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Paula ist nicht päpstlicher als der Papst

24.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich den Andreas vor seiner Garage getroffen. Er wollte gerade mit dem Auto in die Redaktion fahren. Ich habe natürlich mit ihm geschimpft: „He, du Faulpelz, du wirst doch nicht zur Zeitung fahren wollen? Laufen oder Fahrradfahren ist viel gesünder. Und es ist besser für die Umwelt.“

Der Andreas hat mir geantwortet: „Aber, aber, liebe Paula, wer wird denn päpstlicher als der Papst sein? Ich muss heute ein paar Flaschen Wasser mit in die Arbeit nehmen. Das kannst du als Wasserliebhaberin doch bestimmt verstehen! Oder?“

Das mit dem Wasser habe ich natürlich gut verstanden. Trinken ist ja gesund. Also, wenn man Wasser trinkt. Das ist ja auch lecker. Aber das mit dem Papst habe ich nicht verstanden. „Was habe ich denn mit diesem Papst zu tun?“

Der Andreas hat gelacht. „Aber Paula, das ist doch nur ein Sprichwort. Man meint damit: Sei doch nicht so streng. Oder: Man muss nicht immer alles so genau nehmen. Der Papst ist nämlich der oberste Chef von der katholischen Kirche.“

Ich habe mir überlegt: „Ach so, dann machen viele Menschen, was der sagt. Und der ist ganz schön streng. Und wenn er dann mal mit seinen Leuten zufrieden ist, dann ist alles in Ordnung. Und man soll dann nicht auch noch rumschimpfen.“

„Ja, ungefähr so ist das Sprichwort gemeint. Also, es ist in Ordnung, wenn du mich zum Laufen oder Radfahren bringen willst. Aber ab und zu sollst du mich auch Auto fahren lassen“, hat mir der Andreas bestätigt. Ich habe dann mit meinem Entenköpflein genickt. Denn ich hatte das verstanden.

Den Papst habe ich in dieser Woche schon ein paar Mal in der Zeitung gesehen. Deshalb habe ich mir weiter überlegt: „Ach, und deshalb kommt er in dieser Woche nach Deutschland. Er wird mal so richtig schimpfen mit den Menschen hier. Deshalb wollen auch nicht alle, dass er kommt. Bei den Politikern in Berlin haben sich nicht alle gefreut, gell?“

Der Andreas hat mich angestrahlt und gemeint: „Ah, Paula, ich sehe, du hast brav deine Nürtinger Zeitung gelesen. Das ist gut. Aber zum Schimpfen kommt der Papst eigentlich nicht nach Deutschland. Er ist ein Gast. Ein wichtiger Gast. Schließlich ist er der Chef von über einer Milliarde katholischen Menschen auf der Welt. Zumindest, wenn es um den Glauben geht. Eine Milliarde ist eine Eins mit neun Nullen. Das ist viel.“

Das hat mich wieder gewundert: „Er will nicht schimpfen und die Menschen freuen sich trotzdem nicht alle über seinen Besuch? Wieso das denn?“

Der Andreas hat jetzt eine Weile überlegt. „Das ist gar nicht so einfach, Paula. Vor allem geht es um den Besuch und die Rede im Bundestag. Dort sitzen ja in Berlin all die gewählten Politiker, die über Deutschland bestimmen. Es ist eine sehr hohe Ehre, wenn man dort sprechen darf. Der Papst ist zwar auch der Chef des Vatikanstaats und damit ein Staatsoberhaupt wie unser Bundespräsident. Aber eigentlich ist er der Chef einer Kirche. Er hat eigentlich nur den Menschen etwas vorzuschreiben, die auf die gleiche Art und Weise an Gott glauben wie er. Deshalb wollten ihn manche nicht als Redner im Bundestag. Denn eigentlich sollen dort solche Kirchen- und Religionschefs nicht sprechen. Der deutsche Staat sagt nämlich eigentlich: Wir trennen unseren Staat von der Kirche. Es soll nämlich jeder das glauben dürfen, was er will. Das hat etwas mit der Freiheit zu tun.“

„Aber dann darf doch der Papst auch glauben, was er will. Und wenn er frei ist, darf er doch auch darüber etwas erzählen, oder?“, habe ich mir überlegt.

„Das hast du dir gut überlegt“, hat mich der Andreas gelobt. „Tja, so kann man das sehen. Manche sehen das anders. Sie sagen, dass der Papst den Menschen Vorschriften macht. Er sagt ihnen dann, wie sie leben sollen. Und dass er manchmal damit die Freiheit von manchen Menschen einengt. Dann spricht man eben in einem Land über so etwas. In den Zeitungen, im Fernsehen.“

„Vielleicht sollten sich die Menschen wirklich seine Rede erst einmal anhören“, habe ich mir weiter überlegt. „Sonst sind die ja noch päpstlicher als der Papst“, habe ich grinsend gesagt.

Der Andreas hat sich gefreut und mich in den Arm genommen. Dann hat er mir auf die Schulter geklopft: „Du hast das völlig richtig verstanden. Die Menschen sollten sich öfter einmal einfach nur zuhören. Sie müssen dann ja nicht immer alles richtig finden, was der andere denkt, glaubt oder sagt.“

Das war in Ordnung. Dann habe ich zum Andreas gesagt: „Weißt du was? Dann fahre ich heute einfach mal mit dir in die Redaktion. Das nächste Mal laufen wir aber wieder!“ Eure Paula

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