Paulas Nachrichten

Paula fängt die Spinnen lieber lebend

22.10.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

was habe ich für einen Schreck bekommen! Ich habe diese Woche beim Andreas geklingelt. Er hat die Tür gleich geöffnet. Aber nur mit dem Türdrücker. Also bin ich rein und habe „Huhu“ gerufen – wie immer. Diesmal ist mir aber mein Willkommensruf im Halse stecken geblieben. Direkt am Eingang saß eine dicke, fette Spinne. Ich habe eine richtige Zeitungsgänsehaut bekommen. „Brrrrrrrrrrr“, habe ich geschnattert. Dann bin ich gleich zwei Schritte wieder zurück und habe die Tür wieder hinter mir zugemacht – von außen.

Ich habe nicht gewusst, was ich tun soll. Plötzlich habe ich von drinnen Gelächter gehört. Das war der Andreas mit seinem Sohn. Dann hat der Andreas selbst die Tür aufgemacht. „Hallo, Paula“, hat er gesagt. „Komm’ ruhig rein! Wir haben das grässliche Monster gefangen!“

Ich habe ihm nicht so ganz getraut. Langsam bin ich durch die Türe gewatschelt. Ich habe nach links geschaut, ich habe nach rechts geschaut. Ich habe nach oben geschielt und nach unten. Sein Sohn hat immer noch so komisch gegrinst. Dann habe ich gesehen, warum: Die Spinne saß in seinen Haaren! Er musste so lachen, dass die Spinne runterfiel. Ich wollte mich schon wieder ganz arg erschrecken. Aber plötzlich bemerkte ich: Die bewegte sich gar nicht. Das war nämlich gar keine echte Spinne. Die war aus Gummi!

Die beiden haben laut lachen müssen. Sie haben mich wohl ausgelacht. Dann hat mir der Andreas so ein seltsames Ding in die Hand gedrückt. Es war grün, und vorne dran hatte es so ein durchsichtiges Plastikteil mit einem dünnen Plättchen. Das Plättchen konnte man vor und zurück schieben. Er hat gesagt: „So, Paula, jetzt bist du ausgerüstet. Jetzt kannst du auch wie eine Heldin gegen die achtbeinigen Feinde kämpfen.“

„Was ist denn das?“, wollte ich wissen.

„Das ist ein Schnappi“, hat der Andreas geantwortet. Und sein Sohn hat dazu gesagt: „Damit kann man Spinnen und so fangen, ohne dass man sie tötet oder verletzt!“

Das fand ich toll. Denn irgendwie ist das komisch: Die Spinnen tun mir oder den Menschen ja nichts. Und ich mag ja eigentlich auch alle Tiere. Aber Spinnen finde ich trotzdem auch ein bisschen eklig. Ich möchte sie nicht in meiner Nähe haben. Aber kaputtmachen möchte ich sie auch nicht. Also ist so ein Schnappi ganz toll.

Ich habe mir aber überlegt, warum das mit den Spinnen so komisch ist. Also habe ich – mit dem Schnappi in der Hand – den Andreas danach gefragt.

Er hat wie so oft kurz überlegt. Und dann hat er angefangen zu erzählen: „Also, für Arachnophobie gibt’s verschiedene Erklärungen . . .“

Da habe ich ihn natürlich gleich unterbrochen: „Ara-was? Ich dachte immer, Aras seien Papageien!“

„Tja“, hat der Andreas gesagt, „das hat mit Papageien nichts zu tun. Das kommt aus dem Griechischen. ,Arachne‘ heißt Spinne, und ,Phobie‘ heißt Angst. Diese Angst könnte verschiedene Ursachen haben. Manche sagen: Das kommt daher, weil die Spinnen so ganz anders aussehen als die Menschen – und als die Zeitungsenten. Manche nennen einen Grund für die Angst. Sie sagen: Die Spinnen können sich ganz schnell bewegen. Dann können wir größere Tiere gar nicht richtig kontrollieren, was sie machen. Und dann gibt es noch eine ganz interessante Erklärung: Es gibt ja auch sehr gefährliche Tiere, die den Spinnen ähnlich sind. Die Skorpione zum Beispiel können auch Menschen mit einem Stich töten. Die gibt’s heute hier nicht mehr. Aber vor langer, langer Zeit vielleicht schon. Und dann wurde die Angst vor diesen Tieren einfach vererbt. Die Menschen mit der Angst haben nämlich öfter überlebt. Sie sind nämlich den Skorpionen besser aus dem Weg gegangen.“

„Das ist ja toll“, habe ich gemeint. „Ich bin ja auch ein bisschen ängstlich.“

Und der Andreas hat geantwortet: „Richtig, Paula. Manchmal ist Angst wirklich gesund. Aber vor den Hausspinnen hier muss man keine Angst haben. Aber dass man sie als ein bisschen komisch empfindet ist normal. Aber deshalb braucht man sie ja nicht gleich zu töten.“

Das fand ich so richtig schön. Deshalb habe ich mir das Schnappi-Gerät ein bisschen genauer angeschaut. „Kommen die dann auch nicht raus?“, wollte ich wissen.

„Nein, Paula, eigentlich nicht. Du solltest halt auch auf ihre Beinchen aufpassen. Aber du kannst ja erst einmal mit der Spinne da üben“, hat er gesagt – und auf die Gummispinne gezeigt. Dann haben er und sein Sohn wieder lachen müssen. Und diesmal habe ich mitgelacht. Eure Paula

Paulas Nachrichten

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