Paulas Nachrichten

Paula fährt vielleicht mit dem Entenrad

04.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern habe ich den Andreas getroffen. Er hat immer ganz bange zum Himmel geschaut. „Na“, habe ich gemeint, „hast du Angst vor dem Regen oder was?“

„Natürlich nicht, Paula“, hat der ganz grätig geantwortet. Und er hat noch dazu gesagt: „Ich bin doch nicht aus Zucker!“

Ich habe ihn angeschaut wie ein Auto. Ich habe gemeint: „Klar, du bist ja ein Mensch. Natürlich bist du nicht aus Zucker. Was soll denn das heißen?“

„Ganz einfach“, hat der Andreas gesagt, „ich erkläre dir das: Früher hat man aus Zuckerguss richtig schöne Kunstwerke gemacht. Die waren schön anzuschauen und süß zu essen. Aber sie durften nicht nass werden. Sonst wären die einfach zerlaufen. Wenn einer den Regen nicht fürchtet, sagt er einfach: ,Ich bin doch nicht aus Zucker!‘“

„Ach so“, habe ich gemeint, „schade!“

„Was schade?“, hat der Andreas zurückgeschnattert, na ja, äh, zurückgemault.

„Schade, dass du nicht aus Zucker bist. Dann könnte ich dich anknabbern!“, habe ich geantwortet und gelacht.

Der Andreas musste dann auch lachen. Und er hat gesagt: „Das würde dir so passen! Nein, nein. Ich gucke nur wegen des Maientags zum Himmel!“

Da bin ich richtig zusammengezuckt. Der Maientag ist doch das Riesenfest mit dem tollen Umzug in Nürtingen. Ich habe gleich freudig losgeschnattert: „Maientag? Super! Ist das jetzt!“

Der Andreas hat gemeint: „Ja, liebe Paula! Es ist Maientag!“

Ich habe gleich weitergeschnattert: „Und ich habe schon den ganzen Monat Mai gewartet! Und jetzt ist doch schon Juni! Da müssten wir ja jetzt eher Junitag feiern!“

Der Andreas hat geantwortet: „Im Mai hat es irgendwie nicht gepasst. Da waren doch auch die Ferien. Und es müssen doch alle Kinder zum Fest da sein! Aber der Maientag hat seinen Namen eigentlich gar nicht vom Monat Mai. Der hat seinen Namen von den ,Maien‘. So nennt man grüne Zweige. Die Maientage kommen nämlich von Umzügen. Die hat man vor ein paar Hundert Jahren bei Schulfesten gemacht. Im Frühjahr wurden die Schulen oft von den damaligen Chefs besucht. Die haben sie dabei kontrolliert. Danach gab es ein Fest. Und dazu gab es einen Umzug. Dabei hat man solche grüne Zweige mitgenommen. Die waren ein schöner Schmuck im Frühling. Und die hießen eben Maien. So wurden die Feste mit den Umzügen mit den Maien eben Maientage genannt.“

Das fand ich zwar sehr interessant. Aber mir war die Erklärung schon ein bisschen zu lang. Der Andreas hat das dann gemerkt. Meine runden Äuglein haben nämlich immer ganz nervös zur Tür geschielt. Der Andreas hat gelächelt und dann gesagt: „Also gut, Paula. Dann lass uns doch gleich mal am Festplatz vorbeigucken.“

Ich habe gestrahlt. Und wir sind dann gleich losgewatschelt und losgegangen. Auf dem Festplatz waren schon lauter tolle Sachen aufgebaut. Ich bin ja nicht immer so mutig. Manche Karussells stellen ja einen ganz schnell auf den Kopf und schütteln einen so richtig durch. Mit so etwas fahre ich nicht. Ich fahre lieber mit einem ganzen normalen Karussell. Der Andreas weiß das. Und er wollte mich ein bisschen ärgern. Deshalb hat er gesagt: „He, Paula, wir können ja mal Riesenrad fahren!“

Ich habe ihn ganz kritisch angeguckt und eine Weile überlegt. „Nee“, habe ich dann geantwortet. „Damit fahre ich nicht. Das ist für Riesen. Nicht für Enten. Sonst würde es ja Entenrad heißen.“

Der Andreas hat mich zuerst ganz groß angeguckt. So wie ich sonst immer gucke, wenn ich etwas nicht verstehe. Dann hat er doch noch losgelacht und gesagt: „Ach, Paula, du bist ja lustig! Aber mit dem riesigen Entenmenschenrad können wir schon mal fahren. Das fährt ja auch ganz langsam und gemütlich. Und wir haben dann eine supertolle Aussicht!“

„Klar“, habe ich ganz zögerlich geantwortet, „aber nur bei sehr gutem Wetter!“

Hinter dem Riesenentenmenschenrad hat es nämlich ganz dunkle Wolken gehabt.

Der Andreas hat mit dem Kopf genickt. „Natürlich, bei einem schlimmen Unwetter fährt das Riesenrad sowieso nicht. Und bei Regen macht es auch nicht so viel Spaß. Aber wenn einmal die Sonne scheint, musst du mit mir fahren!“

„In Ordnung“, habe ich gemeint. „Denn ich wünsche mir ja für die ganzen Kinder und Enten natürlich heute ganz tolles Wetter! Dann fahre ich halt auch mal mit dem Dingsrad!“ Eure Paula

Paulas Nachrichten

Sophia fährt Autorennen in der Formel 4

Jede freie Minute steckt sie in das Training – Von ihren Mitschülern wird sie oft angesprochen

Sophia Flörsch rast fast jeden Tag über die Rennstrecke. Sie ist 16 Jahre alt und startet in der Formel 4. Doch damit gibt sie sich nicht zufrieden. Ihr…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten