Paulas Nachrichten

Paula kann den Herbst im Laub riechen

07.11.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Zuerst war es ganz neblig und kühl. Aber plötzlich war der Himmel ganz blau. Und es wurde immer wärmer. Ich musste lächeln. Und dann habe ich das Laub unter meinen Entenfüßlein rascheln gehört. Habt ihr das auch schon einmal gemacht? Das müsst ihr mal ausprobieren, liebe Kinder! Das macht richtig Spaß! Dann habe ich das Laub gerochen. Und in diesem Moment habe ich es so richtig gespürt: Jetzt ist Herbst!

Also bin ich weiter zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Ich habe ihn angestrahlt und ganz aufgeregt gemeint: „He, jetzt ist wirklich Herbst! Und das ist richtig schön!“

Der Andreas hat geguckt, wie ich manchmal gucke. Er hat geguckt wie ein Auto. Eigentlich hat er mich angeschaut wie eine Ente von einem fremden Planeten. Ich habe geschnattert: „Na, was ist denn los? Sehe ich aus wie ein grünes Entchen aus dem All?“

Der Andreas hat gemeint: „Na ja, eigentlich nicht. Du siehst schon eher aus wie meine liebe Zeitungsente Paula Print. Aber sprechen tust du schon ein bisschen komisch. Also, du meinst tatsächlich, jetzt ist Herbst! Das ist ja der Hammer! Du bist ja eine richtige Investigativ-Zeitungsente!“

Das habe ich nicht verstanden. Ich habe weitergeschnattert: „In was bin ich ganz tief?“

„Ganz tief?“, hat der Andreas zurückgemeckert. „Doch nicht ,ganz tief‘. Das habe ich doch gar nicht gesagt. Ich habe ,Investigativ‘ gesagt! Das schreibt man i-n-v-e-s-t-i-g-a-t-i-v. Das kommt vom alten Römerwort ,investigare‘. Und das heißt auf Deutsch so viel wie, erforschen‘ oder ,aufspüren‘. Das sagt man manchmal zu Reportern. Denn die decken ja manchmal auch Geheimnisse auf. Sie forschen. Dann kriegen sie was raus. Und dann schreiben sie das. Und dich habe ich jetzt halt investigative Zeitungsente genannt. Denn du hast ja was Tolles rausbekommen. Ein Geheimnis hast du gelüftet. Du hast das Geheimnis gelüftet, dass Herbst ist.“

Der Andreas hat ein bisschen komisch dabei geguckt und ein bisschen gelächelt. Deshalb habe ich ihm nicht ganz geglaubt. Er sagt manchmal schon komische Sachen. Und diese Sachen meint er dann gar nicht so. Dafür gibt es auch ein Wort. Das ist mir aber nicht gleich so richtig eingefallen. Ich habe gemeint: „Äh, bist du sicher? Äh, ist das nicht vielleicht so irgendwie irokesisch oder so gemeint?“

Jetzt musste der Andreas lachen. „Nein, nein, Paula, das ist nicht irokesisch gemeint! Die Irokesen sind ein Indianerstamm in Amerika. Aber ich fühle, was du denkst: Tatsächlich ist das schon ein bisschen ironisch gemeint. Das heißt doch: man sagt etwas, das man gar nicht so meint. Das soll dann elegant oder lustig sein.“

„Also bin ich gar keine investigative Zeitungsente“, habe ich ein bisschen traurig gemeint. Denn das mit dem „investigativ“ hat sich schon gut und spannend angehört.

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „vielleicht bist du ja ein anderes Mal wieder investigativ. Aber das mit dem Herbst ist jetzt nicht so toll. Das weiß doch wirklich jeder.“

Das hat ja schon gestimmt. Aber ich habe irgendwie etwas anderes gemeint. Ich habe kurz überlegt und dann habe ich ganz aufgeregt und begeistert geschnattert: „Das meine ich doch gar nicht! Klar weiß das jeder! Aber ich habe das so richtig gespürt, weißt du! Ich habe das Laub zwischen meinen Zehen gespürt. Und ich habe das alte Laub auch so ein bisschen gerochen. Und dann ging es mir plötzlich richtig gut. Ich habe mich dann über die Herbstsonne gefreut. Ja, und ich habe mich plötzlich auf die Kinder mit den Laternen gefreut. Und auf einen heißen Tee! Den trinke ich dann mal mit dir auf deinem Sofa. Aber erst an einem richtigen Regenherbsttag. Und . . .“

„He, Paula“, hat der Andreas mich unterbrochen, „du bist ja eine richtige Dichterin! Du bist ja total begeistert vom Herbst! Das ist bestimmt die olfaktorische Wahrnehmung!“

Jetzt habe ich ihn wieder angeschaut wie ein Auto. „Die was?“, habe ich geschnattert, „Öl? Was hat das mit Öl zu tun? Das hat nach Laub gerochen und nicht nach Öl!“

„Ja“, hat mich der Andreas beruhigt. „ich sagte ja auch olfaktorisch und nicht ölfaktorisch. Das kommt vom alten Römerwort ,olfacere‘ und das heißt ,riechen‘. Ich erkläre dir das: Du hast das Laub riechen können. Und der Geruch erinnert dich an schöne Dinge. In deinem Fall erinnert er dich an herbstliche Dinge. Dann bekommt man ganz starke Gefühle. Da hast du also recht: Durch den Laubgeruch kannst du den Herbst ganz schön und richtig fühlen!“

„Ah“, habe ich gemeint, „dann habe ich ja doch was ganz Geheimnisvolles entdeckt: Den superdupertollen Herbstlauberinnerungsgeruch!“ Den müsst ihr auch mal so richtig schnuppern, liebe Kinder! Eure Paula

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