Paulas Nachrichten

Paula hat auch blaues Blut

17.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich den Andreas in der Redaktion besuchen. Aber er war nicht da. Er hatte einen freien Tag, der Gauner! Also bin ich zu ihm nach Hause gewatschelt. Da habe ich ihn tatsächlich gefunden. Er ist mit seiner Familie und Freunden auf der Terrasse gesessen und hat durch die Sonnenbrille in die Sonne geblinzelt. Das kann ich gar nicht so leiden. Ich mag zwar Sonne und den Sommer. Aber wenn ich so in Ruhe irgendwo sitze und mich unterhalte, habe ich gerne Schatten.

„He, willst du nicht den Sonnenschirm aufmachen?“, habe ich geschnattert.

„Nee“, hat der Andreas gesagt. „das ist die Spätsommersonne. Außerdem ist es Nachmittag. Da ist die Sonne nicht mehr so stark. Naja, aber du willst ja bestimmt deine vornehme Blässe bewahren. Da mache ich dir eben den Schirm auf!“

Dann haben alle ein bisschen gelacht. Ich habe das natürlich nicht kapiert. Ich habe mir mein Gefieder angeguckt und gemeint: „Na gut, ich bin ja schon ziemlich weiß. Bis auf die schwarzen Buchstaben. Aber was hat denn das mit vornehm zu tun?“

„Naja“, hat der Andreas gesagt. „Eigentlich nicht so viel. Das sagt man halt so. Früher wollten die Reichen und Schönen immer blass sein. Und die armen Bauern, die waren braun gebrannt.“

Das habe ich auch nicht verstanden. Also habe ich gefragt: „Wie? Aber heute wollen doch alle braun gebrannt sein. Die gehen doch extra in den Urlaub an den Strand und baden in der Sonne. Manche gehen sogar in das Solardingsbums und zahlen Geld dafür. Wenn einer braun ist, dann kann er sich einen tollen Urlaub leisten. Der ist dann doch nicht nur schön, weil er schön braun ist. Der ist dann doch auch noch reich, weil er in den Süden fliegen kann, um faul in der Sonne zu liegen.“

„Das stimmt“, hat der Andreas gesagt. „Aber früher war das ganz anders. Die Bauern zum Beispiel haben immer draußen arbeiten müssen. Oder die armen Fischer zum Beispiel. Dann sind die bei der Arbeit braun geworden. Und die Reichen und Adligen mussten nicht raus zum Arbeiten. Die blieben im Schatten. Und deshalb blieben sie blass. Wenn sie rausmussten, haben sie sich mit Schirmen und so vor der Sonne geschützt. Sie wollten eben auf jeden Fall nicht wie Bauern aussehen. So haben sie ihre vornehme Blässe und ihr blaues Blut gewahrt.“

Jetzt hat es mir aber gereicht. Das mit der „vornehmen Blässe“ hatte ich ja kapiert. Aber was sollte jetzt wieder das mit dem blauen Blut sein?

Ich habe wieder losgeschnattert: „Blaues Blut? Blut ist doch rot! Denen ihr Blut ist doch nicht etwa durch den vielen Schatten blau geworden?“

Der Andreas musste lachen. „Oh nein, das wäre ja auch nicht gesund. Ihr Blut war schon rot. Man sagt eben so, dass die Adligen blaues Blut haben.“

Der Andreas hat wahrscheinlich gleich meine fragenden Entenäuglein gesehen. Deshalb hat er gleich weitererklärt: „Im frühen Mittelalter, noch vor der Ritterzeit, kamen arabische Eroberer nach Spanien. Dort waren bis dahin die Goten die Chefs. Das war ein germanisches Volk. Die kamen also eher aus dem Norden. Deshalb waren sie viel bleicher als die Typen aus dem Süden. Man hat durch ihre Haut durch gut die Blutgefäße sehen können. Und durch die Haut hindurch sehen die blau aus. Du musst mal gucken. Und weil die bleichen Goten mit ihrem blauen Blut dort die Chefs waren, hat man irgendwann von allen Adligen gesagt, sie hätten blaues Blut. Aber das musst du ja gut verstehen, Paula. Schließlich hast du auch blaues Blut.“

„Ich und blaues Blut? Was soll denn das sein? Dann wäre ich ja Paula von Print, und nicht einfach Paula Print.“

Der Andreas musste lachen. „Oho, Frau von Print! So habe ich das nicht gemeint. Weißt du, von Reportern und so sagt man oft, dass die Tinte im Blut fließen haben. Weil sie so gerne und gut schreiben. Ich habe das eher so gemeint.“

Das hat mich natürlich gefreut. Aber so richtig glauben konnte ich das nicht. Ich habe mir beim Andreas in seinem Arbeitszimmer ein Tintenfässchen angeguckt. „Das soll ich in meinen Adern fließen haben?“, habe ich ganz ungläubig gefragt.

Und der Andreas hat gemeint: „Du glaubst das nicht? Wir können dich ja mal mit einer Nadel pieksen.“

Da hatte ich gar keine Lust drauf. Deshalb habe ich gemeint: „Oh, äh, ich habe, glaube ich, noch was vor. Ich muss weg.“

Ich habe „Tschüss“ gesagt und habe nur noch gehört, was der Andreas zu seinen Freunden gesagt hat: „Tja, die Paula ist eben eine fleißige Zeitungsente. Die hat bestimmt noch einen Termin für die Zeitung.“ Das fand ich lieb. Aber nur, wenn er es ernst gemeint hat. Eure Paula

Paulas Nachrichten

Einmal schön gruseln, bitte

Die amerikanische Halloween-Tradition, im Oktober Kürbisse zum Herstellen von Fratzen zu nutzen, hat sich auch in Deutschland durchgesetzt

In der Nacht zum 1. November feiern viele Menschen Halloween. Woher kommt der Brauch? Einige Fachleute meinen:…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten