Paulas Nachrichten

Paula mag Nonnenfürzla und Paulablumen

26.09.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in der letzten Woche habe ich den Andreas in der Redaktion besucht. Ich sagte „Hallo“ zu ihm. Aber er hat mir erst einmal gar nicht geantwortet. Er hat nämlich den Mund voll gehabt. Das hat mir gar nicht gepasst. Denn ich esse ja auch sehr gerne.

Ich habe ihn gleich mal angeschnattert: „He, hast du denn schon wieder ohne mich etwas Leckeres gegessen? Und jetzt ist schon wieder alles weg?“

Der Andreas hat dann noch zweimal geschluckt. Dann hat er gesagt: „Ah, hallo, liebe Paula. So, jetzt habe ich alles runtergegessen! Warum bist du denn immer so ein Futterneider? Du brauchst doch gar nicht sauer sein! In der Küche hat es noch ein paar Nonnenfürzla!“

Ich habe den Andreas angeguckt wie ein Auto. Das Wort habe ich gar nicht gekannt. Und ich habe es auch gar nicht richtig verstanden. Ich habe geschnattert: „Was? Neunmalwasfürwas? Was soll denn das sein? Schmeckt das?“

„Das schmeckt sogar sehr gut!“, hat der Andreas geantwortet. „Aber das ist kein   Neunmalwasfürwas   –   das   sind N-o-n-n-e-n-f-ü-r-z-l-a. Man kann auch sagen: Nonnenfürzchen.“

Ich habe den Andreas weiter angeguckt wie ein Auto. „Hä?“, habe ich gesagt.

„Mensch, Paula“, hat der Andreas gemeint, „das Wort besteht aus den Wörtern ,Nonne‘ und ,Fürzchen‘. Eine Nonne lebt in einem Kloster. Und ein Fürzchen ist, naja, ein Fürzchen ist eben ein kleiner Pups. Der kommt halt manchmal bei Mensch und Tier hinten raus. Das weißt du doch.“

„Das weiß ich natürlich“, habe ich geschnattert. „Aber . . .“

Der Andreas hat mich gar nicht ausreden lassen. Er hat gesagt: „Ich weiß schon, was du sagen willst, Paula. Aber jetzt gehe doch erst einmal in die Küche und schau’ dir die Nonnenfürzchen an. Da liegt noch beinahe ein ganzer Karton voll davon herum!“

Ich habe dann lieber nichts mehr gesagt. Aber gedacht habe ich mir schon noch etwas . . . Pupsen muss jeder mal. Manchmal auch öfter. Das ist jetzt nicht so schlimm. Aber das kann ja schon komisch riechen. Warum nennt man dann etwas zu essen danach? Naja, habe ich mir überlegt, vielleicht riecht ja das Essen da in der Küche auch komisch.

Ich bin also mal in die Küche gewatschelt. Die Dinger waren so lustige Bällchen. Die haben aber richtig gut gerochen. Tja, und sie haben auch richtig gut geschmeckt. Ich musste sie nämlich unbedingt probieren. Nicht, dass ich jetzt so gierig auf Essen wäre. Aber als Zeitungsente bin ich eben richtig neugierig auf Neues. Naja, vielleicht schwindele ich jetzt auch ein bisschen . . .

Auf jeden Fall haben die Nonnenfürzchen gut geschmeckt. Ich bin dann zum Andreas gewatschelt. Ich musste ihn gar nichts fragen. Er hat meine Fragen aus meinen runden Entenäuglein abgelesen und gemeint: „Also, ich erkläre dir das mit den Nonnenfürzchen. Zuerst einmal die Nonnen. Das sind Frauen. Und die leben im Kloster. Ein Kloster ist so etwas wie ein kleines Dorf um eine Kirche drumrum. Das Wort ,Kloster‘ kommt vom alten Römerwort ,claustrum‘. Das heißt so viel wie ,verschlossener Ort‘. Die Menschen dort wollen nämlich nur für Gott und für die Menschen leben. Sie beten sehr viel. Und sie heiraten nicht. Denn sie schwören nur Gott und ihren Klosterchefs Treue. Solche Klostermänner heißen Mönche. Das kommt vom griechischen Wort ,monos‘. Und das heißt ,allein‘. Sie heiraten ja nicht. Und die Klosterfrauen heißen eben Nonnen. Das ist die weibliche Form vom Römerwort ,nonnus‘. Das heißt auch Mönch.“

Das fand ich ja wieder einmal sehr interessant. Aber eigentlich wollte ich ja was über das leckere Essen wissen. Ich habe das dem Andreas gesagt. Der hat geantwortet: „Dazu gibt es eine kleine Geschichte: Eine junge Nonne hat die lustigen, leckeren Teigbällchen gebacken. Ein Bischof ist ein Chefpfarrer. Und der hat das Kloster besucht und sich die Küche angeschaut. Er kommt rein in die Küche, wo die Nonne gerade bäckt. Und genau in dem Moment zischt der Teig ganz komisch. Das hat sich wie ein Pups angehört. Die Nonne hat sich geschämt und ist ganz rot geworden. Aber der Bischof musste lachen und hat die leckeren Teigbällchen einfach Nonnenfürzchen genannt.“

„Ah ja“, wollte ich wissen, „und wer hat eure Nonnenfürzchen gebacken?“

„Tja“, hat der Andreas gemeint, „die backen natürlich jetzt auch ganz normale Bäcker. Mein Kollege hat ein Buch über Klöster geschrieben. Das hat er verschiedenen Menschen vorgestellt. Dazu hat es passend Nonnenfürzchen gegeben.“

Das fand ich toll. Und ich habe mir etwas überlegt. Ich habe gesagt: „Duuu, Andreas, vielleicht machen wir ja wieder einmal ein Buch mit meinen Geschichten. Dann gibt es zur Vorstellung davon auch etwas Leckeres zu essen!“

Der Andreas hat ganz frech gemeint: „Echt? Was denn? Paulafürzla?“

Am liebsten hätte ich ihn mit meinem kräftigen, orangenen Schnabel in den Popo gezwickt. Aber ich habe nur geschnattert: „Nein. Es gibt Salat. Und den nennen wir dann natürlich Paulablumen!“ Eure Paula

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