Paulas Nachrichten

Paula findet die Erdbeben-Platten doof

02.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

habt ihr schon von dem schlimmen Erdbeben in Nepal gehört? Das macht mich sehr traurig und wütend. Ich habe zum Andreas gesagt: „Warum muss immer wieder so etwas passieren? Das macht mich sauer!“

„Hm, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Das kann ich schon verstehen. Aber auf wen willst du denn sauer sein? Es gibt ja keinen riesengroßen Kerl, der die Erde schüttelt. Die alten Griechen haben gemeint, der Gott Poseidon erschüttert die Erde. Aber das ist ein Märchen.“

„Na klar“, habe ich geantwortet, „sonst würde ich den Riesen oder den Podingsbums mal schütteln. Ich könnte ihn mal so richtig verschnattern und mit meinem Schnabel zwicken!“

„Da wärst du aber ganz schön mutig“, hat der Andreas gesagt.

Ich habe überlegt: „Aber wenn es so einen bösen, blöden Riesen gar nicht gibt. Warum gibt es dann die Erdbeben?“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt, „schuld sind die tektonischen Platten.“

Das habe ich nun gar nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Was für Platten? Das Wort Platten kenne ich ja noch. Ich kenne Platten mit Essen darauf zum Beispiel. Und, äh, du hattest schon einmal einen Platten am Fahrrad. Da war keine Luft in den Reifen. Und du musstest pumpen. Aber was sind das für Platten? Hat das was mit der Burg Teck zu tun? Sind die Erdbeben-Platten womöglich auch hier? Oh je, oh je!“

Der Andreas hat mich in den Arm genommen und gemeint: „Du brauchst keine Angst haben, Paula. Diese Platten haben mit unserer Teck nichts zu tun. Die Teck schreibt man T-e-c-k. Die tektonischen Platten schreibt man ohne den Buchstaben c. Einfach nur t-e-k-t-o-n-i-s-c-h. Das kommt vom Wort Tektonik. Und das kommt aus der alten griechischen Sprache und bedeutet so viel wie ,die Baukunst betreffend‘.“

Das habe ich nun erst recht nicht verstanden. „Baukunst?“, habe ich weitergeschnattert. „Was hat denn das mit Baukunst zu tun? Das ist doch das Gegenteil! Die tektonischen Platten machen doch mit ihren Erdbeben die Häuser kaputt! Und die Häuser baut man doch mit Baukunst!“

„Das stimmt schon“, hat der Andreas geantwortet. „Aber da ist eine andere Baukunst damit gemeint. Da geht es um den Aufbau der Erdkruste, also um den Aufbau unseres Planeten unter der Erdoberfläche. Tja, und da gibt es eben die Platten. Die haben nicht mit Essen zu tun, meine liebe Paula. Auch wenn du immer Hunger hast. Das sind riesengroße Gesteinsplatten. Auf denen liegen die Erdteile darauf. Europa und Asien liegen auf einer Platte. Afrika und Amerika liegen auf anderen Platten. Und Indien liegt auch auf einer Platte. Die Platten schwimmen auf dem Erdmantel – wie die Enten auf dem Neckar. Warum das so ist, weiß man nicht so genau. Auf jeden Fall düst die indische Platte mit Nepal nach Norden. Und trifft auf die Eurasische Platte. Das ist die Platte von Europa und Asien – bevor du fragst, Paula.“

„Hä? Dann müsste es doch aber andauernd ein Erdbeben geben, wenn die dauernd herumdüst?“, habe ich gefragt.

Der Andreas hat geantwortet: „Es gibt auch oft viel kleinere Erdbeben. Die merkt aber meistens keiner. Und oft bleiben die Platten aneinander hängen. Dann gibt es ganz große Spannungen. Und irgendwie wollen sich die Platten weiter und weiter und weiter schieben. Aber sie hängen fest. Und irgendwann – ruuuuuummmmms – krachen die doch weiter. Dann schieben die sich untereinander. Hoch und runter. Zur Seite. Und dann gibt es die Erdbeben.“

„Merkt man das Gerutsche von den doofen Platten nur an den Erdbeben?“, wollte ich wissen. „Spürt man das nicht auch so? Wie auf einem Surfbrett?“

„Nein“, hat der Andreas lächelnd gesagt. Die Platten bewegen sich nur um ein paar Millimeter im Jahr. Aber eben Millionen Jahre lang. Aber man merkt das auch an den Bergen.“

Ich habe gefragt: „An den Bergen? Sieht man das Gerutsche von oben besser?“

„Nein, nein, Paula“, hat der Andreas geantwortet. „Die Berge entstehen erst durch die Platten. Die düsen aufeinander und die Berge falten sich auf. Das ist wie mit meinem Schal.“ Der Andreas hat seinen Schal zusammengeschoben und in der Mitte hat es Falten gegeben.

„Siehst du?“, hat er gesagt. „Das ist das Himalaya-Gebirge in Nepal. Das sind die höchsten Berge der Welt.“

„So eine Kraft haben die Platten?“, habe ich ganz ehrfürchtig gestaunt. „Zum Glück lebe ich hier. Oder gibt es hier auch solche Platten und Erdbeben?“, habe ich ganz ängstlich gefragt.

„Wir leben zum Glück nicht in einer solchen Erdbebenzone. Auch wenn wir auf Platten liegen. Deshalb müssen und können wir den armen Menschen in Nepal jetzt auch helfen.“

Da hat der Andreas recht. Deshalb werde ich auch etwas spenden für die Menschen in Nepal. Eure Paula

Paulas Nachrichten