Paulas Nachrichten

Paula freut sich auf Fußball am Lagerfeuer

16.06.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Donnerstag bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Es war kurz nach fünf am Nachmittag. Der Andreas ist mir mit seinem Fahrrad entgegengekommen. Ich habe gleich losgeschnattert: „He, was ist los? Gehst du schon nach Hause? Wegen der Weltmeisterschaft? Musst du nichts mehr arbeiten?“

Er hat mich ganz düster angeguckt und zurückgeschnattert: „So ein Quatsch, Paula! Natürlich muss ich noch arbeiten. Ich gehe auch nicht Fußball gucken. Ich gehe zu einem Termin. Zu einem Vortrag. Da höre ich zu. Und dann schreibe ich einen Artikel darüber.“

„Ah“, habe ich gemeint, „das verstehe ich. Aber können wir dann wenigstens die zweite Halbzeit zusammen angucken?“

Eigentlich bin ich nämlich nicht so ein großer Fußballfan wie der Andreas. Aber bei einer Weltmeisterschaft gucke ich immer gerne zu. Deshalb war ich jetzt ein bisschen traurig.

Der Andreas hat das gemerkt und ganz lieb gemeint: „Das wird heute nicht ganz reichen, Paula. Aber wir können uns ja heute Abend irgendwo im Fernsehen eine Zusammenfassung anschauen. Ja, und dann gibt es ja noch 59 Spiele mehr. Und unsere Deutschen spielen erst am Sonntag. Keine Angst, Paula. Da sitzen wir dann bestimmt alle zusammen am Lagerfeuer.“

Ich habe den Andreas gaaaaanz lange mit meinen gaaaaanz großen runden Entenäuglein angeschaut. Das habe ich nun gar nicht verstanden. Also habe ich losgeschnattert: „Was? Lagerfeuer? Aber ich denke, wir wollen Fußball gucken! Hast du da an deinem Lagerfeuer einen Fernseher? Oder willst du da womöglich etwas grillen? Du weißt doch: Ich mag gar keine Würste und so. Ich esse lieber Salat! Und Gemüse!“

„Ah ja“, hat der Andreas lächelnd gesagt, „das ist typisch für meine liebe Paula: Die Fußballweltmeisterschaft beginnt und sie denkt zuerst ans Essen. Dabei . . .“

Ich habe da lieber gleich mal dazwischengeschnattert: „So, jetzt erzählst du aber Quatsch! Ich wollte doch Fußball mit dir gucken! Und du hast von deinem doofen Lagerfeuer angefangen! Nicht ich!“

Jetzt hat der Andreas noch viel mehr gelacht. Und dann hat er gesagt: „Schon gut, Paula! Das war doch nur Spaß! Ich erkläre dir das mit dem Lagerfeuer. Das ist eigentlich nur so eine Redensart. Man stellt sich das so vor: An einem Lagerfeuer sind früher vor langer, langer Zeit immer alle zusammengekommen. Man saß abends gemütlich zusammen. Man hat sich Geschichten erzählt. Und man hat sich sein Gejagtes gegrillt. Bevor du wieder loschnatterst, Paula: Man kann auch Gemüse ganz lecker grillen. Aber heutzutage versammeln sich ja eigentlich nicht mehr alle zusammen am Lagerfeuer. Vor ein paar Jahrzehnten noch hat man sich aber für ganz bestimmte Sendungen vor dem Fernseher getroffen. Da gab es ja noch keine Computer und Handys. Und es gab auch noch nicht Hunderte von Fernsehsendern. Ich war vor ein paar Jahrzehnten ein Kind. Und da gab es gerade mal drei Fernsehsender. Da waren manche Sendungen etwas ganz Besonderes. Samstags zum Beispiel gab es tolle Shows am Abend. Zum Raten. Oder mit Musik. Oder mit lustigen Geschichten zum Lachen. Das war für die ganze Familie was. Von den Kindern bis zu den Großeltern. Und fast alle Familien in Deutschland haben das geguckt. Und . . .“

Jetzt habe ich den Andreas unterbrochen: „Ah, ich verstehe. Und dann hat man gesagt: Der Fernseher mit der Familienshow ist das Lagerfeuer! Weil sich alle da getroffen haben!“

„Na“, hat der Andreas gesagt, „du bist ja eine schlaue Ente! Heute gibt es viel mehr Fernsehsender. Und ganz andere Freizeitmöglichkeiten. Die Leute machen alle etwas anderes. Aber Fußball gucken sie beinahe alle gerne!“

„Ah“, habe ich geschnattert, „und deshalb ist der Fernsehfußball das Lagerfeuer von heute!“

„Genau, Paula“, hat der Andreas gemeint, „der Fernseher mit den WM-Spielen ist unser Lagerfeuer! Da gucken ganz viele zu. Es gucken auch viele zu, die nicht so große Fans sind. Du zum Beispiel!“

„Ja“, habe ich gesagt, „bei der WM bin ich auch ein Fan. Dann freue ich mich schon auf Sonntag. Da sitze ich dann mit dir am Lagerfeuer!“

„Genau“, hat der Andreas geantwortet, „und vor dem Spiel grille ich dir feines Gemüse!“

„Da freue ich mich ja noch viel mehr auf die Fußballspiele!“, habe ich gemeint. Eure Paula

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