Paulas Nachrichten

Paula hätte gerne ein Salatküchle

29.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Direkt nach der Mittagspause. Da hat es seltsam gerochen. Wie in einer Gaststätte. Oder wie in einer Küche. Der Andreas hat ganz komisch geguckt. Irgendwie sah er nicht so glücklich aus. Zuerst wollte ich aber wissen, woher der Geruch kommt.

„He, was ist denn hier los? Seid ihr jetzt unter die Köche gegangen? Ihr sollt doch hier eine Zeitung machen!“, habe ich geschnattert.

„Klar, Paula. Machen wir ja auch. Und unter die Köche sind wir auch nicht gegangen. Aber wir müssen ja zwischendrin auch immer etwas essen. Das ist wichtig und gesund. Wer nichts isst, hat keine Energie. Und die braucht man auch am Schreibtisch. Auch das Gehirn braucht Energie, wenn es denken soll. Deshalb kann es hier auch schon einmal nach Essen riechen“, hat der Andreas geantwortet.

„So? Du isst hier in der Redaktion? Aber du gehst doch immer in der Mittagspause nach Hause. Deine Frau kocht doch immer! Isst du denn dann zweimal, du Vielfraß?“, habe ich mit ihm geschimpft.

„Nein, nein, Paula. Das wäre dann auch wieder nicht besonders gut. Nach dem Essen soll man immer eine lange Pause machen, bevor man wieder etwas isst. Wenn man isst, wird nämlich keine Energie abgebaut. Und von der hat man ja schon vorher genug aufgenommen. Da kann man dick werden. Aber Appetit bekomme ich schon, wenn es so gut riecht. Mein Kollege hier gegenüber isst gleich. Er hat sein Vesper in der Tüte auf seinem Schreibtisch. Er holt sich sicher nur noch einen Teller“, hat er mir erklärt.

„Aha“, habe ich gelacht. „Deshalb guckst du auch so komisch. Du würdest auch gerne etwas essen und bekommst nichts ab. Du Armer! Was isst er denn so Leckeres, dass du das auch so gerne hättest?“

„Naja, er isst ein Fleischküchle. So etwas mag ich schon gerne“, hat er gesagt.

Das hat mich doch sehr gewundert. Ich habe gemeint: „Einen Kuchen? Aber du bist doch gar nicht so ein großer Kuchenfan. Oder?“

„Das stimmt, Paula. Aber das ist doch ein Fleischküchle“, hat er gesagt und dabei das Wort „Fleisch“ ganz besonders betont.

„Ein Kuchen aus Fleisch? Was ist denn das für ein komisches Ding?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat mir das dann alles erklärt: „Der heißt ja auch nur bei uns in Süddeutschland so. Vor allem bei uns Schwaben. Das ist einfach zerhacktes Fleisch. Das wird dann zu so einem Batzen geformt und in der Pfanne gebraten. Das sieht aus wie ein Kuchen aus Fleisch. Der ist halt gebraten und nicht gebacken. Deshalb heißen die Dinger in Norddeutschland zum Beispiel oft ,Frikadelle‘. Dieses Wort kommt von den Franzosen. Und die haben das von den Römern. In ihrer lateinischen Sprache hieß ,frigere‘ einfach ,rösten‘ oder ,braten‘. Manche sagen auch ,Bulette‘ dazu. Das kommt vom französischen ,boule‘. Das heißt eigentlich ,Kugel‘. Und das heißt kleine Kugel. In unserer Hauptstadt Berlin musst du schon Bulette sagen, wenn du ein Fleischküchle willst.“

„Ach, weißt du“, habe ich gemeint. „Das riecht ja gar nicht so schlecht. Aber du weißt doch: Ich esse nicht so gerne Tiere. Ich mag doch lieber Salat. Wenn du vielleicht ein Salatküchle für mich hättest . . .“

Der Andreas hat gelacht und mich in den Arm genommen. Dann hat er gesagt: „Weißt du, wenn man ein bisschen Fleisch isst, kann das ganz gesund sein. Das weißt du ja. Und ein Salatküchle . . . Hm, ich weiß nicht, ob das schmecken würde. Aber es gibt Veggie-Burger. Da ist auf einem Brötchen kein Fleischküchle, sondern ein Batzen aus gebratenem Gemüse, Nüssen oder Pilzen.“

„Wie heißen die? Weg-geh-Bürger? Rennen da die Bürger weg, weil das nicht schmeckt?“, habe ich mich gewundert.

Der Andreas musste sehr laut lachen. Dann hat er mir auch das erklärt: „Nee! Veggie kommt von Vegetarier. Vegetarier essen kein Fleisch. Und der Wortteil ,Burger‘ kommt von ,Hamburger‘. Das sind amerikanische Brötchen mit Fleischküchlein.“

„Ah“, habe ich dazwischengeschnattert. „Bestimmt heißt das so, weil die Menschen aus Hamburg die Fleischküchle erfunden haben.“

„Die Idee ist nicht so schlecht, Paula“, hat mich der Andreas gelobt. „In Hamburg soll es so ein Rezept gegeben haben. Und als Hamburger nach Amerika ausgewandert sind, haben sie das Rezept mitgenommen. Vielleicht heißen die Dinger aber auch so, weil früher viel Rindfleisch mit Schiffen über Hamburg nach Amerika kam, bevor die selber Rinder gezüchtet haben.“

„Hm“, habe ich mir überlegt. „Dann erfinde ich jetzt doch ein Fleischküchle aus Salat. Den nenne ich dann Paulaburger. Oder Nürtinger – weil ich doch hier zu Hause bin.“ Ihr könnt sie ja dann mal probieren! Eure Paula

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