Paulas Nachrichten

Paula ist keine Brillenente

03.02.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas in die Redaktion watscheln. Ich habe mir am Markt ganz interessiert die Salatköpfe angeguckt. Plötzlich habe ich eine Hand auf der Schulter gespürt. Eine dunkle Stimme hat gesagt: „ Salatessen ist verboten. Sonst gibt es Ärger.“

Ich habe vor Angst einen Satz nach vorne gemacht. Dann habe ich den Andreas erkannt. „Aber Paula, jetzt sei doch nicht so ein Angsthase!“, hat er gesagt.

Ich habe ihn mit meinen großen runden Entenäuglein angeguckt. „He, ich bin doch kein Hase! Und warum sollen Hasen Angst haben? Weil sie an Ostern zu viele Eier verstecken müssen?“

Jetzt hat der Andreas ein bisschen seine Augen verdreht. Dann hat er gesagt: „Quatsch, Paula! Das sagt man nur so. Der Hase ist nämlich ein Fluchttier. Das heißt: Er passt immer gut auf. Er hält immer nach gefährlichen Raubtieren Ausschau. Zum Beispiel nach den Füchsen. Wenn er eines sieht, rennt er weg. Er ist nämlich nicht als Kämpfer, sondern als Renner geboren. Und er schlägt Haken!“

„Was? Er schlägt Haken? Er haut dem Fuchs mit einem Haken auf den Kopf? Na, dann ist er ja doch ein Kämpfer!“, habe ich geschnattert.

„Nein, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Das mit dem Haken bedeutet: Er rennt schnell in eine Richtung und ändert plötzlich seine Laufrichtung. Das sieht dann aus wie Haken. Die Raubtiere rechnen nicht damit. Und sie kommen ihm noch viel schlechter hinterher. Das ist auch gut bei Adlerangriffen. Der sieht die mit seinen Adleraugen von weit oben und segelt ganz schnell runter.“

„Hm“, habe ich überlegt, „Adleraugen? Was soll der Adler denn sonst für Augen haben? Entenaugen?“

Der Andreas hat wieder ein bisschen die Augen verdreht und gemeint: „Mensch, Paula, das sagt man doch auch nur so. Das ist wie dem Angsthasen. Die Hasen können schnell wegrennen. Und die Adler können super sehen. Die sehen siebenmal so gut wie ein Mensch, also wie ich zum Beispiel.“

„Klar“, habe ich gesagt, „du hast ja auch eine Brille.“

Jetzt hat mich der Andreas ganz beleidigt angeguckt und gemeint: „Jetzt sag’ bloß noch Brillenschlange zu mir!“

„Äh, nein“, habe ich ganz kleinlaut gemeint, „Brillenschlange? Du bist doch ein Mensch. Aber jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Hasen, Adler, Schlagen . . .“

„Also gut“, hat der Andreas gesagt, „Ich erkläre dir das. Die Menschen sehen in vielen Tiere ganz bestimmte Eigenschaften. Also, der Hase rennt schnell. Und der Adler sieht sehr gut. Viel besser als der Mensch. Seine Augen sind zwar nicht größer. Aber sie können viel mehr Licht aufnehmen. Man hat so minikleine Zäpfchen in den Augen. Und er hat viel mehr als andere Lebewesen.“

„Ah“, habe ich gemeint, „und was heißt dann Brillenschlange? Heißt das: Die Schlangen können auch so gut sehen wie ein Adler? Oder heißt das: Die sehen ganz schlecht und brauchen eine Brille?“ Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Nein, Paula. Das ist ganz anders. Es gibt die Kobra. Bei Gefahr richtet die sich auf. Und dann erkennt man an ihrem Körper so ein komisches Muster. Das sieht aus wie Augen mit einer Brille. Aber das Wort Brillenschlange ist nicht nett. Das sollte man nicht sagen. Die Menschen können ja nichts dafür. Manche sehen einfach nicht so gut. Dann bekommen sie eine Brille. Und die Brillen können ja echt hübsch sein.“

Er hat mir dann mal seine Brille aufgesetzt und ich habe mir im Computer damit Bilder von Adlern und Hasen angeschaut. Dann habe ich ihm die Brille zu zurückgegeben und gesagt: „Ja, deine Brille gefällt mir. Zieh’ sie nur gleich wieder auf. Ohne Brille kann ich mir dich nämlich gar nicht vorstellen. Duuuu, aber ich habe noch eine Frage. Wenn die Menschen an den Tieren solche Eigenschaften erkennen . . . Und wenn sie dann solche Worte deshalb erfinden . . . Gibt es denn auch irgendwas mit Enten? Bestimmt keine Brillenenten, oder?“

Der Andreas hat nicht gleich geantwortet. Dann hat er gemeint: „Nein, äh, ja, äh, na ja, Paula. Man spricht auch von lahmen Enten . . .“

„Wie? Das ist ja auch voll böse. Das ist fieser als Brillenschlange. Was soll denn das?“, habe ich geschnattert.

„Jetzt beruhige dich, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Die Enten watscheln halt so. Und auf dem Land sind die dadurch gar nicht so schnell.“

„Pfffff“, habe ich gesagt, „dafür können viele von uns ganz toll schwimmen. Und flattern und fliegen auch.“

„Aber klar doch, Paula. Du bist doch aber sowieso keine normale Ente. Du bist Zeitungsente. Da ist das schnell rennen, fliegen und gucken gar nicht so wichtig. Zu den Zeitungsenten fallen mir viele Ideen für verschiedene Menschen ein. Man könnte neugierige Menschen Zeitungsente nennen. Oder man könnte schlaue Menschen Zeitungsente nennen. Und ganz bestimmt könnte man ganz liebe Menschen Zeitungsente nennen“, hat der Andreas gesagt.

Das fand ich ganz lieb. So tolle Eigenschaften habe ich laut dem Andreas! Da habe ich ihn schnell in den Arm genommen, liebe Kinder! Eure Paula

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