beispiel sehen oder fühlen können. Das soll heißen: Wenn wir zum Beispiel bestimmte Blumen sehen, dann ist Frühling.“

„Dann gehe ich jetzt mal eine Blume suchen“, habe ich gesagt, Und stellt euch vor: Ich habe welche gefunden! Eure Paula

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