Paulas Nachrichten

Paula holt sich einen Maien für den Junitag

02.06.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern habe ich in der Stadt den Andreas getroffen. Ich habe ihn begrüßt: „He, was gibt es denn heute zu berichten aus unserer Stadt? Was machst du denn?“

„Der Oberbürgermeister, der Chef von unserer Stadt, hat mir was zum Maientag erzählt. Der ist nämlich nächste Woche wieder! Dann kann ich für unsere Leser alles zum großen Fest in der Zeitung schreiben!“

Ich habe mich sehr gefreut. Denn der Maientag ist wirklich immer ein tolles Fest. Mit einem wunderschönen Umzug von den Schulkindern. Und mit einem wunderbaren Rummel auf dem Festplatz. Da gibt es viele verschiedene Karusselle und leckere Sachen zum Essen und Naschen. Aber trotzdem habe ich eines nicht verstanden. Also habe ich zum Andreas gesagt, äh, geschnattert: „He, aber es ist doch gar nicht mehr Mai! Es ist doch schon Juni! Da kann man doch keinen Maientag mehr feiern! Das ist doch dann ein Junitag!“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Ah, da irrst du dich, liebe Paula. Aber das geht vielen so. Der Name des Maientags hat mit dem Monat Mai nichts zu tun. Das kommt von den Maien. Das sind Ruten. Und in manchen Städten hieß der Maientag deshalb auch Rutenfest.“

Jetzt habe ich mit meinen großen, runden, schönen Entenäuglein ganz groß geguckt wie ein Auto. Das Wort Rute hat mir gar nicht gefallen. Ich kenne das Wort Rute nur vom Knecht Rupprecht. Da bekommt man Kloppe auf den Hintern mit der Rute, wenn man nicht brav war. So wird es zumindest im Nikolaus-Märchen erzählt. Deshalb habe ich gesagt: „Ein Rutenfest? Was soll denn das für ein Fest sein? Das ist ja doof. Dann gehe ich nicht mehr zum Maien-, äh, zum Rutentag. Sonst bekomme ich da noch was auf meinen Entenpopo. Bloß weil ich mal frech zu dir war. Oder weil ich ab und zu zu viel Schokolade oder Eis nasche. Na ja, zu viel ist das gar nicht, glaube ich . . . Aber manche sagen, dass . . .“

„Ja, ja, ist ja schon gut, Paula“, hat mich der Andreas unterbrochen, „du kannst ruhig zum Maientag kommen. Die Ruten kann man zwar auch Maien nennen. Deshalb heißt das Fest auch so. Aber da bekommt keiner die Maien oder die Ruten auf den Popo. Selbst wenn du mich immer auslachst, wenn mein Fußballverein mal verliert. Oder auch wenn du jeden Tag 98 Kugeln Eis isst. Am Maientag sollen alle ihren Spaß haben. Alle. Auch die manchmal frechen Kinder oder Zeitungsenten.“

„Schön“, habe ich gemeint, „aber warum heißt das dann so komisch?“

„Das ist ganz einfach“, hat mir der Andreas erklärt, „ich erzähle dir die Geschichte vom Maientag. Also: Die Schulen werden immer wieder mal von ihren Chefs besucht. Das nennt man Schulvisitation. Visitation ist ein altes Römerwort. Das kommt von visitare und das heißt einfach nur besuchen. Früher, noch zu Ritterzeit schon und später, haben die Chefs immer im Frühjahr die Schulen besucht. Danach gab es ein Fest. Damals schon hat man einen Umzug gemacht. Die Schüler sind mit ihren Lehrern feierlich zur Kirche oder zum Festplatz gelaufen. Und zum Schmuck haben sie die frisch geschnittenen Ruten dabeigehabt. Das sind Äste von Bäumen und Büschen mit Blüten und Blättern dran. Die nennt man auch Maien.“

„Ah“, habe ich geschnattert, „jetzt verstehe ich! Und die Maien gibt es halt vor allem im Frühjahr. Zum Beispiel im Mai. Und der Chefbesuch in der Schule war halt auch oft im Frühjahr. Ja, und das Fest auch! Aber deshalb kann man den Maientag ruhig auch mal im Juni feiern!“

„Richtig, meine liebe schlaue Paula“, hat der Andreas gesagt, „deshalb feiern wir den in Nürtingen manchmal im Juni. Hauptsache, wir feiern ihn! Das erste Maientagsfest gab es in Nürtingen nämlich schon vor über 400 Jahren!“

„Das ist aber lange her“, habe ich gemeint, „vielleicht wird das ja in 400 Jahren immer noch gefeiert! Aber jetzt feiern wir erst einmal nächsten Samstag! Und ich hole mir einen Maien aus einem Baum dafür!“

Kommt ihr auch auf den Festplatz, liebe Kinder? Eure Paula

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