Paulas Nachrichten

Paula freut sich auf schlaue Rate-Enten

18.03.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

vor Kurzem bin ich wieder einmal vor unserem Postkasten in der Redaktion gestanden. Aber da gab es für mich wieder einmal keine Post. Ich bin dagestanden und habe mit meinen Entenäuglein traurig geguckt. Da ist gerade der Andreas vorbeigekommen. Er hat mich begrüßt: „Na, Paula, was fehlt dir denn?“

Ich habe gemeint: „Ach, das war halt so schön . . . Die Kinder haben mir so viel Post zugeschickt. Das war so schön!“

Der Andreas hat mich ganz lieb in den Arm genommen und gesagt: „Aber Paula, das war doch zu deinem zehnten Geburtstag! Da haben dir die Kinder eben geschrieben und gratuliert. Und man hat ja nicht jeden Tag Geburtstag.“

„Na ja“, habe ich überlegt, „aber das wäre doch schön. Jeden Tag müsste ja nicht sein. Aber so einmal in der Woche . . . Oder einmal im Monat . . .“.

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Ja, ja, Paula. Ich kann das ja schon ein bisschen verstehen. Aber das ist schon richtig, wie es so ist. Geburtstag hat man nur einmal im Jahr. Und deshalb freut man sich ja auch so darauf weil es so selten ist. Wenn man öfter Geburtstag hätte, wäre es nichts Besonderes mehr.“

Ich habe mit dem Kopf genickt. Denn das habe ich verstanden. Aber traurig war ich immer noch. Ich habe gesagt: „Du hast schon recht. Man soll ja auch nicht so viel Süßes essen. Und das müsste man ja dauernd an seinem Geburtstag. Mit all der Torte und so. Aber das bräuchte ich ja alles gar nicht so. Ich hätte halt gerne mal öfter Post.“

Der Andreas hat nur „Hm“ gesagt und ansonsten ganz ruhig nachgedacht. Plötzlich hat er gesagt: „Ich habe eine Idee! Mach doch mal ein Quiz!“

Das letzte Wort habe ich nicht so richtig verstanden. Ich habe geschnattert: „Was? Ich soll dir einen ,Kiss‘ geben? Das ist doch ein Kuss. Gell, das ist das englische Wort dafür! Ha, ich bin halt eine schlaue Zeitungsente! Na gut, komm her, ich gebe dir einen Schmatz!“

Das habe ich auch gemacht. Der Andreas hat sich darüber gefreut. Aber dann hat er gesagt: „Schön, aber ich habe nicht ,Kiss‘ gesagt. Ich habe ,Quiz‘ gesagt! Ein Quiz ist ein Rätsel! Aber mit dem Englischen hast du gar nicht so unrecht. Das Wort ,quiz‘ kommt auch aus dem Englischen. “

„Hm“, habe ich gemeint und gefragt, „dann ist das einfach das deutsche Wort für Rätsel?“

Der Andreas hat überlegt und geantwortet: „Nicht unbedingt. Das Wort ,quiz‘ gibt es noch gar nicht so lange. Es gibt eine lustige Geschichte zur Entstehung des Worts. Ein Ire hat vor über 200 Jahren eine Wette abgeschlossen. Er hat gesagt: ,Ich erfinde ein Wort und bald benützen es alle!‘ Er hat sich das Wort ,quiz‘ überlegt. Und dann hat er das Wort überall in der irischen Hauptstadt Dublin auf die Wände geschrieben. Keiner hat das Wort gekannt. Jeder hat gerätselt, was es bedeuten soll. Die Menschen haben sich überall darüber unterhalten. Sie wollten eben das Rätsel um das geheimnisvolle Wort lösen. Ja, und so wurde ,Quiz‘ ein Wort für ein Rätsel.“

„Ah“, habe ich gemeint, „das ist ja eine lustige Geschichte. Aber ob die auch stimmt?“

Der Andreas hat geantwortet: „Es kann auch anders sein. Quiz heißt im Englischen auch ,befragen‘. Bei einem Rätsel stellt man ja auch Fragen. Und das schrieb man früher so: q-u-i-e-s. Das kommt vom Römerwort ,qui es‘, und das heißt ,wer bist du?‘“

„Na ja“, habe ich gesagt, „ist ja auch egal. Auf jeden Fall mache ich gerne Rätsel oder ein Quiz. Aber warum sollte ich deshalb Post bekommen?“

„Ganz einfach“, hat der Andreas lachend gesagt. „Du beantwortest nicht die Fragen. Du stellst die Fragen. Und dann können dir die Kinder antworten. Dafür müssen sie dir schreiben. Per EMail oder mit Postkarte. Du kannst sie zu Artikel aus deinen Nachrichten für Kinder befragen. Wetten, dass du dann immer Post bekommst?“

Das war eine tolle Idee. Ich habe gestrahlt. Aber dann habe ich überlegt: „Na gut, aber meinst du auch, dass viele mitmachen?“

„Klar doch“, hat der Andreas geantwortet. „Es kann ja auch was zu gewinnen geben! Dann machen die Ratefüchse bestimmt mit!“

„Füchse?“, habe ich gemeint, „die Kinder sind doch keine Füchse! Füchse klauen ja auch Gänse und bestimmt auch Enten zum Essen!“

Der Andreas hat gemeint: „Aber Paula, das sagt man doch nur so! Ein Ratefuchs ist jemand, der gut bei Rätseln und bei einem Quiz ist. Der Fuchs gilt als schlaues Tier. Deshalb sagt man das.“

„Na gut“, habe ich geantwortet, „aber die Enten sind auch schlau und gut beim Rätseln. Ich nenne die schlauen Kinder lieber Rate-Enten. Und deshalb kriegt der Gewinner auch eine schlaue Rate-Ente zum Baden von mir!“

Das Rätsel haben wir übrigens gleich unter diesen Artikel gesetzt. Eure Paula

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