Paulas Nachrichten

Paula mag den kleinen Pinguin

09.04.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

letzte Woche war ich ja ein bisschen traurig. Ihr könnt euch doch erinnern, liebe Kinder: Ich sollte einen steinernen Stern mit meinem Namen in der Fußgängerzone bekommen. Aber leider war das ja nur ein Aprilscherz vom Andreas.

Na ja, in dieser Woche bin ich trotzdem wieder einmal zum Andreas gewatschelt. Er hat mich nett begrüßt. Und ich habe gemeint: „Gell, da bist du froh! Ich finde immer wieder den weiten Weg aus der Stadt hierher in die Redaktion zu dir! Auch wenn du mich manchmal veräppelst!“

„Ja, ja“, hat der Andreas gemeint, „ich freue mich natürlich! Aber so weit ist der Weg nun auch wieder nicht. Manche Vögel legen viel weitere Wege zu ihren Freunden zurück!“

„Echt?“, habe ich gefragt. Und dann habe ich gesagt: „Ach so. Klar. Manche Vögel fliegen immer so weit, um ihre Kinder zu kriegen. Aber ich watschele ja zu dir. Ich fliege ja nicht.“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt, „die Zugvögel meine ich ja gar nicht.“

„Zugvögel?“, habe ich gleich reingeschnattert, „fahren die mit dem Zug? Dann meine ich die auch nicht!“

„Aber Paula“, hat der Andreas geantwortet, „die Zugvögel fahren doch nicht mit dem Zug. Die machen einen Zug. Das heißt: sie ziehen von einer Gegend in die andere. Im Winter sind sie oft in warmen Gegenden im Süden. Und im Sommer in Ländern weiter im Norden. Deshalb heißen die Zugvögel. Aber das habe ich nicht gemeint. Ich habe etwas anderes gemeint. Komm’, ich zeige dir das mal!“

Dann hat er mir ein Bild auf dem Computer gezeigt. Da war ein alter Mann mit einem süßen, kleinen Pinguin zu sehen.

„Ach, und der watschelt auch immer aus der Stadt hinaus zu dem alten Mann?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat geantwortet: „Der watschelt nicht nur aus der Stadt hinaus zu ihm. Der muss sogar Tausende von Kilometer zu seinem Freund schwimmen. Manche sagen: Er muss 8000 Kilometer schwimmen. Das ist eine Entfernung wie von hier nach Amerika.“

Ich wollte etwas sagen. Aber ich war sprachlos. Mein schöner, orangener Schnabel blieb einfach offen stehen. Der Andreas musste lächeln. Er hat gesagt: „Tja, da fällt dir nichts mehr zu schnattern ein, liebe Zeitungsente! Pass’ auf, ich erzähle dir die Geschichte von Dindim. So heißt der kleine Pinguin nämlich. Der alte Mann ist ein Fischer. Er lebt auf einer Insel vor der großen brasilianischen Stadt Rio de Janeiro. Eines Tages hat er am Strand einen kleinen, schwachen Pinguin gefunden. Sein Gefieder war total mit Öl verklebt. Er wäre bald gestorben. Der Fischer hat ihn aber mit nach Hause genommen. Er hat ihn erst einmal von dem Öl gereinigt. Das hat eine Woche gedauert. Dann hat er ihn gesund gepflegt. Der Pinguin ist lange bei ihm geblieben. Er war fast ein Jahr wieder bei ihm. Dann ist er aber wieder ab ins Meer gedüst.“

„Hm“, habe ich überlegt, „da war der alte Mann bestimmt traurig.“

„Ja“, hat der Andreas geantwortet, „bestimmt war er ein bisschen traurig. Aber er hat sich bestimmt auch gefreut. Denn schließlich war sein Pinguin-Freund jetzt wieder richtig gesund. Sonst hätte er nicht wieder ins Meer gehen können. Aber eines Tages ist er einfach wieder bei dem Mann aufgetaucht.“

„He“, habe ich gemeint, „da war der alte Mann bestimmt glücklich!“

„Bestimmt“, hat mir der Andreas recht gegeben. „Und jetzt lebt der Pinguin meistens bei ihm. Nur einmal im Jahr haut er ab. Dann schwimmt er ein paar tausend Kilometer weiter Richtung Süden. Da gibt es eine Gegend namens Patagonien. Die liegt ganz am südlichsten Zipfel von Südamerika und gehört zu den Ländern Argentinien und Chile. Wenn er seine Kinder gezeugt hat, schwimmt er wieder zu seinem Menschenfreund. Dindim geht dann sogar mit ihm in sein Haus. Anscheinend wedelt er mit seinem Schwanz wie ein Hund und er schreit auch vor Freude – wenn er seinen alten Freund wieder sieht. Dann läuft er mit seinem Freund am Strand auch spazieren. Da freuen sich die anderen Menschen drüber. Aber anfassen darf ihn nur sein Freund. Sonst pickt er mit seinem Schnabel zu!“

„Süß! Die sind Freunde fürs Leben“, habe ich gesagt, „Wie wir auch!“

„Stimmt“, hat der Andreas gesagt, „und die Leute freuen sich auch, wenn sie uns in der Stadt sehen. Eine Leserin fragt immer nach dir, wenn ich mal allein unterwegs bin. Und jetzt hat sie dir sogar etwas geschickt. Hier, schau’ mal.“

Dann hat er mir eine liebe Karte gegeben mit einem Bild von meinem Aprilscherz-Stern. Und einen kleinen, schweren Karton. Da stand mein Namen drauf.

Das fand ich sehr lieb von der Frau und ich habe geschnattert: „Das ist super! Jetzt habe ich doch meinen eigenen Stein mit meinem Namen!“ Eure Paula

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Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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