Paulas Nachrichten

Paula möchte einen Totempfahl mit Ente

17.09.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

vor ein paar Tagen bin ich wieder mal zum Andreas nach Hause gewatschelt. Er ist ja jetzt wieder vom Urlaub da. Und ich hatte noch gar kein Geschenk bekommen. Er bringt mir nämlich immer was von seinen Reisen mit.

Ich habe ihn begrüßt. Dann habe ich mal so ganz harmlos gemeint: „Du, äh, sag’ mal, die Sachen sind ganz schön teuer in Kanada, oder?“

Der Andreas hat kurz überlegt. Danach hat er geantwortet: „Ja, schon teurer als hier. Aber es geht eigentlich, Paula.“

„Ah so“, habe ich bloß gemeint. Dann habe ich es nochmal probiert: „Hm, aber du hast sicher nichts eingekauft. Du hättest das ja auch alles in den Koffer fürs Flugzeug kriegen müssen . . .“

Da hat der Andreas mich ganz komisch von der Seite angeguckt. Und plötzlich hat er ganz lieb gelächelt und ist aufgeregt losgewatschelt, äh, losgegangen. Dabei hat er gesagt: „Mensch, äh, Ente, Paula! Ich habe dir doch was Kleines mitgebracht! Wart’ mal!“

Dann hat er mir eine kleine Figur hingestellt. Die bestand aus lustigen kleinen Tieren oder so. Das eine hat Flügel gehabt und saß auf dem anderen drauf.

„He“, habe ich gemeint, „ein kanadisches Kuscheltier! Das ist aber süß! Danke!“

Der Andreas musste lachen. Er hat gesagt: „Bitte, Paula! Das habe ich dir gerne mitgebracht! Aber ein kanadisches Kuscheltier ist das nicht. Das ist das Abbild eines Totempfahls!“

„Was?“, habe ich geschnattert, „ein Totenpfahl? Die Kuscheltiere sind tot?“

„Aber nein“, hat der Andreas jetzt ein bisschen genervt geantwortet, „die sind nicht tot. Und die sind auch keine Kuscheltiere. Das ist auch kein Toten-, sondern ein Totempfahl. Mit einem ,m‘ am Schluss. Solche Pfähle stehen im Westen Kanadas oft rum. Dort war ich doch unterwegs. Die sind aber in echt viel, viel größer. Die werden manchmal so hoch wie ein Haus. Die Indianer haben sich solche geschnitzt und dort vor ihre Häuser gestellt.“

„Vor ihre Häuser?“, habe ich geschnattert, „wohnen die Indianer nicht immer in Zelten?“

„Ah, das glauben viele, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Das gab es natürlich auch. Aber die Stämme mit dem Zelt waren Nomaden.“

Das habe ich nicht verstanden. Ich habe gefragt: „Maden? Oder Tomaten? Haben die nur Tomaten angebaut?“

„Aber Paula, putz’ dir mal die Ohren und höre mir genau zu“, hat der Andreas geschimpft. „Ich habe gesagt: N-o-m-a-d-e-n. Das sind Stämme, die durch die Gegend ziehen. Manche folgen immer dem Wild. Denn das brauchen sie zum Leben. Zum Beispiel den großen Bisonherden. Das haben die Indianer im Süden von Nordamerika oft so gemacht. Oben im Nordwesten waren die keine Nomaden. Die haben meistens in Dörfern gewohnt. Die haben sie an Seen, an Flüsse oder ans Meer gebaut. Dort konnten sie sich gut ernähren. Zum Beispiel von den Fischen. Deshalb sind sie immer dort geblieben und nicht weggezogen.“

„Ah, und deshalb haben sie sich so komische Pfähle vor die Häuser gebaut? Mit Tieren drauf? Haben die Tiere gemocht? Oder haben die nur gern die Tiere gegessen?“, habe ich gefragt.

„Oh“, hat der Andreas gesagt, „das sind ja gleich ein paar Fragen auf einmal. Also, dann pass’ mal auf, Paula: Totem ist ein altes Indianerwort für ,Familie‘ oder ,Gruppe‘. Oder auch für ,Clan‘. Ein Clan ist eine ganz große Familie. Ja, und da hast du recht: Die haben sich die Pfähle vor ihre Häuser gestellt, damit jeder weiß, welcher Clan da wohnt. Hm, und die Tiere . . . Sie haben die nicht nur gern gegessen. Sie haben die Tiere auch sehr mögen und bewundert. Die Tiere können ja viele Sachen ganz toll. Der Adler auf deinem kleinen Pfahl zum Beispiel kann super fliegen und gucken. Deshalb ist er ein hervorragender Jäger. Zum Beispiel von Fischen. Die Indianer fühlten sich deshalb verbunden mit dem Tier. Und der Totem davon war dann so etwas wie der Beschützer und der Helfer des Clans. Und manchmal haben sie sich das Tier auch als Ober-Papa oder Ober-Mama von ihrem Clan vorgestellt.

Tja, und manchmal hat so ein Totempfahl auch eine Geschichte von der Familie erzählt. So ein bisschen wie ein Comic oder eine Bildergeschichte ohne Worte.“

Das fand ich sehr interessant. Dann habe ich gemeint: „Eigentlich solltest du dir vor dein Haus auch so einen geschnitzten Pfahl stellen. Mit einem Tier darauf.“

Der Andreas musste lächeln. Und dann hat er gesagt: „Ah, ja, Paula, und was für ein Tier sollte das sein? Doch nicht etwas eine Zeitungsente?“

Ich habe dann auch grinsen müssen und ich bin ein bisschen rot geworden. Und dann hat mich der Andreas in den Arm genommen und wir haben zusammen gelacht. Eure Paula

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