Paulas Nachrichten

Paula findet die süßen Käuze nicht komisch

20.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas nach Hause gewatschelt. Ich wollte ihn besuchen. Unterwegs hat mich ein schlimmer Regenschauer erwischt. Ich bin klatschnass geworden!

Beim Andreas habe ich losgeschnattert: „Das ist doch eine Frechheit! Eigentlich geht gleich der Sommer los!“

Der Andreas hat ein Handtuch geholt und mich abfrottiert. Das war schön. Aber irgendwie konnte ich mich nicht beruhigen. Ich habe weitergeschnattert: „Bin mal gespannt, wie das weitergeht! Wahrscheinlich schneit es bald!“

Der Andreas wollte mich beruhigen. Er hat gesagt: „So schlimm wird es bestimmt nicht kommen! Und jetzt schnattere mal nicht so laut von Schnee und so. Sonst denken meine Nachbarn noch: ,Was hat denn der Andreas für einen komischen Kauz zu Besuch?‘“

„Kauen? Hast du was zu kauen für mich? Na ja, du weißt doch: Essen kann ich eigentlich immer was. Dann vergesse ich auch den kalten Regen!“, habe ich geantwortet.

„Nee, nee Paula“, hat der Andreas ganz genervt geantwortet, „ich habe nichts von Kauen gesagt. Ich habe von einem komischen Kauz gesprochen. Kauz schreibt man mit K-a-u-z. Du bist so ein komischer Kauz, wenn du im Sommer von Schnee sprichst.“

„Kauz? Und was ist ein komischer Kauz? Mag der keinen Regen?“, wollte ich vom Andreas wissen.

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Das müsste man sie mal fragen! Ich weiß nicht! Aber nein, ein komischer Kauz ist einfach ein komischer Typ. Ein seltsamer Typ, der anders ist als die anderen.“

„Na ja“, habe ich gemeint, „das merkt man ja am Wort ,komisch‘. Das hätte ich mir ja denken können. Aber was ist dann so ein Kauz?“

„Ah, das wird dir gefallen“, hat der Andreas lächelnd gesagt. „Komm mal mit in die Redaktion. Unsere Praktikantin Nina besucht ein paar Käuze. Das solltest du dir anschauen.“

Das habe ich dann auch gemacht. Und das war richtig toll. Die Käuze waren nämlich ganz kleine Vogelbabys. Die sahen aus wie Mini-Eulen. Zwei Männer haben sich ganz lieb um sie gekümmert. Die nannten die Vögel Steinkäuze. Die haben denen sogar Ringe um die Beinchen gemacht.

Das fand ich zwar süß. Aber auch ein bisschen komisch. Ich habe überlegt: Ob die Käuze komisch sind, weil sie Ringe haben? Als neugierige Zeitungsente habe ich natürlich gleich nachgefragt. Und die Männer haben mir das erklärt. Meine Vermutung war falsch. Die bekommen die Ringe nicht als Schmuck. Mit den Ringen kann man später mal erkennen, wo die Steinkäuze herkommen, wie alt sie sind und wo sie so überall hinflattern.

Das ist wichtig. Denn die Steinkäuze haben es schwer. Es gibt gar nicht mehr viele von ihnen. Die leben nämlich am liebsten in Höhlen in alten knorrigen Obstbäumen. Und die Menschen haben immer mehr von den Bäumen gefällt. Die Männer bauen für die Steinkäuze deshalb extra Röhren. In diese können die dann ihre Eier reinlegen und ausbrüten. Und die kleinen Vogelbabys sind darin auch vor den hungrigen Mardern sicher. Die Röhren haben nämlich Klappen. Die kriegen nur die schlauen Eulen-Vögel auf. Die doofen Marder nicht.

Ich habe von den Männern also sehr viel gelernt. Das habe ich dann alles dem Andreas berichtet. Er fand das auch sehr interessant. Eines hatte ich aber noch nicht verstanden. Deshalb habe ich den Andreas gefragt: „Du, die kleinen Käuze sind voll süß. Warum sagt man denn jetzt zu komischen Menschen ,komischer Kauz‘?“

„Das kann man leicht erklären, Paula“, hat er gemeint. „Pass mal auf: Die Käuze leben ja als Eulenvögel meistens in verborgenen Höhlen und sind nachts unterwegs. Sie sind eben ganz anders als andere Vögel. Deshalb sagt man zu komischen Typen ,komischer Kauz‘ . Außerdem bewegt sich ein aufgeregter Kauz ganz seltsam. Der wiegt sich dann immer hin und her. Aber die Steinkäuze stehen auch für Klugheit. Bei den alten Griechen waren sie das Lieblingstier der Göttin Athene. Die war die Göttin der Weisheit. Und die Steinkäuze gelten als weise und klug. Denn die können im Dunklen ganz gut sehen, weil sie ja nachts auf die Jagd gehen. Im alten Athen, das ist ja heute noch die griechische Hauptstadt, gab es Münzen mit den Steinkäuzen darauf. Auf den griechischen Euro-Münzen ist heute noch ein Steinkauz abgebildet. Und es gibt einene schönen Spruch: ,Eulen nach Athen tragen‘.“

„Einen Vogel tragen? Aber die können doch fliegen!“, habe ich gemeint.

Und der Andreas hat geantwortet: „So ähnlich! Der Spruch bedeutet: Man tut etwas völlig Überflüssiges. Die alten Griechen meinten: In Athen gibt es schon viele Münzen mit Eulen darauf. Da braucht man keine weiteren mehr in die Stadt bringen.“

Das hat mir gefallen. Dann habe ich mir etwas überlegt. Ich habe gesagt: „Hm, in Nürtingen gibt es zwar keine Münzen mit mir darauf. Aber es gibt ja jeden Tag eine Zeitung mit mir darin. Vielleicht gibt es dann ja auch bald den Spruch: ,Zeitungsenten nach Nürtingen tragen‘.

Der Andreas musste lachen und sagte: „Bestimmt!“ Eure Paula

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