Paulas Nachrichten

Paula mag die Wölfin einfach nicht

26.04.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich in der Stadt herumgewatschelt. Endlich habe ich mal den Andreas wieder getroffen. Der war nämlich an Ostern nicht zu Hause gewesen. Nicht einmal Ostereier habe ich bei ihm im Garten suchen können. Er war nämlich wieder einmal verreist. „He, wo warst du denn schon wieder?“, habe ich ihn gleich gefragt.

Er hat gestrahlt und gemeint: „Wo ich war? In der Ewigen Stadt war ich!“

„Was? Du warst ewig in der Stadt? Kein Wunder! Deshalb konnte ich bei dir im Garten keine Eier suchen! Aber . . . hm, in der Stadt war ich oft unterwegs. Aber da habe ich dich nirgends gesehen!“, habe ich geantwortet.

Der Andreas hat mich erst einmal angeschaut wie ein Auto. Dann hat er mich aber verstanden und gesagt: „Aber Paula! Ich war doch nicht ewig in unserer Stadt! Ich war in der Ewigen Stadt! So sagt man auch zur italienischen Hauptstadt Rom! Die Stadt gab’s nämlich schon vor fast dreitausend Jahren. Die Römer waren sehr mächtig. Darum haben sie sich gedacht: ,Unsere Stadt geht nie unter. Die ist ewig.‘ Ein römischer Dichter namens Vergil hat damals die Geschichte von Rom aufgeschrieben. In seinem Buch lässt er den obersten Römergott Jupiter sagen: ,Eure Stadt ist ewig.‘ Tatsächlich gibt es Rom ja heute immer noch. Und man kann ja auch noch viele alte Gebäude angucken. Die sind manchmal 2000 Jahre alt. Oder älter.“

Und wieder haben seine Augen ganz glücklich geglänzt. Der Andreas erzählt ja oft von den alten Römern. Vor allem, wenn er mir etwas erklärt. Viele unserer Wörter und Sachen kommen ja von den Römern. Der mag die sehr.

Ich habe ein bisschen überlegen müssen. Dann ist mir etwas eingefallen. ich habe gesagt: „Hm, aber dann sind ja nicht nur ihre alten Steine ewig. Auch ihre Wörter.“

Jetzt hat der Andreas noch mehr gestrahlt: „Du bist aber eine schlaue Zeitungsente, Paula! Das hast du dir sehr gut überlegt. Die alten Wörter kann man sich gut zu Hause angucken. Aber die alten Steine mal direkt zu sehen, das ist schon toll.“

Da habe ich dann doch ein bisschen komisch geguckt. Ich habe gesagt: „Hm, und deine Familie hat mit dir ein paar Tage lang alte Steine angucken müssen? Da seid ihr bestimmt immer ewig rumgewatschelt in der Ewigen Stadt.“

„Ja, wir waren schon viel unterwegs. Aber weißt du, Paula, dort gibt’s nicht nur alte Steine. Da gibt’s auch einiges von der Tierwelt zu lernen“, hat er spitzbübisch lächelnd gesagt. Ich fand das interessant. Ich mag ja Tiere sehr. Der Andreas weiß das. Deshalb habe ich gesagt: „Echt? Welche Tiere gibt’s denn da?“

Der Andreas hat gemeint: „Och, Wölfe zum Beispiel.“

Das hat mich erschreckt. Ich habe geschnattert: „Was? Da laufen Wölfe herum? Die sind doch gefährlich!“

Der Andreas musste lachen. Er hat gesagt: „Na ja, die laufen da nicht direkt herum. Man sieht halt viele Bilder und Figuren von ihnen. Komm, ich zeige dir ein Bild von einer Wölfin!“

Wir sind in die Redaktion gegangen. Dort hat er mir ein Bild von einer Wolf-Figur aus Rom gezeigt. Die Wölfin sah echt gefährlich aus. Sie war ganz schwarz. Aber unter ihr sind direkt zwei Menschenbabys gesessen. Und die haben sich von der Wölfin Milch geben lassen! Wie von einer Mutter!

Ich habe geschnattert: „Die spinnen doch, deine alten Römer! Die können doch nicht Babys zu Wölfinnen geben!“

Der Andreas musste lachen. Er hat gesagt: „Na gut, Paula! Das ist ja auch nur eine Sage, ein altes Märchen. Die zwei Babys sind der Romulus und der Remus. Die alten Römer haben sich mit diesem Märchen ihre Geschichte vorgestellt. In der Geschichte wurden die Babys von ihrem bösen Onkel in der Wildnis ausgesetzt. Die Wölfin hat sie gefunden. Sie hat sie aber nicht gefressen. Sie hat sie gesäugt und sich um sie gekümmert wie eine Mama. Und als die Zwillinge groß waren, haben sie Rom gegründet. Vom Namen Romulus soll auch der Namen Rom kommen Deshalb ist die Wölfin heute noch ein Zeichen von Rom. Sie gehört zum Kriegsgott Mars. Die Römer haben nämlich viele Kriege geführt. Und sie steht für die Ewigkeit.“

„Ah ja“, habe ich gemeint. Die Geschichte war ja interessant. Aber so richtig mögen konnte ich die Wölfin trotzdem nicht. Der Andreas hat gemeint: „Also, in den römischen Geschichten spielen auch die Gänse eine wichtige Rolle. Vor über zweitausend Jahren kamen Feinde aus Gallien nach Rom. Die wollten die Stadt erobern. Sie wollten sie heimlich nachts überfallen. Die Wächter haben gepennt. Aber im Tempel der Göttin Juno haben Gänse gewohnt. Die haben die Römer gerettet. Sie haben nämlich die Feinde bemerkt und losgeschnattert. Beinahe so wie du, wenn ich dich mal ärgere.“

Die Geschichte hat mir besser gefallen. Die Gänse sind eben fast so schlau wie wir Enten! Eure Paula

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