Paulas Nachrichten

Paula gibt gerne eine Audienz

12.03.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche war ich am Dienstag natürlich bei der Stadthalle. Die Bundeskanzlerin kam doch dorthin. Davon habe ich euch doch schon erzählt. Also, ich wollte mir das unbedingt angucken. Der Andreas und sein Freund haben mir ja extra einen Presseausweis gemacht. Damit wollte ich eigentlich in die Halle rein und mir die Frau Merkel anhören. Die ist ja beinahe so berühmt wie ich. Äh. Na ja, äh, andersrum eben, ich meine natürlich: Ich bin ja beinahe so berühmt wie die Bundeskanzlerin. Gell! Oder? Äh, hier in Nürtingen halt. Da bin ich ja wirklich berühmt.

Mich haben dann auch tatsächlich viele Menschen gekannt. Da waren nämlich eine ganze Menge unterwegs. Vor der Halle war eine richtig lange Schlange. Viele haben mich erkannt und gerufen: „Hallo, Paula!“ – „Toll, dass du auch da bist!“ – „Wirst du auch was erzählen?“ – „Gehst du zur Audienz bei der Kanzlerin?“

Den letzten Satz habe ich nicht verstanden. Das eine Wort zumindest nicht. Ich wollte es mir merken. Damit ich den Andreas fragen kann.

Den Andreas habe ich auch gleich gesehen. Der war in der Schlange ganz vorne. Ich habe ihn gerufen: „He, warte mal, ich habe eine Frage! Ich bleibe auch lieber draußen. Da sind mir zu viel Leute!“

Aber der Andreas musste direkt rein in die Halle. Um ihn herum waren lauter Typen mit riesigen Fernsehkameras und Fotoapparaten. Da konnte er nicht einfach stehen bleiben. Sonst wären die alle sauer gewesen. Er konnte gerade noch rufen: „Das ist in Ordnung, Paula! Wir sehen uns nachher! Du kannst dich ja draußen umschauen!“

Das habe ich dann auch gemacht. Die Kanzlerin kam dann mit so einem dicken Auto vorgefahren. Na ja, sie selber ist natürlich nicht gefahren. Sie hatte natürlich einen Fahrer. Und dann waren noch viele andere Typen dabei. Die haben auf sie aufgepasst. Sie ist gleich rein in die Halle. Aber draußen gab es so eine Leinwand. Das war wie Fernsehen. Die haben alles von drinnen direkt gezeigt.

Aber ich will ja ehrlich sein, liebe Kinder. Mit der Zeit ist es mir schon ein bisschen langweilig geworden. Die haben alle natürlich nur gequatscht.

Dann ist die Kanzlerin wieder abgedüst. Auf den Andreas musste ich noch eine Weile warten. Irgendwann ist er aber rausgekommen.

Ich habe gemeint: „Na, endlich kommst du! Hast du auch noch den Audi von der Kanzlerin angeguckt?“

Der Andreas hat mich angeschaut wie ein Auto. Sogar wie ein Lastwagen hat er geguckt. „Ein Audi? Von der Kanzlerin? Die hat doch gar keinen Audi! Die hat doch ein ganz anderes Auto!“, hat er geschnattert, äh, gesagt.

„Doooooch!“, habe ich zurückgeschnattert. „Hat sie wohl! Vorher hat mich eine Frau danach gefragt, nach so einem Audi bei der Kanzlerin!“

„Audi, Audi, Audi, Audi“ – hat der Andreas das Wort immer wieder vor sich hingemurmelt. „Audi, Audi, Audi bei der Kanzlerin, hm, na . . .“

Dann musste er plötzlich lachen. Und er hat gesagt: „Jetzt verstehe ich! Du meinst eine Audienz! Nee, ich habe keine Audienz bei der Kanzlerin gehabt. Die musste ja gleich wieder weiter. Die war voll im Stress!“

„Ja, äh, und was ist jetzt so eine Audidings eigentlich?“, wollte ich wissen.

„Eine Audienz, Paula, so heißt das“, hat der Andreas geantwortet. „Das schreibt man A-u-d-i-e-n-z. Das Wort kommt vom Römerwort ,audire‘. Das heißt ,hören‘. Das bedeutet einfach: Jemand darf bei einem wichtigen Menschen erscheinen. Er bekommt da einen Termin bei ihm. Und dann darf er mit dem wichtigen Menschen sprechen. Und der wichtige Mensch hört ihm zu. Deshalb das Wort ,Audienz‘.“

„Ach so“, habe ich gesagt, „und die Kanzlerin macht so eine Audienz?“

„Nein“, hat der Andreas gesagt. „Man sagt das eben so. Normalerweise gibt der Papst, also der Chef von den katholischen Christen, solche Audienzen. Aber man kann das einfach bei allen wichtigen Personen sagen. Die Bundeskanzlerin hat hier keine Audienz gegeben. Sie hat selber erzählt. Und die Nürtinger haben ihr zugehört. Sie musste ja dann wieder schnell weg.“

„Ach, dann hast sozusagen du ihr eine Audienz gegeben. Sie hat erzählt – und du hast zugehört!“, habe ich gesagt und gelächelt.

Das hat den Andreas sehr gefreut. Er hat gelacht und gesagt: „Das stimmt! Du hast Recht, Paula! Das finde ich ja echt toll. Ich muss wohl ganz arg wichtig sein. Sogar die Kanzlerin wollte bei mir eine Audienz!“

Ich musste nur kurz überlegen. Dann ist mir noch etwas viel lustigeres und schlaueres eingefallen. Ich habe gesagt: „Tja, und jetzt bekommst du gleich auch noch eine Audienz bei mir! Denn schließlich bin ich ja noch viel wichtiger als du!“

Dann mussten wir beide lachen, liebe Kinder! Eure Paula

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