Paulas Nachrichten

Paula lässt sich vom Affen lausen

18.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich einmal ganz früh zum Andreas gekommen. Der steht eigentlich immer lieber später auf. Denn als Redakteur fängt er ja später an zu arbeiten. Aber nicht, weil er eine Schlafmütze ist. Nein, sondern weil er oft abends länger arbeiten muss. Sein Sohn war gerade in die Schule gegangen. Ich habe ihm zugeflüstert: „Psssst, lass mich mal gleich rein. Dann wecke und erschrecke ich den Andreas!“

Der Sohn vom Andreas hat nur gelächelt und mit dem Kopf genickt. Ich bin also reingewatschelt ins Haus. Und plötzlich kommt der Andreas hinter der Tür hervorgesprungen. Mir ist vor lauter Schreck fast mein Entenherzlein stehengeblieben! Der Andreas hat gelacht und gerufen: „Ha, Paula, da laust dich der Affe, was? Du wolltest mich aus dem Bett schnattern und ich bin schon lange wach – so eine Überraschung für dich! Pech gehabt, meine Lieblingszeitungsente!“

Ich habe mich so langsam wieder beruhigt. Einen Affen habe ich aber weit und breit nicht gesehen. Nicht im Haus. Und auch nicht draußen vor der Tür. Also, keinen richtigen zumindest. Deshalb habe ich losgeschnattert: „Affe? Wo ist der Affe? Und warum soll der mich lausen? Ich habe doch gar keine Läuse! Ich bin eine saubere Ente!“

Der Andreas musste natürlich gleich wieder lachen. „Das glaube ich dir! Obwohl Enten schon auch Läuse haben können! Aber darum geht es bei dem Spruch ,Mich laust der Affe!‘ gar nicht. Das sagt man einfach so. Man will damit seine Überraschung ausdrücken. Meistens sagt man: ,Ich glaube, mich laust der Affe!’.“

„Hä?“, habe ich gemeint, „was hat denn Überraschung mit dem Affen zu tun? Also, gerade eben hast du mich ja überrascht, und kein Affe! Oder . . .“

„Na, na“, hat mich der Andreas gleich unterbrochen. „Du wirst doch nicht etwa frech werden wollen, oder? Wenn nicht, dann komm’ rein. Wir trinken einen schönen Tee zusammen und ich erkläre dir das.“

Natürlich habe ich ganz brav mit meinem runden Entenköpflein genickt und habe gar nichts Freches mehr gesagt. Wir sind rein, der Andreas hat Tee gekocht, und dann hat er erzählt: „Der Spruch kommt wahrscheinlich von den Jahrmärkten früher. Da gab es nicht immer nur etwas zu kaufen. Da waren auch viele komische Typen unterwegs. Die haben den Menschen komische Sachen gezeigt. Die hat man Gaukler genannt. Manche hatten Affen dabei. Die Gaukler haben dann diese Affen auf die Menschen hüpfen lassen. Und die Affen haben dann so getan, als würden sie bei den Menschen nach Läusen suchen. Da sind die Typen natürlich oft überrascht gewesen oder sogar erschrocken, wenn die Affen auf sie gesprungen sind. Und für die anderen Menschen war das dann sicher lustig.“

Das habe ich so halbwegs verstanden. Aber ganz klar war mir die Geschichte immer noch nicht: „Äh, aber warum machen die Affen das denn? Mögen die Läuse? Oder macht ihnen das einfach Spaß, die Menschen zu erschrecken?“

Der Andreas hat gleich geantwortet: „Die Affen machen das gerne. Die lausen sich nämlich auch gerne gegenseitig. So sieht das zumindest aus. Aber eigentlich suchen sie bei ihren Affenkumpels gar keine Läuse. Die Affen haben sowieso selten Läuse. Die suchen da was anderes. Die zupfen ihren Kumpels Schuppen von der Haut. Und sie finden da Salzteilchen. Die setzen sich im Fell beim Schwitzen fest. Die naschen die dann. Damit nehmen sie viel von dem Salz auf, das sie brauchen. Außerdem zeigen sie mit dem Lausen, dass sie zusammengehören und sich mögen.“

Mit der Erklärung war ich zufrieden. Aber ich war auch ein bisschen unsicher. Ich habe gemeint: „Du hast gesagt: Auch Enten können Läuse haben. Jetzt juckt es mich überall!“

Der Andreas hat gesagt: „Kein Problem, warte mal einen Moment! Ich muss jemanden holen!“

Er ist kurz verschwunden. Dann ist er mit einer süßen Affenfigur wiedergekommen. Mit der hat er mir über meinen Kopf gestreichelt. Das war schön. Und dann hat er gesagt: „Siehst du, wir finden keine Läuse in deinem Zeitungsgefieder!“ Und dann mussten wir beide lachen. Eure Paula

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