Paulas Nachrichten

Paula mag grüne Sonnenbrillen

10.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Anfang der Woche war es ja noch so richtig heiß. Da mag ich auch immer wieder mal zwischendrin Schatten. Ich bin in dieser Woche mal zum Andreas nach Hause gekommen. Der hat ja so ein schönes Sofa im Schatten. Darauf habe ich mich eigentlich gefreut. Der Andreas hat auch noch zu mir gesagt: „Komm’, Paula, wir genehmigen uns ein Eis!“

Das fand ich toll. Ich habe es mir gleich auf dem Sofa bequem gemacht. Das Eis ist aber einfach an mir vorbei marschiert. Naja, der Andreas ist mit dem Eis in der Hand einfach an mir vorbei marschiert, raus auf die Terrasse. „Tja, das Eis gibt’s nur draußen. Zieh’ doch einfach eine Sonnenbrille an, Paula!“

Das fand ich komisch. Ich habe zurückgeschnattert: „Eine Brille für die Sonne? Dann sehe ich die ja noch besser. Dann ist sie noch heller und greller!“

Der Andreas musste lachen: „Nein, nein, das Gegenteil stimmt. Eine Sonnenbrille schützt dich vor dem Sonnenlicht!“

„Ach so, ich habe gedacht, mit einer Brille soll man immer besser sehen. Aber jetzt trägst du also eine Brille, um schlechter zu sehen“, habe ich gemeint.

Der Andreas hat wieder mit dem Kopf geschüttelt: „Das stimmt ja auch wieder nicht, Paula. Mit einer Brille soll man schon besser sehen. Aber eine Brille kann dich auch schützen. Zum Beispiel vor dem grellen Sonnenlicht. Deshalb hat so eine Sonnenbrille dunkle Gläser. Sie lässt deshalb weniger Licht durch. Dann wird man auch nicht geblendet. Alles ist dann zwar dunkler. Aber man sieht trotzdem besser.“

„Dann ist ja so eine Sonnenbrille richtig toll. Ich habe gedacht, die tragen nur Angeber“, habe ich gesagt.

Der Andreas hat geantwortet: „Nein, nein, Paula. Das täuscht. Natürlich tragen viele auch Sonnenbrillen, weil sie sie mögen. Sie meinen, dass das gut aussieht. Aber Sonnenbrillen sind schon wichtig. Gerade auch wegen dem unsichtbaren Licht. Das ist gefährlich.“

Jetzt habe ich den Andreas wieder angeschaut wie ein Auto. Ich habe gesagt: „Willst du mich veräppeln? Unsichtbares Licht? Licht, das man nicht sieht? Wie soll das denn gehen?“

„Hm“, hat der Andreas überlegt. „Das ist gar nicht so einfach zu erklären. Ich will es mal versuchen: Du musst dir das Licht wie einen Strahl vorstellen. Und der Strahl breitet sich aus wie das Wasser, das Wellen aufwirft. Das Licht jeder Farbe hat verschiedene Wellenlängen. Das ist wie im Wasser: Die Wellenberge haben ja auch immer einen bestimmten Abstand voneinander. Das weiße Licht kann man mit einem Prisma auch zerlegen. So ein Prisma ist so ein Glasdreieck. Wir sagen: Das Licht wird gebrochen. Es scheint in das Prisma weiß rein, und hinten kommen dann verschiedene Farben raus. Das ist das Licht, das wir sehen können. Das hängt von der Wellenlänge ab. Dann gibt’s aber noch Licht mit kürzerer Wellenlänge. Das können wir nicht sehen. Und das ist dann das sogenannte Ultraviolette Licht. Violett können wir nämlich gerade noch sehen. Ultra ist ein Römerwort. Das heißt soviel wie ,jenseit‘. Das ist also das ,Licht jenseits von Violett‘. Dieses Licht können wir aber nicht mehr sehen. Es kann aber unsere Augen schädigen. Gute Sonnenbrillen filtern das ultraviolette Licht heraus und schützen unsere Augen so.“

Das fand ich alles toll. Also habe ich den Andreas gefragt: „Du, kann ich mir mal deine Sonnenbrille ausleihen?“

Er hat ganz komisch gelächelt. Gesagt hat er aber: „Gerne doch, Paula!“

Ich habe mir seine Sonnenbrille aufgesetzt – und alles ganz verschwommen gesehen: „Das ist ja blöd! Jetzt sind meine Augen geschützt. Aber ich sehe gar nichts mehr richtig.“

Der Andreas hat weiter gelacht und gemeint: „Das war ja klar, Paula. Meine Sonnenbrille ist ja auch noch besonders geschliffen. Ich brauche ja auch so eine Brille, weil ich schlecht sehe. Bei einer Brille wird das Glas besonders geschliffen. Dann wird das Licht anders gebrochen. Und ich kann so besser sehen. Das geht natürlich auch mit dunklen Sonnenbrillen. Aber warte, ich hole dir eine schicke Sonnenbrille von meiner Frau. Die sieht einfach nur gut aus und schützt vor grellem Licht und UV-Licht. Die verändert aber das Sehen ansonsten gar nicht.“

Ich habe mir die Brille aufgesetzt. Das war wirklich gut. Ich konnte in Ruhe mein Eis essen. „Du siehst auch gut aus mit der Brille“, hat der Andreas gesagt. Und ich habe gemeint: „Tja, das ist schon was tolles, so eine Brille. Wer hat die Brillen eigentlich erfunden? Kennst du den Typ?“

Der Andreas hat überlegt. Dann hat er gemeint: „Nein, einen einzelnen Erfinder gibt’s nicht. Schon die alten Ägypter und die Griechen haben sich Steine vors Auge gehalten, um besser zu sehen.“

Das habe ich nicht verstanden. „Steine?“, habe ich gefragt, „da sieht man doch nichts durch!“

„Doch nicht solche Steine, Paula“, hat der Andreas geantwortet, „das waren Edelsteine. Deshalb heißt die Brille auch Brille. Das kommt vom Wort Beryll. Das ist ein schöner, durchsichtiger Kristall. Durch den hat man in der Ritterzeit durchgeguckt. Da ist man dann in Italien auf die Idee gekommen, solche Steine besonders zu schleifen und sie sich mit einem Gestell auf die Nase zu setzen. Der Römerkaiser Nero wiederum hat viel früher durch grüne Smaragde durchgeguckt. Die waren aber nur zum Schutz vor dem Sonnenlicht da. Nicht als Sehhilfe.“

Da hat mir die Sonnenbrille von Andreas seiner Frau noch besser gefallen. Ich habe gemeint: „Tja, so schlau sind eben nur Kaiser und Zeitungsenten.“

Darüber mussten wir beide so richtig lachen. Eure Paula

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