Paulas Nachrichten

Paula ist auch furchtlos und treu

23.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Er hat mir schon von Weitem gewunken. Und ich habe gleich gesehen: Er hat schon wieder diesen komischen rot-weißen Plastikbändel an seinem Handgelenk. Da steht „Stuttgart“ drauf. Und drei seltsam geschriebene Buchstaben. Die kann ich gar nicht lesen. Aber die sehen so ein bisschen aus wie die Buchstaben auf der Titelseite von unserer Nürtinger Zeitung.

Ich habe zu ihm gesagt: „He, trägst du den Bändel immer? Früher hast du doch so einen schönen silbernen Armreif getragen. Der hat mir besser gefallen.“

Der Andreas hat geantwortet: „Na ja, ich werde den Bändel sicher nicht für immer tragen. Aber gerade trage ich ihn schon gerne. Der ist doch von meinem Lieblingsfußballverein VfB Stuttgart.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „so etwas habe ich mir gleich gedacht. Wenn man es weiß, kann man die roten Buchstaben auch lesen: V-F-B. Warum sieht denn die Schrift so komisch aus? Die sieht ja aus wie auf unserer Zeitung vorne drauf.“

Der Andreas hat mit dem Kopf genickt. „Du hast recht, Paula. Das ist eine ganz alte Schrift. Die nennt man Fraktur. Das kommt von dem alten Römerwort ,fractura‘. Das heißt auf Deutsch einfach Bruch. Die Schrift Fraktur ist eine gebrochene Schrift.“

„Hä?“, habe ich gemeint, „warum nehmen die eine gebrochene Schrift? Haben die sich beim Kicken etwas gebrochen?“

Der Andreas hat die Augen verdreht und gemeint: „Quatsch, Paula, auch wenn man sich beim Fußballspielen schon einmal etwas brechen kann. Das hat einen anderen Grund: Es gibt ganz runde Schriften. Und die einzelnen Teile der Buchstaben nennt man Bogen. Bei diesen Schriften macht beim Schreiben oder Malen dieser Bögen keine Ecken rein. Bei den gebrochenen Schriften macht man aber Ecken rein. Dann sind die Bögen gebrochen. Aber das sind wie gesagt alte Schriften. Heute macht man das meistens anders.“

„Ah, und warum nimmt ein Fußballverein eine alte Schrift? Da kicken doch keine alten Opas. Oder doch? Und bei unserer Zeitung? Die bringt doch immer Neuigkeiten. Die berichtet doch nichts Altes. Oder?“, habe ich geschnattert.

Da hat mir der Andreas recht gegeben und gesagt: „Stimmt schon, Paula. Aber das ist wegen der Tradition.“

„Tra-was?“, wollte ich wissen. „Was ist denn das?“

„Ganz einfach“, hat der Andreas geantwortet, „das Wort Tradition kommt auch von einem alten Römerwort. Und zwar vom Römerwort ,tradere‘. Das heißt so viel wie ,hinübergeben‘. Mit einer Tradition gibt man also auch über lange Zeit hinweg etwas weiter. Beim Fußballverein und bei der Zeitung wollen sie zeigen: ,Guckt mal, so lange gibt es uns schon! Uns wird es auch immer geben!‘“

Das hatte ich dann verstanden. Ich habe gemeint: „Das finde ich gut. Dann spielt dein VfB heute Abend?“

Der Andreas hat mit dem Kopf geschüttelt und gesagt: „Nee, die spielen erst am Samstag wieder.“

Er hat ein bisschen komisch geguckt. Irgendwie hat er nervös ausgesehen. Ich habe gefragt: „Und warum trägst du den Bändel dann heute schon?“

„Na ja“, hat er ohne zu lächeln gemeint. „Es sind harte Zeiten für VfB-Fans. Die kämpfen gegen den Abstieg aus der Ersten Bundesliga. Und da möchte ich zeigen: Ich bin ein Fan und halte zu ihnen. Wenn sie am Samstag gewinnen, ist alles gut. Dann kann ich den Bändel auch wieder einmal abnehmen.“

„Hm“, habe ich gemeint, „die schaffen das! Du brauchst keine Angst zu haben!“

„Das ist lieb von dir“, hat der Andreas gesagt. „Angst habe ich nicht so richtig. Denn Fußball ist ja nicht lebenswichtig. Aber es ist halt schön, wenn die Lieblingsmannschaft in der besten Liga spielt. Aber überhaupt“, hat der Andreas gesagt und wieder ein bisschen gelächelt, „haben die VfBler sowieso keine Angst. Die sind nämlich furchtlos und treu.“

Ich habe gemeint: „Na, ,furchtlos und treu‘ hört sich ja so alt an wie die gebrochene Schrift. Das passt dann ja.“

Der Andreas hat mich gelobt: „Das hast du dir richtig gut überlegt, Paula. ,Furchtlos und treu‘ ist so etwas wie der Leitspruch vom VfB. Aber der ist schon alt. Der soll auch eine Tradition zeigen. Der Spruch stand nämlich früher auf dem Landeswappen des Königreichs Württemberg. Stuttgart war die Hauptstadt. Auf dem Wappen war außerdem noch ein Hirsch drauf. Der stand für Württemberg. Zu ihm gehört das Wort ,treu‘. Und ein Löwe war auch dabei. Der stand für Herzogtum Schwaben. Und zu dem gehört natürlich das Wort ,furchtlos‘. Da gibt es auch ein Bild vom VfB dazu. Von einem Trikot. Da steht der Spruch mit drauf. Und es steht drauf: ,Wir bleiben in der Bundesliga!‘“.

„Genau“, habe ich gesagt. Und ich habe mir dann das Bild von dem Trikot vom Andreas zeigen lassen. Und dann habe ich gesagt: „Weißt du was? Ich bin auch furchtlos und treu. Und ich helfe ihnen auch mit im wichtigen Spiel. Ich trage den Bändel auch eine Weile. Dann klappt das. Leihst du ihn mir aus?“

Der Andreas hat ihn mir ausgeliehen und heute drücken wir dann die Daumen für den VfB! Eure Paula

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