Paulas Nachrichten

Paula findet die Geschenk-Ente gut

20.05.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

vor Kurzem bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Der kam gerade von einem Termin. Ich habe zu ihm gesagt: „Hallo, wo kommst denn du schon wieder her? Warst du wieder auf einem Termin?“

„Natürlich“, hat der Andreas gesagt, „und das war ein sehr interessanter Termin!“ Dann hat er mich ganz komisch grinsend angeschaut.

Da war ich lieber mal vorsichtig. Bei ihm weiß man ja nie so richtig. Also habe ich gemeint: „Äh, ein interessanter Termin? Wirklich? Äh, um was ging es denn? Wo warst du denn?“

„Tja“, hat er geantwortet, „das würdest du jetzt gerne wissen, gell? Du bist halt schon richtig neugierig, Paula!“

„Ja“, habe ich gleich losgeschnattert, „ich bin ja auch eine Zeitungsente! Deshalb will ich ja auch mal Reporter werden! Und Reporter müssen immer neugierig sein! Das hast du mir erklärt!“

„Na klar, liebe Paula“, hat der Andreas gesagt, „da hast du natürlich wieder einmal völlig recht! Aber als Zeitungsente müsstest du doch meinen Lieblingsspruch kennen!“

Ich habe kurz überlegt. Dann habe ich gesagt: „Ah, ich weiß. Meinst du ,Der Ball ist rund‘? Warst du etwa bei einem Fußballspiel?“

„Aber Paula“, hat der Andreas gesagt, „ich habe doch nicht nur Fußball im Kopf!“

Jetzt habe ich mal die Augenbrauen etwas hochgezogen und meine Stirn gerunzelt. So macht es der Andreas normalerweise immer. Und zwar wenn er jemandem nicht so richtig traut. Ich habe gesagt: „Na ja, meistens denkst du aber schon an Fußball! Und morgen steigt dein VfB ja auch noch auf.“

„Aber Paula, das ist doch gerade der Sinn des Spruchs. ,Der Ball ist rund‘ bedeutet: Der Ball kann überall hinrollen, der kann auch ganz komisch rollen“, hat der Andreas ganz aufgeregt geschnattert, äh, gesagt.

Er hat das ganz ernst gesagt. Ich habe gesagt: „Willst du mich veräppeln? Das ist doch nichts besonderes. Das ist doch klar, dass ein Ball rund ist. Und dass er deshalb überall hinrollen kann!“

„Eben“, hat der Andreas gesagt, „aber der Spruch bedeutet ja noch mehr. Das bedeutet: Im Fußball ist alles möglich. Die können also morgen noch ihren großen Vorsprung verlieren. Normalerweise mag ich den Spruch aber wegen dem Gegenteil. Dann soll das heißen: ,Man kann immer gewinnen. Alles ist möglich.‘ Aber ich denke nicht nur an Fußball. Deshalb habe ich jetzt einen anderen Spruch gemeint. Und zwar den Spruch für die ganz neugierigen Enten und Menschen. Der heißt: ,NZ-Leser wissen mehr!‘ Das soll heißen: Wenn du morgen in die Nürtinger Zeitung guckst, weißt du, wo ich war.“

Das hat mir jetzt nicht gereicht. Der Andreas hat mir das angesehen. Deshalb hat er mich in den Arm genommen und gemeint: „Also gut, der Termin war aus einem ganz einfachen Grund sehr interessant: Ich weiß jetzt, wie es in euch Enten aussieht!“

Das hat mich richtig erschrocken. „Aber, aber“, habe ich gestottert. „Dafür muss man ja in eine Ente reingucken. Und dafür muss man ja eine Ente . . .“

„Ach Quatsch“, hat mich der Andreas unterbrochen und gelacht. „Keiner Ente ist etwas passiert. Guck’ mal“, hat er noch zu mir gesagt. Und dann hat er mir ein Bild gezeigt von einer lustigen Ente.

Die hatte einen Hut auf. Statt Watschelbeine hatte die Räder. Man hat kleine Flügel gesehen. Und auch ein rotes Herz in der Ente drinnen. Tja, und Bonbons hat es auch gegeben in der Ente.

Ich habe das gleich erkannt und geschnattert: „He, das ist eine Janosch-Ente. Der Janosch ist der Maler. Der malt doch auch lustige Geschichten für Kinder. Und die Nürtinger Kinder haben zu einer Ausstellung von ihm schöne Holzenten gebastelt und gemalt.“

„Genau“, hat mich der Andreas gelobt. „Und heute war der Entenpapa Janosch in Nürtingen. Und da hat er so eine Ente geschenkt bekommen. Die haben Schüler aus einem Kunstkurs vom Nürtinger Max-Planck-Gymnasium gestaltet. Ihr Lehrer hat sie dem Janosch heute geschenkt.“

„Das ist ja lieb von denen“, habe ich gemeint. „Hängt die sich der Janosch jetzt in sein Haus? Hm, aber der kann sich doch selber Enten malen!“

„Da hast du recht, schlaue Paula“, hat der Andreas gesagt, „deshalb schenkt der Janosch die Ente gleich weiter!“

„Äh, aber das ist doch gar nicht so nett: Ein Geschenk weiterschenken . . .“, habe ich gemeint.

„In dem Fall schon“, hat der Andreas mir erklärt, „der Janosch schenkt die Ente dem Kinderkrankenhaus in Tannheim. Die Kinder dort sind sehr krank. Die freuen sich bestimmt sehr über die Ente!“

„Das ist eine feine Sache“, habe ich gemeint. „Das ist ein guter Job für eine Ente!“ Eure Paula

Paulas Nachrichten