Paulas Nachrichten

Paula kann ihren Freund riechen

23.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Draußen war es wieder einmal kalt und es hat geregnet. Ich habe mich erst einmal richtig geschüttelt. „Brrrrr, so ein blödes Wetter! Das stinkt mir jetzt langsam!“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat mich begrüßt und gemeint: „Ach, Paula, das kann ich verstehen. Mir stinkt das auch. Aber das Wichtigste ist, dass wir uns riechen können!“

Ich habe ihn natürlich angeschaut wie ein Auto. Wie ein sehr großes Auto. Wie ein Lastwagen. Ich bin näher an den Andreas rangegangen und habe angefangen zu schnüffeln. Dann habe ich gesagt: „Hm, ich kann nichts Besonderes riechen. Du hast dich anscheinend sauber gewaschen.“

Jetzt hat mich der Andreas ein bisschen sauer angeguckt. „Natürlich, Paula! Ich bin doch kein Ferkel!“, hat er gesagt.

Ich habe geantwortet: „Na also, dann ist doch das nichts Neues, dass wir uns riechen können.“

„Oh, Paula“, hat der Andreas gestöhnt. „Ich erkläre dir das mal. Also: Du hast gesagt: ,Mir stinkt das schlechte Wetter.‘ Das ist eine Redensart. Damit hast du gemeint: ,Das schlechte Wetter nervt mich‘ oder ,Ich mag das schlechte Wetter nicht‘. Und dann habe ich eben eine andere Redensart benützt. Die hat auch was mit der Nase zu tun. Die heißt eben: ,Wir können uns riechen!‘ Das bedeutet: Wir mögen uns und wir kommen gut miteinander aus.“

Das habe ich verstanden. Deshalb habe ich gesagt: „In Ordnung! Das passt. Ich kann die Redensart auch verstehen. Denn wenn jemand stinkt, nervt der ja.“

Der Andreas hat wieder komisch geguckt und wieder gestöhnt. „Nee, nee, Paula“, hat er gemeckert, „lass’ das mal mit dem stinken! Das hat damit nichts zu tun. Das ist viel schwieriger. Ich erkläre dir das.“

Und dann hat er mir das wirklich erklärt: „Manche Menschen mögen einander einfach. Und manchmal können sie gar nicht erklären, warum das so ist. Jeder Mensch hat einen ganz eigenen Geruch. Kein Mensch riecht wie der andere. Darin sind besondere Stoffe Schuld. Die kommen mit dem Schweiß des Menschen auf die Haut. Die nehmen dann andere Menschen wahr. Diese Gerüche werden direkt an das Gehirn weitergeleitet. Ohne dass wir das merken und sagen ,Hm, der riecht aber gut.‘ Das ist zum Beispiel in der Liebe ganz wichtig. Die Männer und Frauen können so merken, ob sie wahrscheinlich zusammen gesunde Kinder haben können. Aber wie gesagt: Das merken die gar nicht. Man kommt eben mit einem Menschen gut aus oder nicht. Man sagt ja auch: ,Zwischen uns stimmt die Chemie.‘ Die Chemie ist eine Wissenschaft, die untersucht, wie Stoffe sich verhalten, wenn sie zusammenkommen.“

„Ah ja“, habe ich gemeint, „wenn die Chemie zwischen uns stimmt, können wir uns gut riechen. Und das geht, weil wir die richtigen Stoffe auf der Haut haben. Aber irgendwie kann man das gar nicht sehen auf der Haut, oder?“

„Nein, Paula“, hat der Andreas geantwortet, „sehen kann man das nicht. Überhaupt kann man vieles nicht sehen auf der Haut. Da sind auch ganz viele Bakterien unterwegs. Die sind richtig klein.“

Das hat mich jetzt erschreckt. „Bakterien?“, habe ich wieder geschnattert, „sind das nicht die kleinen fiesen Tiere, die uns krank machen?“

„Tja, Paula, das ist wieder etwas schwierig. Es gibt nicht nur böse Bakterien. Es gibt auch gute Bakterien. Und solche haben wir auf der Haut. Ganz viele. Stell’ dir mal die Fläche von einer Würfelseite vor. Auf so einer kleinen Fläche haben wir bis zu 100 000 Bakterien auf der Haut. Das sind zweieinhalbmal so viele Einwohner wie Nürtingen hat. Und wenn wir unseren ganzen Körper nehmen, dann sind wir ein richtiger Planet. Dann bewohnen uns nämlich so viele Bakterien, wie Menschen auf der Erde leben.“

Das hat mich doch sehr verwundert. Ich habe gesagt: „Zum Glück sind das die guten Bakterien. Und was machen die da?“

„Gute Frage, Paula“, hat der Andreas geantwortet, „und es gibt eine einfache Antwort: Sie lassen die bösen Bakterien nicht in uns rein. Das ist toll, denn die bösen Bakterien können uns krank machen.“

„Gut“, habe ich überlegt, „und was muss man machen, um ihnen zu helfen? Muss man sich immer schön sauber waschen?“

Der Andreas hat gesagt: „Gut, dass du das fragst. Aber es ist ein bisschen anders. Denn man sollte sich auch nicht zu oft mit Seife waschen. Denn die Seife kann die guten Bakterien kaputtmachen. Jeden Tag duschen ist für manche Menschen gar nicht gut. Aber man merkt das: Dann wird die Haut trocken und juckt. Dann muss man weniger duschen. Oder eine andere Seife nehmen. Oder sich immer gut eincremen nach dem Duschen.“

Ich habe mir gedacht: Gut, dass das bei uns Enten anders ist. Als der Andreas weg war, war ich aber immer noch richtig neugierig. Der Kollege vom Andreas hat das gemerkt. Er hat gesagt: „Na, Paula, willst du doch mal Bakterien suchen?“

Ich habe mit dem Entenköpflein genickt. Und er hat mir eine Lupe gegeben und seinen Arm hingestreckt. Ich habe die Bakterien gesucht. Aber die Viecher müssen richtig klein sein. Ich habe nämlich keine gesehen. Der Kollege hat mich getröstet: „Ärgere dich nicht, Paula. Hauptsache, du und der Andreas, ihr könnt euch riechen!“

Da hat er recht ja wirklich recht. Stimmt’s liebe Kinder? Eure Paula

Paulas Nachrichten

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BERLIN (dpa). Wenn du nächstes Mal Schafe siehst, guck doch mal, ob du ein Rhönschaf entdeckst. Diese Tiere erkennst du an ihrem schwarzen Kopf. Hörner haben sie nicht. Hinter den Ohren beginnt die weiße Wolle. Ihr Körper ist lang und kräftig.

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