Paulas Nachrichten

Paula passt auf die neue Sparente auf

27.05.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich durch die Stadt gewatschelt. Da bin ich dem Andreas begegnet. Er hat mich begrüßt und gesagt: „He, Paula, grüß dich! Was machst du denn? Kommst du mit in unser Stadtbüro? Da kannst du dir die Sparschweine angucken!“

„Ah“, habe ich gesagt, „sind das die von den Kindern? Die Grundschüler basteln die doch immer im Projekt!“

„Genau“, hat der Andreas gesagt. „Und dieses Jahr gibt es auch ganz tolle Sparschweine! Das eine sieht aus wie du!“

Das war voll die fiese Beleidigung. Ich habe gleich losgeschnattert: „Was? Ich glaube du spinnst! Ich bin doch kein Schwein! Ich kneife dich gleich in deinen Po mit meinem Schnabel! Wart nur! Ich bin kein Schwein! Auch kein Sparschwein! Ich bin eine Ente! Eine Zeitungsente! Merk dir das mal endlich! Sonst . . .“

Der Andreas hat ganz große Augen gemacht. Denn ich war wirklich fürchterlich wütend. Er hat gesagt: „Halt! Halt! Halt, liebe Paula! Bevor du mich wirklich mit deinem Schnabel grün und blau zwickst! Das habe ich gar nicht böse gemeint! Wirklich! Ehrenwort! Natürlich bist du kein Schwein! Du biste eine Zeitungsente! Klar! Komm’ einfach mit! Ich zeige dir was! Dann wirst du mich verstehen!“

Ich war zwar immer noch grätig. Aber der Andreas hat ganz ernst und ehrlich geklungen. Also bin ich einfach mal mit ihm mitgewatschelt. Wir sind rein in unser Stadtbüro. Unsere Kolleginnen haben uns ganz lieb begrüßt. Sie freuen sich immer über einen Besuch von mir. Eine Kollegin hat zu mir gesagt: „Guck mal auf den Stuhl da drüben, Paula!“

Das habe ich gemacht. Und da saß tatsächlich eine große Figur von mir aus Zeitungspapier. Die sah aus wie das kleine Bild von mir, das immer in der Zeitung ist. Das hatte ein lieber Kollege vom Andreas gezeichnet. Diese Zeitungspapier-Paula hatte eine tolle Torte vor sich stehen mit zehn Kerzen. Ich hatte ja dieses Jahr zehnten Geburtstag!

„Na Paula, habe ich dir zu viel versprochen?“, hat mich der Andreas lächelnd gefragt. Und er hat gesagt: „Schau’ mal: In der Torte ist ein Schlitz! Da kann man Geld reinwerfen. Deshalb ist das ein Sparschwein, äh, eine Spardose – na ja, oder eine Sparente!“

Da musste ich auch lachen. Ich habe gesagt: „Die ist echt toll, die Sparzeitungsente Paula! Enten sind sowieso viel schöner! Warum gibt es denn eigentlich so viele Sparschweine?“

Der Andreas hat kurz überlegt und dann geantwortet: „Tja, ein Schwein war früher für die Menschen sehr wertvoll. Deshalb wurde das Schwein zum Glückstier. Aber es gibt auch eine andere Erklärung: In England gab es früher einen ganz einfachen, billigen Ton. Der hieß ,pig‘. Daraus hat man auch Spardosen gemacht. Denn die hat man ja wieder zerdeppert. Sonst wäre man nicht mehr an das Geld gekommen. Eine Spardose hieß dann deshalb ,piggy bank‘. Aber ,pig‘ heißt auf englische eben auch Schwein. Und so ist aus dem Wort für das Material der Spardose gleichmal die Form der Spardose geworden: Ein Schwein!“

„Na ja, die Dosen werden echt oft zerdeppert. Da bin ich froh, dass es nicht so viele Sparenten gibt! Aber die hier finde ich toll. Und die wird auch nicht zerdeppert! Darauf passe ich sehr gut auf. Das verspreche ich!“ Eure Paula

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