Paulas Nachrichten

Paula hat das weiße Gold entdeckt

08.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

vor Kurzem habe ich den Andreas vor seinem Haus angetroffen. Es hat wieder einmal ein bisschen geschneit. Und es war sehr kalt. Er hat mit dem Fuß auf so einer halbgefrorenen Pfütze rumgemacht und gemeint: „So ein Mist! Es gibt kein Salz mehr!“

Ich habe gar nichts gesagt und bin einfach in sein Haus rein. Die Tür war offen. Und ich kenne mich sehr gut aus bei ihm daheim. Ich habe also den Salzstreuer aus dem Schrank geholt und habe ihn dem Andreas gebracht. „Da hast du dein Salz!“, habe ich gesagt. Auch wenn ich nicht wusste, was er damit auf der Straße wollte.

Er hat den Salzstreuer genommen und mich ziemlich seltsam angeschaut. „Was guckst du denn so? Du wolltest doch das Salz haben?“, habe ich gesagt.

Er hat geantwortet: „Aber Paula, ich will doch hier draußen kein Frühstücksei essen! Das Salz verhindert, dass das Wasser auf der Straße zu Eis gefriert! Es verschmilzt mit dem bisschen Tauwasser, das immer auf dem Eis und dem Schnee ist. Und diese Mischung kann nicht mehr gefrieren. Dafür sorgt das Salz. Und so taut dann alles auf.“

„Echt?“, habe ich gesagt. „Das ist ja interessant. Na ja, dann streue doch das Salz nicht auf dein Frühstücksei, sondern auf die Straße und deinen Bürgersteig!“

„Das darf man eigentlich nicht machen, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Das Salz verhindert zwar das Eis. Aber es ist nicht gut für die Umwelt. Das Salz sickert in den Boden und verändert ihn. Außerdem ist das Salz für viele Pflanzen nicht gut. Und auch für die Tiere ist es nicht so gut. Das Salz kann zum Beispiel die Pfoten von den Hunden verletzen. Also auf den Gehwegen ist es eigentlich nicht erlaubt. Aber auf den Straßen wird es dann doch gestreut.“

„Wieso das denn?“, wollte ich wissen. „Weil da keine Hunde rumlaufen? Oder geht das Salz dann nicht zu den Pflanzen?“

„Na ja, die schlechten Nebenwirkungen bleiben“, hat mir der Andreas erklärt. „Aber auf den Straßen ist es sehr wichtig. Wenn die Autos ins Rutschen kommen, kann es schlimme Unfälle geben. Dann werden Menschen verletzt. Oder sogar getötet.“

„Das stimmt. Dann sollte man da schon streuen. Warum macht das dann jetzt keiner?“, wollte ich wissen.

„Dafür ist die Stadtverwaltung zuständig. Die haben Angestellte, die das Salz streuen. Wenn es aber immer so kalt ist und schneit, geht das Salz aus. Und man kann dann kein neues mehr kaufen. Dann braucht man das Salz nämlich überall. Dann kann das richtig gefährlich werden auf den Straßen.“

Das fand ich sehr interessant. Ich habe gesagt: „Dann ist ja das Salz sehr wertvoll. So wertvoll wie Gold womöglich!“

Der Andreas hat gelacht und gemeint: „Da hast du völlig recht. Man hat das Salz schon früher das ,weiße Gold‘ genannt. Das war so wichtig, weil man mit Salz auch Lebensmittel haltbar machen kann. Zum Beispiel Fleisch. Die werden dann nicht schlecht und man kann sie länger essen. Aber das Salz gab es nicht überall. Deshalb war das Salz sehr teuer. Das war zur Zeit der Ritter schon so. Und später war das auch noch so. Zum Würzen braucht man das Salz natürlich heute noch.“

„Wo kommt denn das Salz sehr, wenn es das nicht überall gibt?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat mir auch diese Frage beantwortet: „Man kann es in Bergwerken abbauen. Es kommt dann im Gestein vor. Oder aber man gewinnt es aus dem Meereswasser. Dann leitet man das Wasser in flachere Bereiche. Dort verdunstet das Wasser und das Salz bleibt übrig.“

„Salz ist Salz“, habe ich mir überlegt. „Dann könnte man doch wirklich das Salz für deine Frühstückseier auch nehmen, um das Eis aufzutauen. Oder?“

Der Andreas hat überlegt. Dann hat er gemeint: „Tja, Salz ist Salz. Aber das Salz für die Lebensmittel, das Speisesalz also, muss ganz sauber gereinigt sein. Und es ist auch ganz fein. Das Streusalz, mit dem man das Eis auftaut, ist oft gröber. Und es sind auch noch andere Stoffe drin.“

Das fand ich alles sehr interessant. Und ich fand es lustig, dass man Gold auf die Straße und die Eier streut. Eure Paula

Paulas Nachrichten

Ein Schaf als Mähmaschine

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