Paulas Nachrichten

Paula sorgt sich um die Äpfel

16.09.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich durch die Stadt zum Andreas gewatschelt. Der Wind hat ganz schön geweht. Der Andreas hat mich begrüßt: „He, Paula, schön dass du da bist! Der Wind hätte dich auch verwehen können. Oder auch deine Buchstaben. Dann hätte man gar nichts mehr auf dir lesen können!“

Ich habe den Andreas angeguckt wie ein Auto. Denn ich habe das nicht verstanden. Aber dann hat er gleich losgelacht. Es war natürlich nur Spaß.

„Der stärkste Wind könnte meine Buchstaben nicht durcheinanderbringen“, habe ich deshalb gesagt.

Der Andreas hat geantwortet: „ Aber er könnte dich wegwehen! Denk mal nur an die Stürme in Amerika!“

„Da hast du recht“, habe ich gesagt. „Die armen Menschen dort! Zum Glück leben wir hier. Bei uns ist das Wetter noch ganz friedlich. Zum Herbst gehört halt so ein starker Wind manchmal!“

Der Andreas hat mit dem Kopf genickt. „Ja, Paula“, hat er gesagt, „aber es ist halt noch gar nicht richtig Herbst. Eigentlich ist ja noch Spätsommer. Aber gut, so ist das halt. Aber so harmlos ist das Wetter bei uns auch nicht immer! Denk mal nur an die Äpfel!“

Ich habe natürlich gerne an die Äpfel gedacht. Dabei ist mir das Wasser im Mund zusammengelaufen. Mjam! So ein leckerer Apfel . . . Ich habe geschnattert: „Genau! Deshalb sind der Herbst und der Spätsommer gut. Da werden Äpfel geerntet. Da ist das Wetter doch nicht böse!“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „wenn du dich da mal nicht täuschst! Da gibt es nämlich in diesem Jahr ein richtig großes Problem: den Frost!“

„Was?“, habe ich geschnattert, „den Frost? Dann ist es doch unter null Grad! Das gibt es doch jetzt im Spätsommer gar nicht. So schlecht ist das Wetter doch auch nicht!“

„Stimmt“, hat der Andreas mir Recht gegeben, „aber im Frühling war es ganz ungewöhnlich zweimal ganz arg kalt! Das war sehr schlecht für die Äpfel.“

Jetzt habe ich den Andreas wieder angeguckt wie ein Auto. Das habe ich nämlich wieder nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Im Frühling? Hä? Das ist doch schon ewig her! Was soll das denn jetzt den Äpfeln ausmachen?“

Der Andreas hat gemeint: „Ah, pass auf, Paula, ich erkläre dir das. Also: Die Apfelbäume blühen erst einmal im Frühling. Dann haben die die wunderschönen Blüten. Tja, und dann kommen die fleißigen Bienen geflogen. Die riechen dann den süßen Duft von dem Nektar der schönen Blüten.“

„Was?“, habe ich dazwischengeschnattert, „vom Neckar? Der soll schön riechen? Na ja, ich mag ihn zwar sehr gerne zum Schwimmen. Aber duften tut der dann auch wieder nicht!“

„Doch nicht vom Neckar, Paula. Hör doch mal richtig zu! Vom Nektar! Das ist der Saft der Blüten. Der riecht süß. So locken die Blüten die Bienen an. Die wollen den Saft dann trinken. Denn der Zucker darin gibt ihnen Kraft. Damit können die auch zum Beispiel fliegen. Dabei bleiben Pollen an ihnen hängen. Das ist ein ganz feiner Staub. Das Wort kommt vom alten Römerwort Pollen. Das heißt übersetzt einfach ,feines Mehl‘ oder ,Mehlstaub‘. Damit fliegen die dann zu einer anderen Blüte an einem anderen Baum. Und mit diesen Pollen bestäuben die die dann. Das heißt: Die Pollen bleiben an der anderen Blüte hängen. Tja, und dann wächst da ein Apfel daraus. Das alles passiert im Frühling.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „und den Bienen war es zu kalt zum Fliegen?“

„Nein“, hat der Andreas geantwortet, „die Blüten sind erfroren! Manchmal waren schon kleine Äpfelchen gewachsen. Viele von denen sind auch erfroren.“

Das fand ich schrecklich. Ich habe dann ganz leise und kleinlaut gemeint: „Oje, dann gibt es gar keine Äpfel in diesem Jahr?“

„Doch“, hat mich der Andreas beruhigt. „Die werden hier bei uns gerade auf den Wiesen geerntet. Aber es gibt eben viel, viel weniger. Das hat mir mein Freund erzählt. Der hat einen Obst- und Gemüseladen in Frickenhausen. Er sagt: Es gibt nur ein Fünftel so viel Äpfel wie sonst. Pass auf, ich gebe dir ein Rechenbeispiel: Also statt zehn Äpfeln gibt es nur zwei. Statt 100 nur 20. Statt 1000 nur 200. Statt . . .“

„Hör auf, hör auf“, habe ich geschnattert. „Das ist ja schrecklich! Und wenn die aufgegessen sind? Das könnte ja ganz schnell gehen . . .“

„Dann kaufen die Händler von woanders nach. Das hat mein Freund gesagt“, hat mir der Andreas berichtet.

„Aber die Äpfel sind dann teurer“, hat der Andreas noch dazu gesagt. „Denn man muss trotzdem die Wiesen mähen und die Bäume schneiden. Auch wenn es weniger Äpfel gibt und die Händler weniger Geld einnehmen. Sonst können die keine Äpfel verkaufen.“

Ich habe kurz überlegt. Dann habe ich gemeint: „Na gut, dann spare ich halt ein bisschen und kaufe mir trotzdem Äpfel.“

Der Andreas fand das gut. Deshalb sind wir erst einmal zu seinem Freund mit den Äpfel gefahren. Mmmmh! Das war lecker! Eure Paula

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