Paulas Nachrichten

Paula gönnt den Kindern die Ferien

11.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche war ich wieder einmal in der Stadt unterwegs. Es war sehr warm. Da sprechen die Kinder eigentlich andauernd vom Freibad. Aber in dieser Woche haben sie sich andauernd über Ferien unterhalten! Manche wollten auch verreisen.

Das konnte ich nicht verstehen. Weihnachten ist im Winter. Ostern ist auch schon vorbei. Und die großen Sommerferien sind erst so richtig im Sommer. Ich wollte natürlich nichts versäumen. Deshalb bin ich gleich zum Andreas.

„Grüß dich, Paula“, hat er ganz fröhlich gerufen.

„Hallo, Andreas“, habe ich geantwortet. „Warum bist du denn so fröhlich? Hast du etwa auch bald Urlaub? Haben die Kinder etwa doch recht mit den Ferien?“

„Natürlich haben die recht“, hat er gesagt und mit der Sonne um die Wette gestrahlt. „Es sind Pfingstferien.“

Ich habe ihn nicht richtig verstanden. „Was für Ferien?“, habe ich geschnattert.

„Pfingstferien“, hat er ganz langsam wiederholt. „An Pfingsten feiert man die Ankunft des Heiligen Geists, Paula.“

Das hat mich durcheinandergebracht. „Ein Geist? Ein Geist, der Pfingsten heißt? Das willst du feiern? Ich habe Angst vor Geistern! Die Kinder wahrscheinlich auch. Deshalb wollen die mit ihren Eltern verreisen, die Feiglinge! Und ich soll hierbleiben!“

Der Andreas hat mich ausgelacht. „Natürlich musst du hierbleiben. Es gehen ja nicht alle Kinder auf Reisen. Also musst du auch hierbleiben. Du kannst doch unsere jungen Leser nicht alleine hierlassen!“

Da hat er ja schon ein bisschen recht. Ich habe ein wenig Mut gefasst. Aber Angst hatte ich immer noch. „Und du?“, habe ich gesagt. „Hast du auch Angst vor dem Geist und verreist deshalb?“

Jetzt hat der Andreas nicht mehr gelacht. Er hat mich in den Arm genommen und ganz ernst gesagt: „Nein, Paula, ich habe keine Angst vor Geistern. Denn es gibt ja gar keine. Und dieser Geist von Pfingsten ist ein Heiliger Geist und etwas ganz Besonderes.“

Er hat mich lange angeguckt und nicht weitererzählt. Das macht er oft so, wenn er mir eigentlich was erklären will. Er will dann sehen, ob ich mich für seine Geschichte auch interessiere. Also habe ich ihm den Gefallen getan und gesagt: „Mach’s doch nicht so spannend. Erzähle mir schon die Geschichte von diesem Geist namens Pfingsten.“

Jetzt hat er wieder ein bisschen gelächelt. Dann hat er berichtet: „Na gut, Paula. Also der Geist heißt nicht Pfingsten. Das Fest ist auch nicht nach ihm benannt. Das deutsche Wort Pfingsten ist aus dem griechischen Wort ,Pentekoste‘ entstanden. Das heißt eigentlich ,fünfzig‘. Gemeint ist damit der 50. Tag nach Ostern. Die Geschichte stammt aus der Bibel, dem heiligen Buch der Christen. Du weißt doch: In der Bibel steht, dass Jesus an Ostern gestorben und wieder auferstanden ist. 40 Tage später ist er in den Himmel gefahren, stellen sich die Gläubigen vor. Wieder zehn Tage später aber, also insgesamt 50 Tage nach Ostern, ist etwas ganz Besonderes passiert. Die Jünger, das waren die engsten Freunde von Jesus, haben ein Fest gefeiert. Die waren nämlich Juden, so wie Jesus auch. Das sind auch Anhänger einer Glaubensrichtung wie die des Christentums oder auch des Islams. Sie feierten so etwas wie Erntedank. Und sie feierten, dass Gott ihnen vor vielen Jahren Gesetze gegeben hatte. Also, Paula, stell dir vor, die sitzen beieinander und dann wurden sie vom Heiligen Geist erfüllt.“

Ich habe ihn angeschaut wie das berühmte Auto. „Die wurden von einem heiligen Geist erfüllt? Und wie soll das funktionieren? Außerdem hast du gesagt, dass es gar keine Geister gibt.“

„Da hast du gut aufgepasst, Paula, man kann sich das auch wirklich nicht so einfach vorstellen“, hat der Andreas gesagt. „Das Wort ,Geist‘ kann verschiedenes bedeuten. In Märchen meint man mit Geistern einfach Gespenster. Mit Geist meint man aber auch die Seele des Menschen oder seine Intelligenz. Geist kann aber auch bedeuten: Menschen denken in eine ganz bestimmte Richtung. Ich gebe dir ein Beispiel: Eine Fußballmannschaft verliert andauernd. Dann bekommt sie einen neuen Trainer. Plötzlich rennt und kämpft jeder in der Mannschaft. Dann kann man sagen: ,Da ist ein ganz neuer Geist in der Mannschaft.‘ Man kann dann auch sagen: ,Die Spieler haben einen guten Kampfgeist.‘“

„Und was hat das jetzt mit dem Jesus zu tun? Hat der Fußball gespielt?“, wollte ich wissen.

„Nein, Paula, damals gab’s noch kein Fußball. In der Bibel ist das so erklärt: Es gab ein Brausen wie von einem Sturm. Und feurige Zungen in der Luft. Danach aber konnten die Freunde von Jesus plötzlich ganz viele Sprachen sprechen. Man sagt: Sie waren vom Heiligen Geist erfüllt. “

„He, das wäre ja voll toll für die Kinder in der Schule“, habe ich mir überlegt. „Dann müssten die gar keine Englischwörter lernen.“ Der Sohn vom Andreas muss das nämlich immer.

Der Andreas hat gelacht: „Stimmt, Paula. Aber die Christen erzählen, dass die Jünger dann den Menschen in der ganzen Welt von der Lehre von Jesus erzählen konnten. Deshalb wird da an Pfingsten auch der Geburtstag der christlichen Kirche gefeiert. Mit Kirche ist aber nicht das Gebäude gemeint. Damit ist die Gemeinschaft der Gläubigen gemeint – bevor du fragst, du neugierige Zeitungsente!“

„Na gut“, habe ich gesagt. „Wenn ich keine Geister fürchten muss, freue ich mich für die Kinder auf die Ferien.“ Eure Paula

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