Paulas Nachrichten

Paula ist gerne Zeitungsente

02.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas gewatschelt. Er saß wieder einmal am Computer. Er hat sich ein Bild von einem alten Mann angeguckt. Der hatte ein komisches weißes Kleid an und hat ganz nett gewunken.

„He, ist das dein Opa?“, wollte ich von Andreas wissen.

Der musste lachen. „Aber nein, Paula, dieser Mann hat garantiert keine Kinder und keine Enkel. Das ist der frühere Papst!“

„Ach ja! Das ist der Kirchenchef in Rom, gell? Jetzt erkenne ich ihn auch. Warum hat der denn so einen seltsamen Namen und so ein komisches Kleid an?“, habe ich gefragt.

„Na ja, das Wort ,Papst‘ kommt vom griechischen Wort ,pappas‘. Das heißt so viel wie ,Vater‘“, hat der Andreas geantwortet.

„Vater? Warum sagst du dann: Der hat bestimmt keine Kinder? Wie soll das denn dann gehen?“, habe ich geschnattert.

Ganz einfach, Paula! Ich erkläre dir das“, hat der Andreas gesagt. Und dann hat er mir das erklärt: „Also, die katholischen Pfarrer dürfen nicht heiraten und sie dürfen auch keine Kinder haben. Die sollen sich mit ihrem ganzen Herzen nur ganz um Gott und ihre Arbeit als Pfarrer kümmern. Der Chef von allen katholischen Pfarrern heißt ,Papst‘. Das Wort kann nicht nur Vater bedeuten. Es steht auch für Bischof. Und ein Bischof ist der Chef von einigen Pfarrern. Der Bischof von Rom ist der Papst.“

„Ist Rom so eine tolle Stadt, dass der Pfarrerchef von Rom gleich der Chef von allen anderen auch ist?“, wollte ich wissen.

„Das hat schon auch andere Gründe“, hat der Andreas gesagt. „Der Petrus soll ein Freund von Jesus gewesen sein. Und er war vor langer, langer Zeit der Chef von den ersten Christen in Rom. Deshalb war er ihr Bischof. Der Bischof von Rom ist deshalb ein ganz besonderer Bischof. Und so hat man ihm den Namen Papst gegeben. Man nennt ihn auch ,Heiliger Vater‘. Er soll sich ja um alle Katholiken kümmern wie ein Vater um seine Kinder.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „und warum muss er dann so seltsame Klamotten tragen?“

„Tja, Paula, das ist eine alte Tradition. Tradition bedeutet, dass man etwas schon ganz lange auf eine ganz besondere Art und Weise tut. Also, die Pfarrer tragen immer schon bestimmte Kleider. Daran kann man sie gleich erkennen. Und auch der Papst trägt ganz bestimmte Kleider. So wie seine Vorgänger schon vor Hunderten von Jahren. Daran erkennt man ihn. Die Kleider nennt man Ornat.“

„Wie Ohrnat? Aber die Kappe geht ja gar nicht über die Ohren!“, habe ich geschnattert.

„Ja, das hat ja auch mit den Ohren nichts zu tun. Das ist ein altes römisches Wort. Es bedeutet so viel wie ,geschmückt‘. Diese Kleider bekommt er nur für sein Amt und seine Aufgabe. Auch die Könige haben ein ganz bestimmtes Ornat. Daher sagen wir auch manchmal ,er bekleidet ein Amt‘. Er wird nämlich für sein Amt mit besonderen Kleider bekleidet.“

„Und der ist jetzt nur noch der frühere Papst, hast du gesagt? Zieht der einfach seine Kleider aus und geht in Rente?“

Der Andreas musste lächeln. „In Rente geht der eigentlich nicht, Paula“, hat er geantwortet. „Ein Papst ist eigentlich Papst, bis er stirbt. Aber der Papst Benedikt fühlt sich zu alt und krank für sein Amt. Deshalb will er nicht mehr Papst sein. Das gab’s zum letzten Mal zur Ritterzeit.“

„Ach, dann waren die Päpste früher gesünder?“, habe ich gefragt.

„Nein, die waren auch nicht gesünder. Die haben das einfach nicht gemacht. Aber jetzt können die Kardinäle, das sind wiederum die Chefs der Bischöfe, einen neuen Oberchef wählen. Das ist dann der neue Papst“, hat der Andreas erklärt.

Das mit den Kleidern fand ich sehr interessant. Ich habe zum Andreas gesagt: „Hm, ich habe auch so etwas wie ein Ornat. Schließlich kann mich jeder an meinem Gefieder erkennen. Da weiß gleich jeder: Das ist die Zeitungsente! Ich werde auch immer Zeitungsente sein. Aber ich werde bestimmt nie zurücktreten. Mein Amt wird mir immer Spaß machen.“

„Das will ich hoffen, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Einmal Zeitungsente, immer Zeitungsente! Die Kinder wären ja auch sonst sehr traurig. Die könnten ja nicht einfach eine neue Zeitungsente wählen.“

Da hat der Andreas recht. Eure Paula

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