Paulas Nachrichten

Paula hat Angst vor ferngesteuerten Autos

25.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich den Andreas in der Stadt getroffen. Es war ein richtig unangenehmes Wetter. Es war kalt. Und es hat geregnet. „Ich fahre in die Redaktion, Paula. Mit dem Auto“, hat der Andreas gesagt. „Kommst du mit?“

Das war eine gute Idee. Im Auto war es warm und trocken. Dann standen wir an der Ampel. Neben uns stand ein anderes Auto. Es wurde grün, wir fuhren los, und das andere Auto auch. Ich habe mal rübergeschaut – und dann bin ich beinahe in Ohnmacht gefallen. „Hilfe! Das Auto hat gar keinen Fahrer!“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat auch mal rübergeschielt und gesagt: „Tja, Paula, das war eben ein ferngesteuertes Auto!“

Das hat mich nun überhaupt nicht beruhigt. „Was? Ferngesteuert? Das ist doch viel zu gefährlich!“

Jetzt wollte mich der Andreas beruhigen: „Ist ja schon gut, Paula, das war nur ein Witz. Das war kein ferngesteuertes Das war ein Auto aus England. Die fahren links. Deshalb haben die das Lenkrad auf der anderen Seite als wir. Die haben das Lenkrad auf der rechten Seite. Ich zeige dir in der Redaktion gleich ein Bild von so einem Auto!“

Die Engländer sind mir ein bisschen komisch vorgekommen. „Die fahren links und wir rechts? Das ist ja supergefährlich. Da bauen die doch dauernd Zusammenstöße!“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat mich beruhigt: „Nein, nein, Paula. So ist das nicht. Wenn die Engländer in Deutschland fahren, müssen sie auch rechts fahren. Und wenn wir in England fahren wollen, müssen wir eben links fahren. Das gilt übrigens nicht nur in England. Das gilt auf den ganzen Britischen Inseln. Also muss man auch in Irland und Schottland links fahren. Das schreibt das Gesetz so vor.“

So richtig gut ist mir das auch wieder nicht erschienen. Also habe ich weitergefragt: „Aber wenn jetzt ein Deutscher dort auf den Inseln rumfährt . . . Kapiert der das dann gleich? Oder vergisst der das und kawumm bumms rumms . . .“

„Nein, nein, Paula“, hat der Andreas gemeint, „nichts kawumm und so! Da passiert normalerweise nichts. Ich war schon in England und Schottland unterwegs. Man weiß ja, dass das da ganz anders ist. Und dann passt man da eben ganz arg auf. Blöd ist nur, wenn man mit einem deutschen Auto da fährt. Da ist das Lenkrad auf der falschen Seite dafür. Da gibt es Probleme beim Überholen. Denn an einem großen Lastwagen sieht man dann gar nicht vorbei.“

Das habe ich verstanden. Trotzdem fand ich das blöd. „Warum gibt es denn nicht in der ganzen Welt das gleiche Gesetz? Dann könnten alle einfach links oder rechts fahren?“, habe ich gefragt.

Der Andreas hat mir recht gegeben: „Das ist keine schlechte Idee! Aber darauf einigen sich die Länder nie. Das mit den verschiedenen Straßenseiten ist einfach so gewachsen. In Europa wird auf dem Festland rechts gefahren. Das kommt noch von Napoleon. Der war vor über 200 Jahren Chef von Frankreich. Er hat mit seiner riesigen Armee beinahe ganz Europa erobert. Und dann hat er in allen Ländern das Gesetz eingeführt – und so fährt man seitdem rechts.“

„Äh, äh“, habe ich gestottert, „vor über 200 Jahren? Aber da gab es doch noch gar keine Autos?“

„Das stimmt“, hat der Andreas geantwortet. „Aber die fuhren ja mit Pferdekutschen durch die Gegend. Und da war es mit einer festen Regel einfacher! Man glaubt übrigens, dass da auch die Festlegung auf links oder rechts herkommt. Bei manchen Pferdekutschen ist der Kutscher auf einem der Pferde gesessen. Da hat er am besten das Pferd ganz links hinten genommen. Dann konnte er mit der rechten Hand ganz gut alle anderen Pferde mit seiner Peitsche lenken. Der sah natürlich am besten auf der rechten Straßenseite. Die Franzosen hatten anscheinend viele solche Kutschen. Ihr Chef Napoleon hat sich da vielleicht gedacht: ,Hm, da wäre doch so ein Gesetz zum Rechtsfahren ganz gut.‘“

„Und die Engländer?“, wollte ich wissen, „hatten die andere Kutschen?“

„Das ist eine sehr gute Frage“, hat der Andreas geantwortet. „vielleicht hatten die wirklich eher andere Kutschen. Bei manchen saß der Kutscher ja auf der Kutsche selber. Die Bremse war so ein langer Hebel. Der war schwer zu bedienen. Da brauchte man schon den starken rechten Arm dazu. Also saß der Kutscher rechts bei der Bremse und . . . “

Ich habe den Andreas unterbrochen und geschnattert: „ . . . und ist deshalb ganz links gefahren! Dann konnte er den Gegenverkehr gut sehen! Stimmt’s?“

Der Andreas hat mich gelobt. Und ich habe gemeint: „Wir sollten mal mit so einem englischen Auto fahren. Dann glauben die Menschen, ich bin der Fahrer!“ Der Andreas musste lachen und meint: „Mensch, Paula, was da wohl gefährlicher wäre? Ein ferngesteuertes Auto oder ein entengesteuertes Auto?“

Darauf habe ich lieber keine Antwort gegeben. Ich habe ihn nur etwas sauer angeschaut. Eure Paula

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