Paulas Nachrichten

Paula freut sich mit den Gewinnern

03.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

vor einiger Zeit habe ich ganz liebe Post von den Nürtinger Pfadfindern bekommen. Die haben mich eingeladen, mit ihnen Fußball zu gucken. Da wäre ich gerne hin. Sie haben mir aber ein Rätsel aufgegeben. Das war in verschiedenen Umschlägen aufbewahrt. In jedem war ein Plastikblümchen in den Farben Schwarz, Rot und Gold. Mit einer geheimen Botschaft. Das fand ich sehr spannend. Allerdings hätte ich die Hilfe vom Andreas dazu gebraucht. So ein Rätsel habe ich nämlich noch nie alleine gelöst.

Mit dem Andreas kann man aber leider gerade nichts anfangen. Der kümmert sich nur um Fußball. Naja, um seine Arbeit kümmert er sich schon auch noch. Und um seine Familie. Allerdings sehe ich seine Frau schon oft abends alleine auf der Terrasse sitzen. Und er hockt vor der Glotze. Ich gucke auch gerne, aber nicht jedes Spiel. Auf jeden Fall konnte ich ohne seine Hilfe das Rätsel nicht knacken – und so habe ich mich nicht zu den Pfadfindern getraut.

Vor kurzem habe ich dann zum Andreas gesagt: „Mensch, du würdest auch Fernseh gucken, wenn Schopfloch gegen Gruibingen spielt.“ Er hat nur gelächelt und gemeint: „Wenn die mal bei der WM sind, schaue ich mir das Spiel natürlich an.“

Besonders aufgeregt war er am Anfang dieser Woche. Da hatten die Deutschen gegen England gewonnen. „Das war super, Paula“, hat er glücklich strahlend gesagt. „Die Engländer haben wir so richtig weggemüllert.“

„Weggemüllert?“, habe ich gefragt. „Das Wort hast du doch erfunden. Oder? Das gibt’s doch gar nicht.“

Er hat schnell eine Zeitung geholt und mir die Schlagzeile gezeigt. Da stand tatsächlich: „Deutschland müllert England weg“.

„Dann hat das dein Kollege erfunden“, habe ich ihn angeschnattert. „Aber dürft ihr Journalisten das überhaupt? Darf man Wörter erfinden?“

Der Andreas hat mich erst mal gelobt: „Das ist eine sehr gute Frage, Paula. Normalerweise sollte man vorsichtig sein mit dem Erfinden von Wörtern. Schließlich sollte dich ja jeder verstehen können. Wenn du jetzt ein neues Wort für ,verabschieden‘ erfindest und sagst ,Ich bin die Paula und ich retzibeckidette mich jetzt‘, versteht das keiner. Man sollte also nur Wörter erfinden, die man aus dem Zusammenhang heraus verstehen kann und die witzig sind. Hier ist das ja klar. Das heißt, dass der Fußballer Müller ein paar Tore geschossen hat und Deutschland deshalb England geschlagen hat.“

Ich habe gesagt: „Das habe ich verstanden. Aber warum findet ihr das mit dem ,müllern‘ so lustig?“

Der Andreas hat sich über diese Frage richtig gefreut. Er hat geantwortet: „Das ist ganz einfach. Vor über 30 Jahren gab es in Deutschland einen Fußballer, der Gerd Müller hieß. Der hat sehr viele Tore geschossen. Er kam auch von Bayern München – wie der Thomas Müller, der jetzt gegen England traf. Und durch seine Tore ist die deutsche Nationalmannschaft 1974, als ich noch ein kleiner Junge war, Weltmeister geworden. Vielleicht klappt das ja mit dem neuen Müller auch. Dann gewinnt Deutschland wieder.“

Das Wort „gewinnen“ hat mich an unser Preisausschreiben erinnert. Ich habe den Andreas gefragt, wer denn nun gewonnen hat. Er hat gleich gesagt: „Gut, dass du mich daran erinnerst, Paula. Komm, wir losen das gleich aus.“

Er hat mir die eingesendeten Karten gezeigt. Drei Logikspiele von Ravensburger hatten wir. Die wollten wir alle verlosen. Ich habe mir vom Andreas mein Halstuch umbinden lassen, damit ich nichts sehe, und dann habe ich die Gewinner gezogen. Ich habe mir echt Mühe gegeben. Schimpft also nicht, wenn ich euch nicht gezogen habe. Also, hier sind die Gewinner: Gewonnen haben der Janik Rehkugler aus Wendlingen, die Lena Kromer aus Oberboihingen und der Vincent Laflör aus Nürtingen. Ich gratuliere euch recht herzlich und ich freue mich für euch! Eure Paula

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