Paulas Nachrichten

Paula ist froh über Luthers Deutsch

02.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Auf seinem Schreibtisch lag ein Buch mit so einem alten Typen drauf. Den hatte ich schon ein paar Mal gesehen. Vor allem in der letzten Zeit.

Ich habe nach der Begrüßung zum Andreas gesagt: „Du, wer ist der Typ? Den sieht man gerade überall!“

Der Andreas hat mit dem Kopf genickt und gemeint: „Stimmt! Das ist Martin Luther. In dem Monat läuft noch sein Jahr!“

Das habe ich nicht so richtig verstanden. Der sah nämlich richtig alt aus auf dem Bild. Ich habe geschnattert: „Was? Sein Jahr? Lebt der etwa noch? Der sieht doch richtig alt aus.“

„Ja, ja“, hat der Andreas geantwortet, „das ist richtig, Paula. Der ist schon lange tot. Der hat vor ungefähr 500 Jahren gelebt. Also kurz nach der Ritterzeit. Und genau vor 500 Jahren hat er etwas ganz Wichtiges getan. Das wird in diesem Jahr gefeiert. Deshalb ist das Jahr 2017 das Martin-Luther-Jahr.“

„Ah“, habe ich gemeint, „und was hat er da vor 500 Jahren Tolles gemacht?“

Der Andreas musste nicht lange überlegen. Er hat geantwortet: „Er hat in der deutschen Stadt Wittenberg 95 Thesen an eine Kirchentüre geschlagen.“

„Äh“, habe ich laut überlegt, „der schlägt an die Kirchentüre? Und das wird dann 500 Jahre später gefeiert? Haben die ihn wenigstens reingelassen?“

Der Andreas hat mich kurz ganz groß angeguckt. Dann hat er meine Frage aber verstanden und lachend geantwortet: „Nicht er hat an die Türe geschlagen. Er hat seine Thesen auf Papier an die Türe geschlagen. Das heißt: Er hat sie an die Türe genagelt. Und weil man Nägel mit dem Hammer einschlägt, sagt man das so.“

„Und was war das? Teeswas? Hat das was mit Teebeuteln zu tun?“, habe ich nachgefragt.

„Natürlich nicht! Glaubst du, der nagelt da Teebeutel hin? Ich erkläre dir das lieber mal: These schreibt man T-h-e-s-e. Eine These ist in der Wissenschaft eine Behauptung. Und man erklärt die Behauptung auch. Wenn das klappt, ist die Behauptung richtig. Er hat also 95 solche wissenschaftliche Behauptungen auf Papier geschrieben und an die Kirchentüre genagelt.“

„Ach, und warum ausgerechnet an die Kirchentüre?“, wollte ich wissen.

„Na ja“, hat mir der Andreas weiter erklärt, „der war selber ein Mönch und Pfarrer. Aber ihm hat vieles an der Kirche nicht gepasst. Das hat er da draufgeschrieben.“

„Und was hat ihm nicht gepasst?“, wollte ich weiter wissen.

„Zum Beispiel der Ablass“, hat der Andreas geantwortet.

„Wer wurde da abgelassen?“, habe ich gefragt.

„Nicht wer. Sondern was. Die Sünden wurden abgelassen. Du weißt doch: Die Menschen machen manchmal etwas Böses oder Falsches. Die Christen nennen das Sünde. Dann können sie bei ihrem Gott um die Vergebung der Sünden bitten. Damals konnten die Menschen den Pfarrern Geld geben. Und dafür haben die ihnen dann die Sünden erlassen und ihnen einen Brief gegeben. Da stand das dann drin. Das fand der Luther blöd. Er hat gemeint: Die Menschen sollen lieber Gutes tun anstatt Geld zu bezahlen.“

„Ach“, habe ich gemeint, „das war ja eine gute Idee! Und deshalb feiert ihn die Kirche heute!“

„Nein“, hat der Andreas mir widersprochen, „so einfach war das nicht. Der Papst ist doch der Oberchef von der katholischen Kirche. Und der und viele andere Chefpfarrer fanden das richtig blöd von Luther. Der Papst wollte nämlich eine riesige Kirche in Rom bauen. Und dazu hat er das Geld genommen. Also gab es großen Streit mit Luther. Er sollte das nicht mehr behaupten. Sie haben ihm richtig gedroht.“

„Ah, und dann hat er seine Thesen zurückgenommen und das feiern die?“, habe ich gefragt.

„Nein“, hat der Andreas noch mal widersprochen. „Er hat gesagt: ,Meine Behauptungen stimmen. Deshalb kann ich das gar nicht zurücknehmen.‘ Es gab mehr Streit. Aber viele Menschen haben zu Luther gehalten. Und deshalb sind viele Menschen von der katholischen Kirche weggegangen. Das nennt man Reformation. Das kommt vom Römerwort ,reformatio‘ und heißt auf Deutsch so viel wie ,Erneuerung‘. Die Kirche sollte sich erneuern. Und daraus ist eine andere, neue Kirche entstanden. Und heute gibt es deshalb neben der katholischen auch die evangelische Kirche.“

„Ah“, habe ich gemeint, „und das wird gefeiert! Also die eine Kirche feiert das.“

„Genau“, hat mich der Andreas gelobt, „aber Luther war nicht nur für diese Kirche wichtig. Er hat die Bibel aus der Römersprache Latein ins Deutsche übersetzt. Kurz vorher war der Buchdruck erfunden worden. So konnten viele Menschen die Bibel lesen und die von Luther genutzte Sprache, die Worte und die Art zu schreiben, wurden zur Sprache aller Deutschen.“

„Hm“, habe ich gesagt, „dann ist der Luther ja auch für alle Zeitungsenten wichtig.“ Eure Paula

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