Paulas Nachrichten

Paula mag die eisigen Tennisbälle nicht

03.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

ist das gerade heiß! Aber ich will ja nicht meckern, äh, schnattern. Nur mit einem war ich gar nicht einverstanden: Mit dem Unwetter am Sonntag. Ich war mittags zum Andreas gewatschelt. Ganz schlapp bin ich angekommen. Er wollte gerade zu einem Fußballturnier. „Bei der Hitze?“, habe ich entsetzt gefragt. „Ach, das geht schon. Ich gucke ja nur zu. Mein Sohn spielt. Ich bleibe im Schatten.“

„Na, du bist ja ein toller Papa“, habe ich jetzt natürlich geschnattert.

„Naja, Paula“, hat der Andreas erklärt. „Seine Kameraden und er machen das ja gerne. In dem Spiel wird auch auf Trinkpausen geachtet. Und die Spieler werden gut durchgewechselt. Dann ist eine Stunde Fußball kein Problem. Komm’ doch mit und schaue es dir an!“

Irgendwie war ich aber zu schlapp. Der Andreas hat mir das angesehen und gemeint: „Ist schon in Ordnung, Paula. Du kannst dich auch auf unser Sofa legen. Lass’ die Rollläden alle unten. Dann bleibt es im Haus schön kühl.“

Das fand ich toll. Ich mag ja das Sofa vom Andreas. Im Winter kuschele ich mich dann dort in eine Decke. Und jetzt ist es dort richtig schön kühl. Ich habe mich hingelegt. Die Fenster habe ich zu und die Rollläden unten gelassen. Die Sonne musste draußen bleiben. Ätsch!

Das war so schön. . . Es war kühl. . . Es war niemand im Haus. . .  Ich bin einfach eingeschlafen. Nach einer Weile ist es aber ganz laut geworden. Als würde jemand auf dem Haus herumtrommeln. Es wurde immer lauter. Dann hat es richtig geknallt. Ich habe mit mir selber gesprochen: „He, was ist denn hier los? Hilfe!“

Aber ich habe mein eigenes Geschnatter nicht mehr verstanden. Das hat mir immer mehr Angst gemacht. Also bin ich einfach unters Sofa gehechtet. So habe ich es früher auch immer gemacht, wenn die an Silvester mit den Raketen rumgeballert haben. Oder wenn so Typen als Hexen verkleidet Krach gemacht haben. Ich habe unter dem Sofa aber immer noch den Lärm gehört. Sonst nichts. Plötzlich stand der Andreas vor mir. Was für ein Schreck! Er war ganz nass. Er hat mich unter dem Sofa hervorgezogen und gesagt: „Mensch, äh, Ente, Paula, das musst du dir ansehen! Es hagelt Bälle!“

Das habe ich nun gar nicht verstanden. Ich habe gemeint: „Bälle? Wer macht denn so etwas? Fliegt da einer über unsere Stadt und schmeißt Bälle auf uns? Oder schießt dein Sohn mit seinen Kumpels beim Kicken immer am Tor vorbei und auf die Häuser?“

Der letzte Satz sollte natürlich ein Witz sein. Der Andreas macht ja auch immer seltsame Witze. Ich lache dann nicht über seine. Und er hat jetzt auch nicht über meinen gelacht. „Quatsch, Paula“, hat er gesagt. „Das sagt man doch nur so, weil die Hagelkörner heute so groß sind.“

Als es vorbei war, habe ich doch mal rausgeschaut. Die Hagelkörner waren echt sehr groß. „Wie Golfbälle“, hat der Andreas gemeint. Ich habe die angestarrt wie ein Auto. „Aber, aber, aber die sind ja aus Eis! Wie kann es denn mitten im Sommer Eis regnen? Hast du die aus dem Kühlschrank geholt?“

Das war natürlich auch so ein doofer Witz von mir. So viele Hagelbälle könnte man gar nicht im Kühlschrank haben. Der Andreas hat deshalb wieder nicht gelacht und mir gleich alles erklärt: „Also, die Dinger gibt es eigentlich nur im Sommer. Dazu muss es eine richtig fiese, große Gewitterwolke geben. In der muss richtig viel Wasser stecken. Und es muss richtig heiß auf dem Boden sein. Dann ist die Luft unten viel heißer als weiter oben. Warme Luft ist aber leichter als kalte. Deshalb steigt sie in die Höhe. Wie ein Luftballon. Das nennt man dann Aufwind. Dieser Aufwind nimmt die Tröpfchen in der Gewitterwolke mit nach oben. Und dort wird es natürlich immer kälter. Die Tropfen gefrieren. Wenn der Wind nicht mehr stark genug ist, fallen sie wieder runter. Dabei friert immer mehr Wasser an sie hin. Und weiter unten ist der Wind wieder stärker. Dann bläst er sie wieder nach oben. Die sind unterwegs wie Karussell. Dabei friert noch mehr Wasser hin. Und manche frieren auch zusammen. Irgendwann sind sie ganz schwer. Dann kann sie der Wind nicht mehr nach oben ziehen. Dann stürzen sie ab.“

Am nächsten Tag bin ich dann mal in die Redaktion gewatschelt. Ich hatte den Kollegen vom Andreas ja einiges zu berichten. „He, hier bei uns in Nürtingen hat es gestern ganz arg gehagelt. Die Hageldinger waren so groß wie Golfbälle.“

„Das ist ja gar nichts, Paula“, hat die Chefin vom Andreas gesagt. „Bei uns im Neuffener Tal hat es nicht nur Golfbälle gehagelt. Das waren schon Tennisbälle.“

Das habe ich nicht geglaubt. Dann hat sie gesagt: „Na, warte mal, Paula. Ich habe welche mitgebracht.“ Dann ist sie zum Kühlschrank. Da hat sie ein paar Hagelbälle im Eisfach gehabt. Die Dinger waren echt beinahe so groß wie Tennisbälle. Da war ich froh, dass ich eigentlich immer in Nürtingen rumwatschele. Wer weiß, ob ich im Neuffener Tal so ein sicheres Sofa gefunden hätte. Eure Paula

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