Paulas Nachrichten

Paula genießt den warmen Krämermarkt

20.03.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

was habe ich mich über die warme Sonne gefreut! Hach! Der Schnee war ja schon ganz schön. Aber jetzt wurde es wirklich Zeit. Bald ist Ostern. Bei lieben Sonnenstrahlen kann man auch viel besser nach den Eiern suchen. Und der Osterhase muss nicht mit Skiern kommen, würde der Andreas witzeln.

Deshalb habe ich mich am Donnerstag doch sehr wundern müssen. Bei dem tollen Wetter war ich natürlich in der Stadt unterwegs. Es war Krämermarkt. Da gibt es viele lustige Dinge zu kaufen. Viele leckere Süßigkeiten zum Beispiel. Ich bin dann mal hoch zum Brunnen mit den Ochsenköpfen. Die mag ich ja so gerne. Da kam gerade eine riesige Horde Kinder über den Platz gewandert. Manche von denen waren komisch angezogen. Die hatten noch richtig dicke Winterjacken an. Der Sohn vom Andreas war auch dabei. Der hatte sogar eine Wintermütze auf.

„He, was ist denn mit dir los? Hast du heute noch nicht aufs Thermometer geschaut?“, habe ich ihm zugerufen.

Der hat gelacht: „Nee, Paula, das war heute morgen zugefroren!“

Voll blöd, habe ich mir gedacht. Der macht ja genauso komische Witze wie sein Vater. Aber eigentlich ist er ja auch ganz nett. Also habe ich ihn noch einmal gefragt: „Ich wollte doch nur wissen, ob dir mit der Mütze, der Skihose und der dicken Jacke nicht zu warm ist!“

Dann war er auch ganz lieb zu mir und hat gemeint: „Doch Paula, mir ist jetzt schon zu warm. Aber heute Morgen war es noch richtig kalt. Und wir haben heute einen Ausflug gemacht. Wir waren Eislaufen! In so einer Eishalle ist es immer kalt. Auch wenn es draußen schon warm ist!“

Das fand ich seltsam. Seit Wochen jammern die Kinder alle schon rum: „Es ist viel zu kalt! Jetzt ist es genug mit dem doofen Winter! Wir wollen wieder draußen spielen!“, haben sie immer wieder gerufen. Und jetzt gehen sie bei den ersten warmen Sonnenstrahlen freiwillig in eine Eishalle!

Der Sohn vom Andreas hat gemerkt, dass ich das nicht so ganz verstehe. Er hat es mir erklärt: „Weißt du, Paula, so einen Schulausflug müssen unsere Lehrer ja schon länger organisieren. Das kann man ja nicht von heute auf morgen machen.“

Das habe ich ja verstanden. Ich habe mich aber trotzdem gefragt, warum sie dann nicht im Winter zum Eislaufen gegangen sind. Na ja, habe ich mir gedacht, du musst ja nicht alles verstehen, Paula! Manchmal muss man die Menschen einfach Menschen sein lassen.

Der Sohn vom Andreas hat dann gelächelt und gemeint: „Du hast aber schon Recht, Paula. In der Mittagspause ziehe ich mich um. Und dann hole ich mir auf dem Rückweg von der Mittagsschule eine schöne Crêpe!“

Das hat sich gut angehört. Sehr frühlingshaft. Man bummelt mit seinen Kumpels gemütlich über den Markt und genießt was Süßes.

Leider hatte ich aber kein Geld dabei. Aber das ist kein Problem, habe ich mir gedacht. Der Andreas kann mir bestimmt was leihen. Außerdem war es Mittagszeit. Da ist er eigentlich immer zu Hause zum Essen.

Also bin ich zu ihm gewatschelt. Tatsächlich war er da. Also habe ich ihn gefragt: „Du, Andreas, kannst du mir paar Euros ausleihen? Ich würde mir gerne was Süßes auf dem Krämermarkt kaufen!“

Er hat mich ganz ernst angeschaut. „Aber Paula“, hat er gemeint, „auf dem Krämermarkt kauft man sich doch nichts Süßes! Da kauft man sich Messer. Oder Messerschärfer. Man kauft sich Unterhosen. Oder Socken. Man kann sich auch Gewürze, Marmelade oder Tee kaufen. Oder T-Shirts. Ja, und die Kinder können sich Spielsachen kaufen. Aber Süßes . . .“

Ich habe ihn angeschaut wie ein Auto. Er hat das gemerkt und gleich gelächelt: „Ich wollte dich doch nur ärgern, Paula. Natürlich bekommst du Geld für etwas Süßes! Schließlich bist du ja vernünftig und schleckst nicht jeden Tag.“

Ich habe das bisschen Geld genommen und mich bedankt: „Danke, du bekommst es morgen wieder!“Aber irgendwie war mir nicht ganz klar, warum der Markt Krämermarkt heißt. Ich habe zum Andreas gesagt: „Warum heißt der Markt eigentlich Krämermarkt? Soll das heißen, da gibt es nur Kram?“ Ich weiß nämlich, dass der Andreas manchmal ganz sauer und abwertend zu seinem Sohn sagt: „Räume mal deinen Kram auf!“ Und die Sachen auf dem Markt sind doch kein Kram!

„Das ist leicht zu erklären“, hat der Andreas geantwortet. „Vor vielen, vielen Jahren waren solche Märkte sehr wichtig. Da konnte man nicht das ganze Jahr über in seiner Stadt oder seinem Dorf alles kaufen, was man brauchte oder auch einfach haben wollte. Und man hatte auch keine Autos, um zum Laden in die Nachbarstadt zu fahren. Deshalb kamen die Handwerker und verschiedene Händler ab und zu zum Markt in ein Dorf oder eine Stadt. Die nannte man Krämer. Und die Menschen aus den umliegenden Dörfern kamen dann auch dorthin. Die Käufer und die Händler haben sich dort getroffen. Heute ist das einfach schön. Die Leute gehen gerne hin. So wie du, Paula!“

Das war interessant. Aber der letzte Satz hat mich gleich daran erinnert, dass ich mir etwas Süßes kaufen wollte. Also bin ich sofort losgewatschelt. Eure Paula

Paulas Nachrichten

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