Paulas Nachrichten

Paula kennt die Frau auf den Kronen nicht

13.03.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

was habe ich mich letzte Woche über den Andreas geärgert! Er weiß ja echt eine ganze Menge. Und wenn er mal etwas nicht weiß, dann weiß er, wo man nachschauen kann. Oder wen er fragen muss. Das hat er als Journalist gelernt, sagt er immer. Und er sagt immer: „Fragen kostet nichts!“

Deshalb glaube ich ihm eigentlich immer alles. Bis jetzt. In dieser Woche hat mich in der Stadt aber ein Mann angesprochen. Der sagte zu mir: „Hallo Paula! Da hast du den Kindern aber am letzten Samstag einen schönen Quatsch erzählt. In Österreich gab’s doch früher keine Kronen. Da gab es doch die Schillinge!“ Dann hat der Mann gelacht und den Kopf geschüttelt, bevor er weitergegangen ist.

Ich bin ganz schön doof dagestanden. Ich hatte euch doch letzte Woche von den Vorgängern vom Euro erzählt. Der Andreas hatte mir gesagt, dass es in Österreich davor die Kronen gegeben hat. Das habe ich natürlich euch erzählt. Und jetzt sollte das nicht stimmen? Das war mir ganz schön peinlich. Ich bin richtig rot um mein Schnäbelchen geworden.

Ich bin gleich zum Andreas gewatschelt. Ich wollte ihn fragen, warum er mir so einen Quatsch erzählt hat. Ich habe eine richtige Wut gehabt. Man kann doch den Kindern nichts Falsches erzählen.

Ich bin übrigens ganz schnell gewatschelt und habe immer nach unten auf die Straße geschaut. Ich habe gehofft, dass mich keiner erkennt. Schließlich sollte mich nicht noch einmal jemand auf diese Pleite ansprechen.

Zum Glück war ich schnell beim Andreas. Den habe ich gleich angeschnattert: „Sag’ mal, was hast du mir denn da erzählt! Das österreichische Geld hat doch vor dem Euro gar nicht Kronen geheißen! Das war doch der Schilling! Kronen hat es doch gar nicht gegeben!“

Der Andreas hat mich ganz ernst angeschaut und mich in den Arm genommen. „Jetzt beruhige dich doch erst einmal, Paula!“

Das wollte ich aber gar nicht – und das habe ich ihm auch gleich gesagt: „Da war ein Mann, der hat mich ausgelacht wegen deinen blöden Kronen!“

Aber er hat gemeint: „Du hast ja Recht, Paula. Ich weiß auch nicht, wie mir das passieren konnte. Ich war früher oft in Österreich zum Skifahren. Tatsächlich habe ich da mit Schillingen bezahlt. Es tut mir wirklich Leid, dass mir so eine Panne passiert ist. Aber Fehler gehören einfach dazu zum Leben. Man sollte aber daraus lernen. Dann ist das in Ordnung. Oder?“

Das hat mich ein bisschen beruhigt. Ich habe tief durchgeschnauft und gesagt: „Schön, dass du zu deinen Fehlern stehst. Ich habe schon gedacht: Der lässt sich bestimmt irgendeine Geschichte einfallen, mit der er sich rausredet!“

Dann hat er mich ganz komisch angeguckt. Und er hat gegrinst. Das kenne ich schon. Tatsächlich hat er angefangen zu erzählen: „Weißt du, Paula, so ganz im Unrecht bin ich allerdings auch wieder nicht. Es gab vor dem Euro schon einmal Kronen als Geld in Österreich. Allerdings ist das schon lange her. Das war vor ungefähr 100 Jahren. Damals gab es noch das Land Österreich-Ungarn. Der Chef davon war der Kaiser. Die österreichische Krone gab es von 1892 bis 1924. Dann haben die in Österreich den Schilling eingeführt. In manchen anderen Ländern gibt es aber heute noch Kronen. Zum Beispiel in Tschechien.“

Ich habe ihn ganz ungläubig angeguckt. „Weiß der denn immer irgendwas als Antwort?“, habe ich mir gedacht. Und ich habe mir überlegt, ob das jetzt wirklich stimmt. Ich habe gesagt: „Du kannst mir jetzt viel erzählen. Aber kannst du es auch beweisen?“

„Moment, Paula“, hat er gesagt. Er ist kurz in seinem Arbeitszimmer verschwunden und dann wieder mit einem schönen Geldschein zurückgekommen. Da war eine Frau darauf zu sehen. Und es war zu lesen: „20 österreichische Kronen“.

„Wo hast du denn das Geld jetzt her? Hast du das mit deinen alten Markscheinen und -stücken gesammelt?“

Er hat geantwortet: „Nein, nein. Ich habe dir einfach ein Bild aus dem Internet ausgedruckt, damit du mir glaubst.“

Ich habe mir den Schein angeguckt und gesagt: „Wer ist denn die Frau da?“

Er hat ein bisschen rumgestottert. „Wenn ich ehrlich bin: Ich weiß es nicht. Das war nicht rauszukriegen. Vielleicht war es einfach eine Frau, die dem Künstler gefallen hat. Weißt du was: Wir nennen sie einfach Paula!“ Damit war ich einverstanden. Aber wenn irgendjemand doch weiß, wer das ist, soll er es mir sagen. Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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