Paulas Nachrichten

Paula ist eine echte Zweistein-Ente

13.02.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Das gehört für mich einfach zu meinem Tag dazu. Außerdem mag ich die Schublade rechts oben am Schreibtisch vom Andreas. Wollt ihr raten, warum ich die so mag? Richtig! Da hat er seine Naschsachen drin. Aber das dürft ihr ihm nicht verraten. Ich komme natürlich immer gerne zu ihm, weil ich ihn mag. Und weil ich eine fleißige Zeitungsente bin.

Auch gestern habe ich mit einem meiner runden Entenäuglein auf die Schublade geschielt. Aber der Andreas ist ganz schön schlau. Zumindest, wenn es um das Essen geht. Er hat das nämlich gleich gemerkt und gesagt: „Na, Paula, willst du schon wieder naschen? Damit du noch größere Wellen machen kannst?“

Ich habe ihn ein bisschen wie ein Auto angeguckt. Dann habe ich gesagt: „Mir ist zu kalt zum Baden heute!“

Der Andreas hat geantwortet: „Das glaube ich! Und das habe ich auch gar nicht gemeint! Ich habe keine Wasserwellen gemeint. Ich habe Gravitationswellen gemeint!“

„Graviwasdings? Das sollen auch Wellen sein? Aber nicht im Wasser? Und was haben die mit mir und deiner Schokolade zu tun?“, habe ich geschnattert.

Jetzt musste der Andreas lachen. Er hat gesagt: „Ich erkläre dir das, Paula. Pass’ auf, das ist ganz einfach. Äh, na ja, hm, vielleicht ist es auch nicht ganz einfach . . .“

Das fand ich komisch. Ich habe geschnattert: „Was jetzt? Einfach oder nicht?“

Der Andreas hat kurz überlegt. Dann hat er mit seinen Händen auf seine Oberschenkel geklatscht und gemeint: „Also gut, es ist nicht einfach. Es ist sogar relativ schwer. Aber ich erkläre dir das trotzdem. Also: Die Gravitationskraft ist die Schwerkraft. Das Wort kommt vom Römerwort ,gravitas‘. Das heißt einfach ,Schwere‘. Schwere Dinge ziehen leichtere Dinge an. Wie ein Magnet. Der Unterschied zwischen dem schweren Ding und dem leichten Ding muss aber seeeeeeehr groß sein. Wir werden zum Beispiel von der Erde angezogen und fliegen nicht einfach so ohne zu flattern wie eine Ente in den Weltraum.

Also, insoweit hat das was mit dir und meiner Schokolade zu tun: Wenn du mehr davon isst, wirst du schwerer.“

Ich wollte ihm dazwischenschnattern. Aber der Andreas hat mich streng angeguckt und gleich weitererklärt: „So, wenn du jetzt ins Wasser hüpfst und dich bewegst, machst du Wellen. Wenn du schwerer bist und dich schneller bewegst, machst du mehr Wellen.“

„Im Wasser, ja“, habe ich gesagt, „und im Gravidings?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „das ist so: jeder Körper macht Wellen. Überall. Nicht nur im Wasser. Auch einfach im Raum. Aber bei deiner oder meiner kleinen Masse ist das uninteressant. Da können wir so viel Schokolade essen, wie wir wollen. Ich wollte dich nur ärgern.

Aber bei gaaaaaaaaanz großen Dingen ist das schon interessanter. Zum Bei-spiel bei Sternen. Weißt du, ein Stern schrumpft am Ende seines Lebens. Dann nennt man ihn schwarzes Loch. Er wird immer, immer, immer kleiner. Aber er behält seine Masse. Stell’ dir mal einen Tennisball vor, der so viel wiegt wie ein Flugzeug. Und das alles noch viel größer und schwerer. Das reicht aber noch nicht. Das Ding muss sich schnell bewegen. Das tut es, wenn es mit einem zweiten schwarzen Loch zusammenstößt. Dann gibt das heftige Wellen im Raum. Die konnte man bisher aber gar nicht merken. Aber vor Kurzem haben Wissenschaftler es nach langer Zeit und vielen Versuchen doch geschafft. Die schicken einen ganz langen dünnen Lichtstrahl auf einen Spiegel. Dann kommt die Welle durch den Raum und lenkt den Strahl ein bisschen ab. Aber nur ein unvorstellbar winziges bisschen. Und das konnten sie jetzt doch messen.“

Ich musste kurz überlegen. „Irgendwas stimmt da doch nicht“, habe ich ganz leise geschnattert. Und dann habe ich lauter geschnatteertt: „Jetzt weiß ich, was an deiner Geschichte nicht stimmt! Wieso haben die denn überhaupt immer die Wellen messen wollen? Keiner konnte die doch bemerken. Woher wussten die dann überhaupt, dass es die gibt?“

„Ah“, hat der Andreas gesagt, „du bist so schlau, du bist ja eine richtige Einstein-Ente! Ach was, eine Zweistein-Ente!“

Wieder hat der Andreas gleich weitergeredet ohne Dazwischenschnattern: „Der Einstein war ein ganz schlauer Wissenschaftler. Der hat sich vor rund 100 Jahren schon überlegt: Es muss solche Gravitationswellen geben. Er konnte sie nur nicht messen oder zeigen. Es gab noch keine Instrumente dafür. Er hat das einfach mit seinen Gedanken geschafft.“

„Oh“, habe ich gemeint, „dann hat der ja sicher immer nur nachgedacht. Na ja, das wäre nichts für mich. Ich denke ja auch mal gerne nach. Aber ich lache auch gerne und mache Spaß.“

„Keine Bange“, hat der Andreas gesagt, „der konnte schon auch lustig sein. Da, schau’ mal, Paula!“

Er hat mir ein Bild von dem Einstein gezeigt. Da hat er ganz lustig die Zunge rausgestreckt. Das hat mir gefallen. Und ich habe dem Andreas auch gleichmal die Zunge gezeigt. Wenn Einstein das konnte, kann das eine Zweistein-Ente auch! Gell, Kinder? Eure Paula

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