Paulas Nachrichten

Paula ist gerne eine Speiseeisheilige

16.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich durch die Stadt gewatschelt. Das war so schön warm! Unterwegs habe ich den Kollegen vom Andreas mit dem großen Fotoapparat getroffen. Den kenne ich gut. Er hat mich begrüßt und gemeint: „Hallo, Paula, kommst du mit ein Eis essen?“

Das fand ich natürlich toll. Wir sind in eine Eisdiele gewatschelt. Mhmmmm, hat das lecker geschmeckt! Danach bin ich mit ihm in die Redaktion gewatschelt. Dort hat der Andreas vor sich hin geschwitzt. Der Andreas hat mich angelächelt und gemeint: „Na, Paula, hast du dich aufs Glatteis führen lassen?“

Das habe ich nicht verstanden. Ich habe ihn angeschaut wie ein Auto und gesagt: „Hä? Glatteis? Es ist doch viel zu warm für Glatteis! So ein Quatsch!“

„Ja“, hat der Andreas gesagt, „das sagt man halt so. Ich hätte dich in der Stadt bestimmt eiskalt erwischen können!“

„Eiskalt erwischen können?“, wollte ich wissen, „ Du hättest mich auf Glatteis eiskalt erwischen können?“

„Tja, du bist mir eben eine schöne Eisheilige!“, hat er lachend gesagt.

Das habe ich jetzt gar nicht mehr verstanden. Ich habe gestottert: „Äh, was? Du hättest mich also auf Glatteis eilig eiskalt erwischen können?“

Der Andreas hat noch mehr gelacht und gemeint: „Nicht eilig! Sondern heilig! Eisheilig! Aber jetzt pass’ mal auf, ich erkläre dir das: Du warst in der Stadt unterwegs. Richtig?“

Ich habe mit „Ja“ geantwortet.

„Tja, Paula“, hat der Andreas weitergesprochen, „und da sollst du doch eigentlich schauen, was los ist. Du bist doch als Zeitungsente eine richtige Reporterin, oder?“

„Äh, ja“, habe ich wieder geantwortet.

Der Andreas hat gemeint: „Gut! Aber stattdessen hast du ein Eis gegessen.“

„Wie? Äh, was? Äh, woher weißt du denn das?“, habe ich gestottert.

„Vanilleeis hast du gegessen, gell?“, hat der Andreas gemeint.

Das war mir richtig unheimlich. Sein Fotografenkollege konnte ihm von unserem Eis noch nicht berichtet haben. Der kam erst nach mir in die Redaktion.

„Tja, siehst du, Paula, ich bin eben megaschlau“, hat der Andreas gesagt.

Dabei ist mir etwas aufgefallen. Er hat immer kurz unter meine blaue Schleife geguckt. Und da habe ich etwas entdeckt: „Oje“, habe ich gemeint, „ich habe wohl gekleckert.“

Da war nämlich ein Fleck vom Vanilleeis auf meinem sonst ganz sauberen Zeitungsgefieder.

Der Andreas hat gelacht und gemeint: „Siehst du? Der Fleck hat dich verraten. Du hast ein Eis gegessen in der Stadt – anstatt zu arbeiten. Mein Kollege hat dich dazu verführt. Und damit hat er dich aufs Glatteis geführt. Das ist so ein Spruch. Das sagt man so. Das heißt: Man bringt jemanden dazu, etwas Gewagtes zu tun. Und das mit dem eiskalt erwischen ist auch so ein Spruch. Das bedeutet: Man überrascht jemanden dabei, wie er etwas heimlich tut. Tja, und die Eisheiligen, die kennst du doch, Paula. Die haben mit Eis eigentlich gar nichts zu tun. Das sind die Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia. Die Gedenktage von denen waren in dieser Woche. Aber du bist ja eher eine richtige Speiseeisheilige!“

„Eine was? Was soll das denn wieder sein?“, wollte ich wissen.

„Naja, an den Namenstagen von denen wird es oft noch einmal richtig kalt. Deshalb heißen die Eisheilige. Aber in dieser Woche war das Wetter ja gut. Zumindest bis Donnerstag. Und so hast du ja nichts mit Glatteis wegen frierendem Regen oder Schnee zu tun. Du bist ja eine Eisheilige, weil du ein Speiseeis gegessen hast. Eine Speiseeisheilige eben.“

„Das stimmt“, habe ich überlegt, „Das Eis zum Essen sieht ja auch ganz anders aus als das Eis im Winter auf der Straße oder das Eis von den Eiszapfen. Warum heißt denn das dann gleich?“

Der Andreas hat erklärt: „Das Speiseeis ist eben auch eiskalt. Wasser, Milch, Sahne, Eigelb und Zucker werden verrührt. Dann kommt Vanille, Erdbeeren oder Schokolade zum Beispiel dazu. Und diese Pampe kühlt man beim Rühren in einer Maschine. Und dadurch wird das zu einer eiskalten Creme. Früher hat man das Eis zum Verspeisen auch mit Eis aus den Bergen zubereitet.“

„Haha“, musste ich lachen, „dann haben nur die Bergbewohner Eis essen können?“

„Nein“, hat der Andreas geantwortet, „aber nur die ganz Reichen. Die Kaiser von den alten Römern zum Beispiel haben Eis und Schnee von ganz schnellen Läufern aus den Bergen holen lassen und in tiefen Kellern aufbewahren lassen. Die hatten ja keine kühlenden Maschinen. Dann haben die das mit den anderen Zutaten vermengen lassen. Die alten Griechen kannten das auch. Und die alten Chinesen auch. Von denen hat auch der Entdecker Marco Polo zur Zeit der Ritter die Idee und das Rezept nach Italien gebracht. Tja, und deshalb machen die Italiener heute noch das beste Eis!“

„Das stimmt“, habe ich gemeint. „Deshalb bin ich auch gerne eine Speiseeisheilige!“ Eure Paula

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