Paulas Nachrichten

Paula mag die Malle-Qualle nicht

26.05.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

diese Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Er war nämlich zuletzt verreist. Das macht er ja gerne. Er hat mich begrüßt. Ich habe geschnattert: „He, schön dass du wieder da bist! Warst du baden im Urlaub?“

„Nein, Paula, ich war auf der Insel Mallorca“, hat der Andreas geantwortet.

Das habe ich nicht so ganz verstanden. Also habe ich gesagt: „Du warst auf einer Insel und du warst nicht baden?“

„Nein“, hat er gemeint, „und bevor du fragst: Ich war auch nicht am Ballermann.“

„Am Ballermann? Das kenne ich ja gar nicht. Das hört sich gefährlich an! Oder geht’s da um Fußball? Ist das ein Fußballermann? Warum warst du dann nicht dort? Du liebst doch Fußball!“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Nein, Paula. Da geht’s nicht um Fußball. Der Ballermann ist eine kleine Strandkneipe. Die heißt auf Spanisch Balneario. Das heißt übersetzt so viel wie ,Badeort‘ oder ,Heilbad‘. Die deutschen Touristen feiern dort gerne. Und aus Balneario haben sie dann das Spaßwort Ballermann gemacht. Genauso haben die aus dem Namen Mallorca die Abkürzung Malle gemacht. Also gehen viele nach Malle an den Ballermann zum Feiern.“

„Ah, und du wolltest dort nicht feiern?“, wollte ich wissen.

„Nein“, hat der Andreas gesagt, „das ist da nicht so mein Ding. Viele gehen nach Mallorca nur zum Feiern. Aber ich war lieber wandern. Dort hat es tolle Berge. Die würden dir auch gefallen. Von ganz oben sieht man nämlich auf das gaaaaanz blaue Meer.“

„Oh“, habe ich gemeint, „dann würde ich bestimmt vom Berg ins Meer springen wollen.“

Der Andreas musste wieder lachen. „Das geht gar nicht“, hat er dann gesagt. „Dazu sind die Berge viel zu hoch. Da geht’s auf über 1000 Meter hoch. Und das Meer liegt ja immer auf null Meter. Da müsstest du über 1000 Meter tief springen. Das geht nicht! So weit kommst du nicht. Und wenn doch, dann wärst du platt! Aber du könntest ja an den schönen Stränden dort baden. Du müsstest halt aufpassen. Denn an manchen Stränden war zuletzt die Portugiesische Galeere unterwegs.“

„Die was? Eine Galeere ist doch ein Schiff! Das habe ich schon gehört. Ein Schiff mit vielen Ruderern. Und die kommen aus Portugal? Fangen die kleine liebe Zeitungsenten?“

Der Andreas musste schon wieder lachen. „Nein, Paula! Die fangen keine Enten. Komm, ich zeige dir ein Bild von so einer Portugiesischen Galeere.“

Er hat mir dann am Computer ein Bild gezeigt. Die Galeere hat eigentlich ganz schön ausgesehen. Aber wie ein Schiff hat sie wirklich nicht ausgesehen.

„Auf die muss man aufpassen? Aber die sieht doch schön aus“, habe ich gesagt.

„Stimmt“, hat der Andreas geantwortet, „das denken die kleinen Fische auch. Und dann kommen sie ihr näher und sie fängt sie mit ihren Armen. Die nennt man Tentakel. Da hat sie auch Gift dran. Mit dem tötet sie die kleinen Fische.“

„Iiiiihhh“, habe ich geschnattert, „und deshalb muss man auf die aufpassen! Sonst tötet die einen!“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „töten wird sie dich nicht. Sie kann nur ganz schwache und kranke Menschen töten. Sie ist ja auch nur höchstens 30 Zentimeter groß. Das ist so lang wie ein Lineal. Aber es tut sehr weh, wenn sie dich erwischt. Und es gibt wüste Flecken. Die sehen aus wie Peitschenhiebe und brennen fürchterlich. Das ist bei vielen Quallen auch so.“

„Ach“, habe ich gemeint, „dann ist die Portugiesische Galeere eigentlich eine Malle-Qualle? Warum heißt die dann so und nicht so?“

„Na ja“, hat mir der Andreas erklärt, „weil sie zwar wie eine normale Qualle aussieht, aber eigentlich eine Staatsqualle ist.“

„Eine Staatsqualle? Ach so! Der portugiesische Staat schickt die Quallen nach Malle? Das ist ja richtig fies! Warum machen die das? Das ist doch . . .“, habe ich ganz aufgeregt geschnattert.

„Halt“, hat mich der Andreas hart unterbrochen, „reg’ dich nicht auf! Das ist natürlich Quatsch! Also ,Portugiesisch‘ nennen sie die Bewohner von Mallorca und so. Sie kommt nämlich auch vor Portugal vor. Und manchmal wird sie an den Stränden von Mallorca angetrieben. Und Staatsqualle bedeutet: Sie besteht eigentlich aus vielen sehr kleinen Tieren. Die haben sich zu so einem größeren Wesen zusammengeschlossen. Deshalb nennt man sie auch Galeere: Denn auf einer Galeere sitzen ja auch mehrere Typen drauf. Das sind eigentlich einfache Tiere. Jeder hat seine eigene Aufgabe. Deshalb ist es eine Staatsqualle. Denn in einem Staat hat ja auch jeder Bürger seine eigene Aufgabe. Du bist als Zeitungsente eine Reporterin zum Beispiel. Du stellst Fragen und die Antworten gibst du dann an die Kinder weiter.“

„Ja, das ist auch besser als anderen beim Baden wehzutun!“, habe ich gemeint.

Der Andreas hat mir recht gegeben. Aber er hat auch gesagt: „Klar, aber die machen das ja nicht, weil sie böse sind. Das sind eben sehr einfache Tiere. Außerdem sind jetzt in Malle schon wieder eine Weile keine gesehen worden. Man kann dort wieder baden.“ Eure Paula

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