Paulas Nachrichten

Paula macht die Kälte nichts aus

11.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

ich überlege mir gerade immer gut, wo ich hingehe. Es ist nämlich ganz schön kalt da draußen. Aber eigentlich ist das ja schön. Im Winter soll es kalt sein. Und jetzt haben wir ja auch noch ein bisschen Schnee gehabt.

Toll ist es dann aber auch auf dem großen Sofa vom Andreas. Man kann die Kälte draußen richtig sehen. Und drinnen ist es angenehm warm. Man freut sich über einen heißen Tee und die kuschelige Decke.

Deshalb bin ich diese Woche zum Andreas gewatschelt. Es hatte ein bisschen Schnee. Der war aber ganz trocken. Dann klebt der gar nicht richtig zusammen. Man konnte gar keine richtigen Schneebälle machen.

Der Andreas war nicht zu Hause. Seine Frau hat mich aber aufs Sofa sitzen lassen. Und sie hat mir einen heißen Kräutertee gemacht. Dann kam auch schon bald der Andreas. „Na, süßer Müßiggang, Paula, oder was? Aber pass’ gut auf: Müßiggang ist aller Laster Anfang.“

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie groß ich den angeguckt habe. Da waren gleich ein paar komische Wörter drin. Das habe ich alles gar nicht verstanden. Zuerst habe ich auf den Tisch geguckt. Neben meiner Teetasse stand nichts. Zumindest nichts zu essen. Nicht einmal Kekse. Deshalb habe ich ihn angeschnattert: „Wieso Müsli? Ich esse doch gar nichts?“

Natürlich hat der Andreas gelacht: „Ich habe doch nichts vom Müsli gesagt. Ich habe gesagt M-ü-ß-i-g-g-a-n-g. Das heißt eigentlich Nichtstun, Faulenzen. Das kommt vom alten deutschen Wort ,Muße‘. Und das wiederum kommt vom Wort ,müssen‘. ,Muße‘ heißt eigentlich: Man kann irgend etwas tun. Man hat Zeit dazu. Du liegst da auf dem Sofa rum und könntest etwas tun. Weil du eben gerade nichts tust.“

„Ach so“, habe ich gemeint. Aber es hat sich schon ganz schön kompliziert angehört. Und das mit dem Laster habe ich auch nicht verstanden. Darum habe ich gefragt: „Aber warum sollte ich mir deshalb einen Laster kaufen? Ich muss doch nicht gleich mit so riesengroßen Dingern durch die Gegend fahren, nur weil ich Zeit dafür hätte.“

Ha, jetzt hat der Andreas geguckt wie ein Laster, wie ein Lastwagen. Aber dann hat er es kapiert. Er hat schon wieder gelacht und mir erklärt: „Aber Paula, der Müßiggang hat doch nichts mit einem Lastwagen zu tun. So einen Laster meine ich nicht. Ich meine das Laster. So ein Laster ist eine schlechte Angewohnheit. Und der Satz ,Müßiggang ist aller Laster Anfang‘ ist ein Sprichwort. Das soll heißen: Wer immer nur faul rumliegt, könnte mal ein schlechter Mensch werden. Oder eine doofe Zeitungsente.“

Ich habe den Andreas ganz böse angeguckt und habe richtig Luft geholt. Aber bevor ich losschnattern konnte, hat er gleich gesagt: „Schon gut, Paula. Das war nur Spaß. Ich weiß doch: Du bist eine sehr fleißige Zeitungsente. Deshalb darfst du auch ab und zu faul sein. Das ist schon in Ordnung. Ich mache das ja auch gerne. Ich gebe es ja zu.“

Ich habe ihm das geglaubt. Aber irgendwie war es mit der Ruhe schon vorbei. „Na gut“, habe ich gemeint, „dann gehe ich eben raus und schaue mich einmal um. Vielleicht gibt es ja etwas Interessantes für unsere Zeitung.“

Ich habe noch auf das Thermometer geschaut und gemeint: „Ist ja auch kein Problem draußen! Pah, lächerliche minus sieben Grad!“

Aber der Andreas hat schon wieder so seltsam geguckt. Mit so einem komischen, fast unsichtbaren Grinsen. So guckt er immer, wenn ihm wieder was Komisches einfällt. Und tatsächlich hat er gesagt: „Lass’ dich da mal nicht täuschen. Aus den minus sieben können locker minus 17 Grad oder so werden!“

„Wie das denn? Gibt es jetzt einen Wettersturz oder wie das heißt?“, wollte ich wissen.

„Nein, nein“, hat der Andreas geantwortet. „Das bleibt alles so wie es ist. Aber manchmal fühlt es sich draußen kälter an als es wirklich ist. Das kommt vom Windchill-Effekt.“

Ich habe gleich wieder seltsam geguckt und der Andreas hat das gemerkt. Deshalb hat er gleich weiter erklärt: „Das mit dem Windchill-Effekt ist ganz einfach: Bei starkem Wind empfinden wir die Luft als kälter. Menschen, und sicher auch Zeitungsenten, haben nämlich eine schützende, warme Luftschicht um ihre Körper. Dann kommt der starke Wind und bläst die warme Luft weg. Und wir fühlen mehr Kälte.“

„Ach, das ist kein Problem“, habe ich gemeint, „dann ziehe ich eben etwas Warmes an.“ Dabei habe ich den Andreas ganz lieb angeguckt. Der hat nämlich eine ganz warme Mütze und einen kuscheligen Schal. Er hat meine Blicke verstanden und hat gemeint: „Aber natürlich, Paula, ich leihe dir meinen Schal und meine Mütze. Dann kann dir der Wind nichts anhaben.“

Ich habe den Andreas schnell in den Arm genommen und ganz feste gedrückt. Freunde verstehen sich manchmal wirklich auch ohne zu sprechen. Und das Kuscheln hilft auch gegen die Kälte. Eure Paula

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