Paulas Nachrichten

Paula kennt nur Land unterm Himmel

17.12.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal zum Andreas gewatschelt. Ich wollte ihn einfach mal auf eine schöne Tasse Tee besuchen. Und natürlich bei der Gelegenheit ein paar Weihnachtsplätzchen essen. Die habe ich ja mit seiner Frau zusammen gebacken.

Der Andreas ist mir gleich hinter der Haustüre begegnet. Er war richtig in Eile. So sah er zumindest aus. Er hat dann auch gleich gemeint: „Ah, Paula, hallo! Äh, ich muss gleich wieder los! Hier ist gerade Land unter!“

Ich habe ihn angeschaut wie ein Auto. „Land unter? Hä? Warum geht das Land unter? Und was hast du damit zu tun?“

„Ach, äh, nee, das Land geht nicht unter! Glaube ich zumindest. Aber bei mir ist Land unter!“, hat der Andreas gesagt und nebenbei ganz schnell die Schnürsenkel von seinen Schuhen gebunden.

„Ja, unter was denn? Unter dem Himmel ist das Land meistens! Das weiß ich! Aber sonst weiß ich nichts von einem unteren Land!“

Jetzt hat der Andreas ein bisschen langsamer gemacht. Er hat ganz tief durchgeschnauft, hat mich angeschaut, hat gelächelt – und dann hat er gesagt: „Na gut, liebe Paula! Ich muss in die Stadt! Kommst du mit? Dann erkläre ich dir das nebenbei!“

Das fand ich nicht schlecht. Beinahe zumindest. Denn ein Problem habe ich manchmal mit dem Andreas. Der geht eigentlich gar nicht so richtig gemütlich spazieren. Der ist immer sehr schnell zu Fuß unterwegs. Da komme ich mit meinem Watscheln nur schwer hinterher. Deshalb habe ich ihn mit meinen Entenäuglein ein bisschen kritisch angeguckt. Er hat das gemerkt, und deshalb hat er gesagt: „Keine Angst, Paula, ich renne auch nicht. Wir gehen langsamer! Ich watschele mit dir!“

Das war zwar ein bisschen frech. Aber der Andreas wollte mich bestimmt nur ein bisschen ärgern damit. Deshalb habe ich ihn auch nicht mit meinem wunderschönen. orangenen Entenschnabel in den Popo gekniffen.

Wir sind dann losgewatschelt. Und ich bin echt gut mitgekommen. „Entschuldigung, dass ich gerade so hektisch war!“, hat der Andreas zu mir gesagt. „Aber bei mir ist gerade wirklich Land unter!“

Ich wollte gleich schon wieder losschnattern. Aber der Andreas hat gelacht und gleich gesagt: „Ja, ja, Paula! Ich weiß! Land unter kennst du nicht! Also: ich erkläre dir was. Land ist tatsächlich immer unter dem Himmel. Da hast du schon recht. Aber manchmal ist Land auch unter Wasser. Und dann sagt man: Es ist Land unter!“

Das fand ich richtig schlimm. Ich habe losgeschnattert: „Was? Land ist unterm Wasser? Es ist Hochwasser? Aber das habe ich gar nicht mitbekommen! Ich war vorher am Neckar. Der sah ganz friedlich aus!“

Der Andreas hat ein bisschen die Augen verdreht und gemeint: „Na klar! Es ist kein Hochwasser. Das ist ja auch nur so eine Redensart. Jetzt hör einfach mal zu. Ich erkläre dir das! Also: Das kommt von den Halligen. Die werden manchmal nämlich überschwemmt.“

Da konnte ich nicht einfach ganz ruhig zuhören. Ich habe wieder losgeschnattert: „Was? Die Heiligen werden überschwemmt? Hilft denn denen keiner?“

Der Andreas hat noch mehr die Augen verdreht. Die müssen dem schon richtig wehtun, habe ich mir gedacht. Aber dann hat er ganz lieb gesagt: „Paula! Das sind nicht die Heiligen, sondern die Halligen. Das sind kleine, flache Inseln in der Nordsee. Manchmal gibt es eine Sturmflut. Dann werden die überschwemmt. Und dann sagen die Leute dort: Land unter! Ich zeige dir nachher am Computer ein Bild von einer Hallig.“

So ein Bild habe ich mir dann angeschaut. Und dann habe ich das verstanden. Trotzdem habe ich geschnattert: „Ja, und was hast du mit den Inseln zu tun? Willst du dann in den Urlaub hin?“

„Nein, nein“, hat der Andreas gesagt. „Wie gesagt: Das ist eine Redensart. Und die kommt eben von den überschwemmten Inseln. Die sind mit Wasser überschwemmt. Und Menschen sind manchmal mit Arbeit und so überschwemmt. Bei uns gibt es vor Weihnachten immer viel zu tun. Und dann ist ja bald Weihnachten. Da muss ich dann auch noch einkaufen.“

„Genau“, habe ich dazwischengeschnattert, „du musst dann auch Geschenke kaufen gehen. Zum Beispiel für deine Lieblingsente!“

„Ah, ja, Paula, jetzt hast du das verstanden mit dem Land unter!“, hat der Andreas gemeint.

„Hm“, habe ich überlegt und weitergesprochen, „vielleicht ist ja dann bei mir auch Land unter. Wenn ich von Geschenken überschwemmt werde!“

Der Andreas hat dann ganz kritisch geguckt. Er hat gesagt: „Aber, Paula, so gierig wollen wir doch nicht sein! Ein Geschenkle wirst du natürlich bekommen. Aber Hauptsache ist doch, wir sind nächste Woche an Weihnachten alle zusammen!“

„Du hast recht“, habe ich gemeint, „das ist dann schönste Geschenk für uns alle! Dann ist es auch gemütlich – und nicht Land unter!“ Eure Paula

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