Paulas Nachrichten

Paula steckt zwischen den Jahren fest

09.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

am Beginn der Woche habe ich den Andreas besucht. Ich wollte mal sehen, was er so treibt. Er war schon wieder in der Redaktion. Also bin ich dorthin gewatschelt. „He, du arbeitest ja schon wieder“, habe ich zu ihm gesagt.

„Natürlich, Paula. Die Zeitung erscheint schließlich auch zwischen den Jahren.“

Das habe ich nicht verstanden. „Zwischen den Jahren?“, habe ich gefragt. „Das neue Jahr hat doch schon längst begonnen. Hast du das noch nicht gemerkt? Eine Zeit zwischen den Jahren gibt es doch gar nicht. Oder meinst du die eine Sekunde an Mitternacht in der Silvesternacht?“

Der Andreas hat gelacht. „Natürlich nicht, Paula! ,Zwischen den Jahren‘ nennt man die Tage zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag am 6. Januar.“

Das hat mir auch nicht weitergeholfen. Ich habe das den Andreas merken lassen. Ich habe ganz ironisch zu ihm gesagt: „Toll, jetzt weiß ich alles!“ Ironisch bedeutet: Man sagt etwas. Aber man meint eigentlich das Gegenteil.

Der Andreas kann mit so etwas gut umgehen. Er hat gesagt: „Kein Problem, Paula. Ich erkläre dir das. Unser Jahr hat ja 365 Tage. Es beginnt am 1. Januar.“

Ich habe ihn ganz frech unterbrochen: „Das weiß ich doch schon lange. Kannst du mir nicht was Neues erzählen?“

Da hat er hat ein bisschen mit mir geschimpft. Er hat ja auch Recht. Man unterbricht niemanden. „Entschuldigung“, habe ich gesagt. „Ich warte ab.“

Also hat er weiter berichtet: „Das mit dem 1. Januar war nicht immer so. Das ist erst seit ungefähr 400 Jahren so. Da hat der Papst Gregor einen neuen Kalender eingeführt.“

„Papst? Schon wieder ein Papst? Das ist doch der Oberchef von den katholischen Pfarrern“, habe ich bemerkt. Ich habe mich nämlich an die Geschichte von Papst Silvester erinnert. Die hat mir der Andreas doch letzte Woche erzählt.

„Was hat denn der Papst mit dem Kalender zu tun?“, wollte ich wissen.

„Das ist ganz einfach. Das Osterfest ist jedes Jahr an einem anderen Datum. Und dieses Datum zu finden war schwer. Da hat der Papst einen neuen Kalender machen lassen. Früher wurde aber in vielen Ländern der 6. Januar als Jahresbeginn gefeiert. Das kam noch von den alten Römern. Und das Jahresende wurde schon an Weihnachten gefeiert. Die Zeit dazwischen war die Zeit zwischen den Jahren.“

Das hat sich ganz schön kompliziert angehört. „Dann war das ja eine richtig gute Aktion von dem Papst Gregor“, habe ich gemeint.

Aber der Andreas sagte: „Tja, aber trotzdem hat das nicht gleich geklappt. In manchen Ländern wollten die Menschen die neuen Kalender vom Papst Gregor nicht. Vor allem die evangelischen Länder. Für die ist der Papst ja nicht der Oberchef. Dann hatte bei den einen schon das neue Jahr angefangen. Und bei den anderen war das alte Jahr noch gar nicht beendet. Auch das hat mit dem Ausdruck ,zwischen den Jahren‘ zu tun.“

Zum Glück lebe ich heute. Da weiß ich, wann ein Jahr endet – und das nächste anfängt. Sonst würde ich noch zwischen den Jahren feststecken! Eure Paula

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