Paulas Nachrichten

Paula schließt eine Keks-Koalition

30.11.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich beim Andreas geklingelt. Zum Glück hat man mir gleich aufgemacht. Es war nämlich sehr, sehr kalt. „Brrrr“, habe ich gemeint. Und dann habe ich sofort an Weihnachten gedacht. Dabei war im Haus noch nichts dekoriert. Keine Engel. Keine Weihnachtsmänner. Keine Sterne. Es ist ja auch noch viel Zeit bis Weihnachten. Trotzdem habe ich daran gedacht. Ich habe mich plötzlich richtig wohlgefühlt.

Da kam mir der Andreas entgegen. Ich habe ihn gleich mal gefragt: „Weißt du, warum ich mich gerade fühle wie an Weihnachten?“

„Natürlich“, hat er gesagt und gelacht. „Schnüffel doch noch einmal richtig! Meine Frau hat schon Weihnachtsplätzchen gebacken. Die Schwaben sagen ,Gutsla‘ dazu.“

„Ach so“, habe ich gemeint. „Aber das habe ich gar nicht bemerkt. Ich bin einfach reingekommen – und ich habe mich gleich gut gefühlt. Und dann habe ich auch gleich an Weihnachten gedacht.“

Der Andreas hat geantwortet: „Tja, liebe Paula, das ist eben dein olfaktorisches Gedächtnis.“

Ich habe ihn angeguckt wie ein Auto. „Äh, Öl?“, habe ich gemeint. „Also nach Öl riecht’s hier aber nicht!“

Der Andreas musste wieder ein bisschen lachen. Dann hat er mir erklärt: „Mit Öl hat das auch nichts zu tun, Paula. Das Wort heißt ,olfaktorisch‘. Mit ,o‘, nicht mit ,ö‘. Das ist ein Wort von den alten Römern. Das bedeutet ,riechen‘.“

Jetzt wollte ich wissen: „Und was hat das mit dem Gedächtnis zu tun? Du erinnerst dich doch nicht mit der Nase. Du erinnerst dich doch mit dem Gehirn!“

Der Andreas hat mir recht gegeben. Zumindest ein bisschen. Er hat gesagt: „Klar erinnerst du dich mit dem Gehirn an etwas. Aber die Nase kann dir dabei helfen. Dabei musst du das gar nicht richtig merken. Es gibt bestimmte Stoffe. Und die nimmst du mit deinem Geruchssinn in der Nase auf. Die Nase leitet das weiter an dein Gehirn. Und dann erinnerst du dich an etwas Bestimmtes. Dieser frische Backduft erinnert dich eben gleich an etwas Schönes. In diesem Fall an Weihnachten.“

„Hm, das stimmt ja wirklich alles! Hier riecht es ja wirklich nach Plätzchen!“, habe ich ganz aufgeregt geschnattert. Dann habe ich gleich nach oben geschaut. Ich wollte sofort in die Küche watscheln und mir ein paar dieser leckeren Teile sichern.

„He, Paula, wo willst du denn so schnell hin? Ich glaube nicht, dass du schon Plätzchen bekommst. Die will meine Frau sicher für die Weihnachtszeit aufheben!“, hat der Andreas gesagt.

Das hat auch sein Sohn gehört. Der war gerade von der Schule heimgekommen. Der hat auch gleich geschnattert, äh, gesagt: „Was? Es gibt Weihnachtsplätzchen? Und wir sollen noch keine essen? Wir sollen noch warten?“

Der Andreas hat gelacht und mit dem Kopf geschüttelt. Er hat gesagt: „Ihr seid ja ganz schön gierig! Vielleicht solltet ihr eine Keks-Koalition bilden. Dann bekommt ihr vielleicht doch gleich welche ab!“

Ich habe geantwortet: „Das Wort habe ich schon gehört. Also das eine Wort. Das steht auch gerade ganz oft in der Zeitung. Aber das hat doch immer was mit Politik zu tun – und nicht mit Keksen oder Weihnachtsplätzchen!“

„Da hast du recht“, hat der Andreas gemeint. „Eine Koalition gibt es in der Politik. Da tun sich dann zwei Parteien zusammen. Dann können sie einen Regierungschef wählen.“

Das habe ich nicht verstanden. „Wählen?“, habe ich gemeint, „die Wahlen waren doch schon vor ein paar Monaten! Wer wählt denn jetzt schon wieder?“

Der Andreas hat mit das auch erklärt: „Das stimmt. Die Menschen in Deutschland haben schon gewählt. Sie haben ihr Parlament gewählt. Das ist die Versammlung von Politikern. Die sollen über das Land bestimmen. Und diese gewählten Politiker müssen jetzt wieder den Chef von der Regierung wählen. Und weil eine Partei dazu nicht genug gewählte Politiker hat, müssen die sich mit den gewählten Politikern einer anderen Partei zusammenschließen. Das nennt man dann Koalition. Das kommt nämlich vom Römerwort ,colligatio‘. Das bedeutet so viel wie ,Vereinigung‘ oder ,Zusammenschluss‘.“

„Ah, jetzt verstehe ich!“, habe ich geschnattert. „Wir sollen uns also zusammenschließen. Dann sind wir die Regierungschefs und bestimmen über die Weihnachtsplätzchen! Gute Idee!“

In dem Moment hat der Andreas ganz komisch an mir vorbeigeguckt. Ich habe mich umgedreht. Da stand dann seine Frau. . . Ich bin ein bisschen rot geworden. Aber sie hat gleich ganz lieb gesagt: „So ist das also, ihr Regierungschefs! Na ja, dann will euch der Plätzchen-Chef mal etwas zum Probieren geben!“

Das war toll. Und die Plätzchen haben lecker geschmeckt. Auch wenn noch nicht Weihnachten ist! Eure Paula

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