Paulas Nachrichten

Paula hat nicht mehr so viel Angst

05.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

die letzte Woche war richtig komisch. Der Andreas war im Urlaub. Das kommt ja öfters vor. Ich gönne ihm ja die Ferien auch. Er arbeitet ja oft auch richtig viel. Aber die Woche fand ich das blöd. Am Dienstag war doch der Feiertag Allerheiligen. Ich habe mich an die Jahre zuvor erinnert. Und da ist mir eingefallen: Da kommen immer die komischen Typen und klingeln an den Türen. Die sehen richtig schräg aus. Wie Geister. Die machen dann auch Krach.

Deshalb habe ich dem Andreas gesagt: „Kannst du nicht diese Woche dableiben?“ Er hat geantwortet: „Äh, nein, eigentlich nicht, Paula. Wir haben schon ein Hotel gebucht.“

„Ach so“, habe ich gesagt und wohl ganz traurig geguckt.

Der Andreas hat mich dann nämlich in den Arm genommen und ganz lieb zu mir gesagt: „Oh, meine liebe, kleine Paula. Wirst du mich so vermissen?“

Ich habe nur ein bisschen gelächelt. Ganz wenig. Deswegen habe ich mich ja nicht unbedingt so schlecht gefühlt. Plötzlich hat der Andreas ganz energisch mit dem Kopf genickt und hat mich noch fester in den Arm genommen. Er hat gesagt: „Jetzt weiß ich es! Klar! Du hast Angst vor Halloween. Ach, Paula. Da musst du keine Angst haben. Das sind doch bloß Kinder und Jugendliche. Die verkleiden sich und machen Quatsch. Aber die sind nicht gefährlich. Und unheimlich sind sie eigentlich auch nicht.“

„Eigentlich“, habe ich gemurmelt. „Eigentlich nicht. Das weiß ich doch alles. Das hast du mir doch schon so oft erklärt. Aber irgendwie passt mir das trotzdem nicht. Irgendwie habe ich trotzdem Angst. Dann ist es schon so dunkel. Und dann kommen plötzlich Lichter durch die Nacht. Und dann kommen die immer näher. Und sie fangen an zu jammern. Und dann brüllen sie . . .“

Meine Entenäuglein sind immer größer geworden. Ich habe weitererzählt: „. . . und dann kommen sie zu unserem Haus. Und dann klingeln sie auch noch. Immer wieder! Wenn man nicht aufmacht, klingeln sie immer lauter und immer mehr!“

Ich habe immer mehr Angst bekommen. Obwohl ich wusste: Dafür gibt’s gar keinen Grund. Ich habe mich richtig vor dem Andreas geschämt. Aber der hat mich nicht ausgelacht. Er hat mich einfach fest in seinen Armen gehalten. Das war schön.

Ich habe ihn gefragt: „Findest du das gar nicht zum Lachen?“

Er hat ganz schnell den Kopf geschüttelt und geantwortet: „Nein, Paula. Angst ist ein Gefühl. Da können wir gar nichts dagegen machen. Wir können uns schon sagen: He, Andreas, he, Paula, für diese Angst gibt’s eigentlich keinen Grund. Aber wenn die Angst bleibt, wenn wir dieses Gefühl dann doch einfach nicht loswerden, dann ist das eben so.“

„Geht es dir manchmal auch so, dass du einfach Angst vor irgendetwas hast?“, wollte ich wissen.

„Ja, ich habe auch manchmal Angst vor etwas, obwohl es im Moment gar keinen Grund dafür gibt – und obwohl ich das ganz genau weiß. Wenn die komischen Gestalten an Halloween kommen und Krach machen, dann sieht das ja schon geheimnisvoll aus. So im Dunkeln. Und sie machen komische Geräusche. Ganz tief in unserem Herzen erinnert uns das an gefährliche Sachen. Vielleicht hatten ja auch vor langer, langer Zeit unsere Vorfahren Angst im Dunkeln. Sie konnten viele gefährliche Sachen dann nicht sehen und erkennen. Räuber zum Beispiel. Oder auch gefährliche, wilde Tiere. Und früher hat man ja auch an Geister und so geglaubt. Heute wissen wir, dass es die nicht gibt. An all das erinnern wir uns vielleicht bei solchen komischen Besuchen wie an Halloween. Dann bekommen wir Angst. Und wir wissen gar nicht so richtig, warum das so ist.“

Plötzlich ging’s mir viel besser. Ich habe das gleich dem Andreas gesagt: „He, jetzt habe ich gar nicht mehr so Angst.“

„Tja“, hat er gemeint, „manchmal reicht es, sich die Angst zu erklären. Und es reicht auch manchmal zu wissen: Es ist ganz normal, dass mir etwas ein bisschen unheimlich ist und dass ich ein bisschen Angst bekomme.“

„Na gut“, habe ich ganz mutig gemeint. „Dann gehe ruhig in Urlaub. Und ich warte hier auf die komischen, unheimlichen Geister.“

Und dann habe ich etwas kleinlauter gemeint: „Naja, und wenn sie nicht kommen, ist das auch in Ordnung!“

„Du hast ja recht“, hat der Andreas gesagt. „Ich gebe dir den Schlüssel von unserem Haus. Da lässt du es dir gut gehen an diesem Abend. Du machst dir einen schönen Salat zurecht, du schenkst dir ein schönes, kühles Glas Wasser dazu ein. Dann kannst du dir ja noch schöne Musik laufen lassen. Und wenn die Typen dann kommen und du Angst bekommst, ist das kein Problem. Ich schreibe dir meine Handynummer auf. Dann rufst du mich an und wir unterhalten uns über lustige Sachen.“

Das fand ich super. Ich habe dem Andreas noch einen großen Schmatz gegeben und dann bin ich los. Ich habe das dann alles so gemacht, wie er es mir gesagt hat. Und als die Typen gekommen sind, habe ich mich ein bisschen komisch gefühlt. Aber anrufen musste ich den Andreas nicht. Ich wusste ja: Das kleine bisschen Angst ist normal. Und außerdem kann ich den Andreas anrufen, wenn es schlimmer wird. Das hat so gut gepasst! Und wie war’s bei euch, liebe Kinder? Eure Paula

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