Paulas Nachrichten

Paula schimpft mit dem Wettergott

18.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas in die Redaktion watscheln. Ich war schon fast da. Aber dann kam plötzlich wieder einmal der große Regen. Ich war ganz schnell total nass. Darüber habe ich mich sehr geärgert.

Der Andreas musste lachen. Er hat gesagt: „Mensch, äh, Ente Paula! Du bist ja pudelnass! Oder entennass?“

„Genau“, habe ich geantwortet, „ich bin nass wie eine Ente. Denn ich bin eine Ente! Und kein Pudel!“

„Sag’ ich doch“, hat der Andreas gesagt. „Aber es heißt schon ,pudelnass‘.“

„Warum denn das?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat mir das erklärt: „Es gibt Erklärungen dafür. Eine geht so: In manchen Gegenden hat man früher ,pudeln‘ dazu gesagt, wenn jemand im Wasser gespielt hat. Und dann hat man den Hund so genannt. Denn der war auch oft im Wasser. Dann sah er halt immer lustig aus mit seinem nassen Fell. Der war im Wasser, denn er musste den Menschen bei der Jagd helfen.“

„Echt?“, habe ich geschnattert. „Und was haben die gejagt?“

Der Andreas hat dann ein bisschen zu stottern angefangen. „Äh, na ja, weißt du, Paula, na, äh, also, die haben Wasservögel gejagt. Und der Hund hat die dann dem Jäger gebracht.“

„Wasservögel? Äh, du meinst, Vögel im Wasser? So Vögel, die gerne im Wasser sind? So Vögel wie die Enten? Wie ich?“

„Na ja, also auf Zeitungsenten hat noch keiner Jagd gemacht!“, hat mich der Andreas beruhigt.

„Die Pudel sollen nur aufpassen. Und die Jäger auch. Ich kann die ja mal in den Popo kneifen und dann . . .“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat mein rundes Entenköpflein getätschelt und gemeint: „Ist ja schon gut, Paula! Die Pudel gehen heutzutage nicht mehr auf Jagd!“

Ich habe aber weiter ganz grätig geguckt. Der Andreas hat das gemerkt und gemeint: „Ah, ich verstehe! Wahrscheinlich bist du heute sowieso schlecht gelaunt! Du zürnst dem Wettergott, gell!“

Ich habe geschnattert: „Schnüren? Ich soll den Wettergott verschnüren? Ist der ein Paket? Dann kann ich ihn ja auf den Mond schicken. Dann regnet es dort und hier bei uns nicht mehr!“

Der Andreas hat die Augenbrauen nach oben gezogen und mit den Augen ganz arg nach oben geguckt. Er sah ein bisschen genervt aus. Dann hat er gesagt: „Aber Paula! Ich habe doch nicht ,schnüren‘ gesagt! Ich habe gesagt: ,gezürnt‘! Mit ,zürnen‘ meint man: Man ist sauer mit jemanden. Man schimpft mit jemandem. Also du könntest mit dem Wettergott sauer sein und schimpfen. Denn du bist ja gerade nass geworden und wolltest eigentlich trocken zu mir!“

„Genau!“, habe ich weitergeschnatter, „aber das mit dem Wettergott ist komisch! Gibt es den überhaupt? Wer soll das denn sein?“

Der Andreas hat jetzt ganz lieb gelächelt und gesagt: „Du hast schon recht. Einen Wettergott gibt es nicht. Aber die Menschen sind halt oft sauer wegen dem Wetter. Zum Beispiel jetzt. Denn der Sommer ist total verregnet. Da wollen sie mit irgendjemandem schimpfen. Und dann schimpft man auf den Wettergott!“

„Die Menschen sind echt komisch“, habe ich gemeint, „Man schimpft auf den Wettergott. Dabei weiß doch jeder: Den gibt es gar nicht!“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt, „heute weiß man das schon. Aber vor vielen, hundert Jahren, sogar vor tausenden Jahren, haben die Menschen das nicht gewusst. Die wollten sich die Welt erklären. Da haben sie sich für verschiedene Dinge Götter einfallen lassen. Und ein Gott von denen hat eben das Wetter gemacht, haben sie sich gedacht.“

„Ah“, habe ich gemeint, „waren das deine alten Römer?“

Der Andreas musste lächeln. Dann hat er gesagt: „Die auch! Aber bei vielen anderen Völkern war das auch so! Für die war das Wetter ja noch viel wichtiger! Die brauchten Regen und Sonne für ihre Nahrung, die auf den Feldern gewachsen ist. Und sie konnten sich vor schlechtem Wetter noch viel weniger schützen als wir. Deshalb hatten sie viel Angst. Und dann konnten sie zum Wettergott beten.“

„Und die Christen?“, wollte ich wissen, „die Christen beten doch nur zu einem Gott! Reden die dann nicht vom Wettergott?“

„Das hast du gut beobachtet, Paula“, hat mich der Andreas gelobt. Und er hat mir erklärt: „Heute schimpfen ja alle nur so im Spaß auf den Wettergott, klar. Auch die Christen. Die stellen sich oft den Petrus als so etwas wie einen Wettergott vor. Der war ein wichtiger Freund von Jesus. Und in alten Geschichten hat der den Schlüssel für den Himmel. Da kann man sich ja auch einfach vorstellen: Der guckt nach dem Wetter!“

„Na klar“, habe ich gemeint, „da stellt man sich vor: Der schließt mit seinem Schlüssel den Himmel auf und dann kommt das ganze Wasser raus! Na ja, auf jeden Fall hat der Wasser-, äh, der Wettergott Glück, dass es ihn nicht gibt! Sonst würde er Ärger mit mir bekommen!“ Eure Paula

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